ABSCHEU UND EKEL

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Jacob Riis [Public domain], via Wikimedia Commons

Starke Worte. Sichern die Aufmerksamkeit des Hörers – für einen Augenblick.

Starke Gefühle, und wir wenden uns ab …

Millionen-Dollar-Immobilien, Wellblechhütten und Obdachlose. Gold und Marmor.

Milliardäre und Überschuldete.

Milliardengeschäfte der Tourismusbranche und Millionen auf der Flucht.

Milliarden für Luxusartikel und kein Geld für eine Hand voll Reis.

Milliardengeschäfte der Spaß-Industrie und Millionen Hungernder und Frierender.

Eine verzaubernde Hochglanz-Plastikwelt und ein schöner blauer Planet, der verreckt.

Regt sich ein Gefühl in deiner Seele?

[Dies ist ein Text für die Menschheitsfamilie. Wir haben nur eine gemeinsame Zukunft oder gar keine.]

WER GAB ADAM SEINEN NAMEN ?

 

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Maarten van Heemskerck [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

Namensgebung ist eine wichtige Sache. Wird es eine Junge oder ein Mädchen? Welchen Namen gibt man dem neuen Menschen mit auf dem Weg? – Schon der antike Mensch vermutete: nomen est omen.

Namensgebung spielt auch am Anfang der Tora eine Rolle.

“ … Gott … nannte das Licht ‚Tag‘ und die Finsternis ‚Nacht‘ … die Ausdehnung ‚Himmel‘ … “

Es fällt auf, dass Gott nicht allem einen Namen gibt. All die Lebewesen und auch der Mensch (hebräisch „Adam“) werden von ihm nicht benannt.

In der Erzählung vom Garten Eden heißt es, dass Gott die Feldtiere und Vögel aus Erde schuf und zum Menschen (hebr. Adam) brachte, um zu sehen, wie der Mensch sie nennen würde. Und bei der Namensfindung für all die Tiere viel auf, dass nichts Passendes für den Menschen dabei war. Der erste Mensch selbst wurde immer noch nicht benannt und wird auch nie einen Eigennamen bekommen. Er bleibt auf ewig „Mensch“ (hebr. Adam).

Beim ersten Rendezvous eines Mannes und einer Frau tauchen dann zwei neue Begriffe in der Erzählung auf: Isch & Ischa (hebr) =  Mann & Männin  =  Mann & Frau. Ein Pendant zu den Begriffen „männlich“ und „weiblich“ aus der Schöpfungserzählung im ersten Kapitel. Beim 23. Vers ist mir nicht klar, ob der Begriff „Männin“ vom Mann kommt oder vom Erzähler. Vielleicht eine Interessante Frage für alle Hebräisch-Kundigen: Kann man hier vom hebräischen Text her mehr erkennen?

Erst nach der Verführung zum Bösen durch die Schlange (bzw. durch seine Frau) gibt der Mann seiner Frau eindeutig einen Namen – so wie er vorher den Tieren einen Namen gegeben hatte. Er nennt sie „Chawwa“ (woraus das deutsche „Eva“ wurde) = „die Leben Schenkende“.

Den ersten Mann benannte „zu seinen Lebzeiten“ niemand. Erst im Zuge späterer Überlieferung wurde „Adam“ zum Eigennamen für ihn. Und gleichzeitig bleibt „Adam“ aber auch im Hebräischen die Bezeichnung für alle Menschen: „Mensch“.

#EmFo16 – Impulse ziehen ihre Kreise …

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Bild: Emergent Forum / Rolf Krueger

Da bin ich wieder. Nach dem Emergent Forum 2016. Inspiriert. Dankbar. Angestachelt. Sehnsüchtig. Aufgewühlt. Gesegnet. Ich hatte ein großartiges Wochenende! Das hatte ich zwar erwartet. Aber selbstverständlich ist es ja doch nicht. Mein Kopf und mein Herz sind noch voll mit Menschen und Begegnungen, mit Wortkunstwerken, mit Gedankenanstößen und mit anstößigen Gedanken, mit Erkenntnissen und…

über Emergent Forum – Nachklänge —

DIE AfC – ALTERNATIVE FÜR’S CHRISTENTUM

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Heiliger Geist, Michaelsberg Michaelskirche Schlussstein , by K. Jähne (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY-SA 2.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)%5D, via Wikimedia Commons

DIE ALTERNATIVE …

… zu einem Christentum, das nicht mehr christlich ist; zu einem Fundament, das nicht mehr trägt; zu einem Heil, das keine Heilung mehr bringt; zu Traditionen, die nicht mehr verstanden werden; zu Bekenntnissen, die keine innere Überzeugung mehr sind; zu Geboten, die keine Orientierung mehr bieten; zu Dogmen, die einfach geglaubt werden müssen; zu Worten, die keinen Sinn mehr ergeben; zu einer Sprache, die keine Sehnsucht mehr weckt; zu Veranstaltungen, auf denen man trotzdem einsam ist; zu Gruppen, die einengen; zu einer Freiheit, die nicht mehr gefühlt wird; zu Liebe, die erst einmal definiert werden muss; zu einer Rettung, bei der man nicht weiß von was; zu einer Gnade, die von keinen Schuldgefühlen befreit.

„Was ist denn die ALTERNATIVE?“ wird manchmal gefragt. „Wenn wir unser Bekenntnis in Frage stellen, bricht Gottes Reich zusammen!“  „Wenn wir aufgeben, was wir zu haben meinen, haben wir ja gar nichts mehr!“

Die Alternative ist sich von toten Dingen zu lösen und sich auf die Suche nach dem Leben zu machen. Die Alternative ist, den Mut aufzubringen, Verantwortung für sein eigenes Leben zu übernehmen, anstatt die Verantwortung an geistliche Führer oder heilige Texte zu delegieren. Die Alternative ist ein Christentum, das das Geheimnis des Mannes aus Nazareth zu ergründen sucht. Die Alternative ist die Liebe und das Vertrauen, von denen die Evangelien erzählen. Die Alternative ist sich erfassen zu lassen von der ewigen Kraft Gottes. Die Alternative ist die Entscheidung, alles auf eine Karte zu setzen; sich selbst zu riskieren, um das Himmelreich zu gewinnen. Die Alternative ist die radikale Solidarisierung mit jedem Menschen; sich auf die Suche zu machen nach dem, was verirrt oder verloren ist. An die eigene Ohnmacht zu glauben und an Gottes Möglichkeiten. Gott in der Stille zu begegnen. In der Wüste von Engeln versorgt zu werden.

Christianity reloaded. Eine neue Reformation – aber diesmal richtig!

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WAS IST BIBLISCH ? – FAQ

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Gutenberg-Bibel, Kongressbibliothek, Washington, D.C. (2002), Raul654 [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)%5D, via Wikimedia Commons

Muss ich mich als Christ belehren lassen?  –  1. Johannes 2,27 (anklicken!)

Sollte man Astrologie betreiben?  –  Matthäus 2,2

Darf ich als Christ aus dem Kaffeesatz lesen?  –  1. Mose 44,5

Darf ich andere täuschen?  –  1. Samuel 21,14

Darf man krumme Geschäfte für einen guten Zweck machen?  –  Lukas 16,8

Kann ich als Christ Politiker sein?  –  2. Mose 20,16

Sollte man Kommunalpolitiker werden?  –  Jeremia 29,7

Sollte man seine Kinder schlagen?  –  Sprüche 13,24

Sollte man seine Hand abhacken?  –  Matthäus 5,30

Sollte man auf die schiefe Bahn geratene resozialisieren?  –  5. Mose 21,20-21

Sollte man ein Exempel statuieren? Funktioniert Abschreckung?  –  5. Mose 21,21

Kann man als Christ Polizist oder Soldat sein?  –  Matthäus 26,52

Darf man jemand hassen?  –  Lukas 14,26

Sollte ich bestimmte Menschen töten?  –  4. Mose 25,7-11

Sollte man Napalm-Bomben auf böse Menschen werfen?  –  1.Mose 19,24

Ist Kommunismus biblisch?  –  Apostelgeschichte 2,44

Darf man als Christ Privateigentum haben?  –  Matthäus 19,21

Was hängt im Kleiderschrank christlicher Frauen?  –  1.Petrus 3,3

Darf man als Christ bunte Kleidung oder Mischgewebe tragen?  –  3. Mose 19,19

Darf man als christlicher Mann lange Haare tragen?  –  1.Samuel 1,11

Tut es Männern gut, Frauen anzufassen?  –  1. Korinther 7,1

Darf man als Mann mehrere Frauen haben?  –  2. Samuel 12,8

Darf ich als Christ vor-ehelichen Sex haben?  –  Hoheslied 8,1-10

Darf ich als Christ Empfängnisverhütung betreiben?  –  1. Mose 1,28

Darf man onanieren oder Coitus interruptus praktizieren?  –  1. Mose 38,9-10

Darf man als Christ masturbieren?  –  1. Korinther 6,18

Darf ich mich beschneiden lassen?  –  Galater 5,2

Muss man sich vom Partner vergewaltigen lassen?  –  1. Korinther 7,4

Darf eine Frau Sex haben, wenn sie ihre Tage hat?  –  3. Mose 20,18

Darf ich mich als Christ scheiden lassen?  –  Matthäus 19,9

Darf man als Geschiedener wieder heiraten?  –  1.Korinther 7,11

Darf ich einen Ungläubigen heiraten?  –  1. Korinther 7,39

Darf man mit Ungläubigen zusammenarbeiten?  –  2. Korinther 6,14

Darf ich zur Beerdigung eines Ungläubigen gehen?  –  Matthäus 8,22

Wie sollte man seine Gottesdienste veranstalten? –  Jakobus 1,27

Darf man ein Schlagzeug im Gottesdienst benutzen?  –  Psalm 150,5

Dürfen Frauen in Kirchengemeinden „Piep“ sagen?  –  1.Korinther 14,33-34

Sollte ich als Christ in Zungen reden?  –  1. Korinther 14,5

Sollte ein Christ Exorzismus betreiben?  –  Markus 16,17

Darf man halbnackt tanzen?  –  2. Samuel 6,20

Darf ich als Christ FKK machen?  –  1.Mose 3,21

Sollte man Alkohol missbrauchen?  –  Sprüche 31,6

Sollte ich als Christ Fleisch essen?  –  1. Mose 2,16

Darf ich als Christ Blutwurst essen?  –  Apostelgeschichte 15,20

Darf ich als Christ Meeresfrüchte essen?  –  3. Mose 11,10

Darf ich als Christ schwul sein?  –  3. Mose 20,13

Darf ich als christlicher Bauer Monokulturen anbauen?  –  3. Mose 19,19

Was sagt die Bibel zu Gentechnik?  –  3.Mose 19,19

Sollte ich einen Atombunker haben?  –  Offenbarung 6,13

Ist etwa ALLES erlaubt?  –  1. Korinther 6,12

Wer meint, dies sei lustig,
die sollte sich gut überlegen, ob sie lacht.
(1. Mose 18,15)

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STÜRZT DAS BIBEL-DOGMA VOM SOCKEL !

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Die nicht ausreichend geklärte Frage unseres Umgangs mit der Bibel, ist eines der größten Probleme des Christentums. Wir haben einen Hunderte von Jahren alten Bibel-Mythos, der wie ein gewaltiger Klotz am Bein des wunderbaren Evangeliums ist. Es ist mehr als überfällig, dass das Dogma der Unfehlbarkeit der Bibel von seinem Sockel gestoßen wird, um zum Jesus-Glauben zurückzukehren. Wenn all die Frommen der Jahrhunderte Jesus und die biblischen Texte ernster genommen hätten, wäre es nie zu diesem Dogma gekommen.

 

Wehe euch Schriftgelehrten! Denn ihr beladet die Menschen mit unerträglichen Lasten …

Weh euch, … die ihr das Himmelreich zuschließt vor den Menschen! Ihr geht nicht hinein und die hinein wollen, lasst ihr nicht hineingehen.  … Weh euch, ihr verblendeten Führer …

(Jesus von Nazareth, in Lukas 11,46 und Matthäus 23,13-16)

 

Nehmt doch endlich das Joch eurer Bibel-Verehrung von den Schultern so vieler Gläubiger! Jesus hat keinen heiligen Text aufgeschrieben und auch zu Pfingsten kam keine neue Tora vom Himmel. Es war gerade der normative Charakter heiliger Schriften, der in der frühen Christenheit zur Diskussion Stand. Um Gottes und der Menschen willen müssen wir DEUTLICH widersprechen:

Die Bibel ist NICHT das Wort Gottes !!!

(Auch wenn Luther und manche andere sich an dieser Stelle vielleicht im Grabe umdrehen.)

Ich sage dies nicht, weil ich GEGEN die biblischen Texte bin, sondern FÜR sie! Und für die MENSCHEN, die sie lesen. – Wer es nicht glauben will, soll doch einfach selbst mal in seiner Bibel nachschauen:

Lukas, zum Beispiel. – Behauptet der Verfasser des Lukas-Evangelium an irgendeiner Stelle, dass seine Worte die Worte Gottes sind oder er sie von Gott empfangen hat? Gibt es irgendeinen anderen Vers in der Bibel, der  behauptet, dass das Lukas-Evangelium Gottes Worte sind? Wann hat überhaupt in der Kirchengeschichte sich zum ersten Mal jemand angemaßt zu behaupten, dass dies Evangelium Wort Gottes ist? Und warum?

Die biblischen Texte wurden im Glauben überliefert, dass sie Zeugnisse des Wirken Gottes sind. Dadurch werden sie aber nicht zu vollkommenen Worten Gottes. Nehmt doch die Texte selbst ernst, anstatt einfach eure liebgewonnenen Ideen in die Texte hineinzulesen! Und all dies auch noch unter dem Deckmantel von Frömmigkeit und mit dem Anspruch auf Wahrheit!!!

Auch Theologen, die Fundamentalismus ablehnen, sind in ihrem Gebrauch der biblischen Texte und in ihrem Reden über die Bibel nicht immer „sauber“ (mich eingeschlossen). Wir, die „Wissenden“, tragen Verantwortung dafür, wie wir die Bibel darstellen und welche Erwartungen an diese Texte wir erzeugen. Wie wäre es, wenn wir endlich einmal eine Bibelausgabe hätten, wo nicht „Bibel“ oder sogar „Heilige Schrift“ drauf steht, sondern „Sammlung der grundlegenden Schriften des Christentums“? Das Wort „Bibel“ allein suggeriert schon eine Homogenität des Buches, die nicht gegeben ist. (Wer weiß schon, dass das Wort „Bibel“ eigentlich ein Plural ist?)

Denen, die sich schon freuen, dass sie jetzt vielleicht auch als Christen endlich machen dürfen, was Spaß macht, sei gesagt:  Ihr durftet schon immer machen, was Spaß macht; es ist nur nicht alles gut! (1. Korinther 6,12; 10,23)

Das Bibel-Dogma aufzugeben bedeutet überhaupt nicht, dass christlicher Glaube dadurch beliebig wird, es keine Orientierung mehr gibt oder die Nachfolge Jesu weniger verbindlich wird. Aber so vielfältig wie Kulturen und Menschen und das Leben müssen auch unsere Antworten sein. Und wer sagt überhaupt, dass ich die richtige Antwort für jemand anderen haben muss?

Haben wir Angst vor „der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes“?  (Römer 8)

EMERGENT FORUM 2016

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Bild: Emergent Forum / Christoph Bartels

 

Ich spüre in mir noch die Nachbeben …  (Wie lange werden wohl die Mitarbeiter des Forum, die die ganze Zeit in Aktion waren, brauchen, um sich zu erholen und das Forum nachzubereiten?) Noch nicht einmal 48 Stunden. Eine sehr intensive, kurze Zeit. Gesichter, Stimmen, Worte, Bilder, Musik, Umarmungen, …

Perfektes Wetter und eine perfekte location. Modernes Bürgerzentrum gleich neben der Andreasgemeinde; mit Terrasse, die in einen Park mit Skulpturen und Spielplatz übergeht. Ein Eichhörnchen im Baum, eine Feldwiese gleich hinter der Kirche. In der Ferne schwebt ein Fesselballon langsam über die Außenbezirke von Frankfurt/M und man sieht die Skyline von Downtown Frankfurt unter strahlend blauem Himmel. Auf der Terrasse die slow-brew coffee bar des Refugio-Projekts, importiert aus Berlin.

Vielleicht 300 Leute. Warum sie wohl alle gekommen sind? Wo und wie war Gott hier am wirken an diesem Wochenende? Und wieviel wird davon in der Zukunft spürbar sein, und für wen?

Kirche für alle. Wirklich alle?  Verhaltensgestörte, Intellektuelle, Menschen, die kein Deutsch sprechen, Bettlägerige, Hochsensible, Reiche, Unreine, mit ansteckenden Krankheiten, Kriminelle, psychisch Kranke, Extremisten, Analphabeten, Machtmenschen, Sex-Worker, Schwerstbehinderte, Workaholics, Vergewaltiger und Missbrauchte, Täter und Opfer, Mühselige und Beladene, Kinder, …

 

Die Jesus-Anhänger wollten sie wegschicken, aber Jesus wurde zornig und sagte: Lasst sie zu mir kommen …

(Die Bibel, Neues Testament, Markus-Evangelium, 10. Kapitel, Verse 13-14)

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Alle sollen kommen. Alle sind eingeladen.

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Wer Durst hat, der soll zu mir kommen und trinken! Wer mir vertraut … von ihm wird Leben spendendes Wasser ausgehen wie ein starker Strom.

(Johannes-Evangelium 7,37-38)

 

Wer kommt überhaupt, oder bleibt schon von vornherein weg? Wer fühlt sich überhaupt bei uns wohl? Und wenn ja, warum nicht? Noch nicht einmal alle, deren Muttersprache Deutsch ist, verstehen auch, worüber in Kirchen geredet wird. Sind unsere kirchlichen Angebote auch interessant für Leute, die nicht gut im Reden oder Zuhören sind? (Gottesdienste, Bibelstunden, Gesprächskreise, … )

Wieviel Vielfalt hält eine Gemeinde aus? Was wirkt den Fliehkräften entgegen und hält zusammen? Woher nimmt man die Kraft für all die Hilfsbedürftigen …  Vielleicht bedürfen wir der Bedürftigen, um in Gottes Nähe zu kommen und zu bleiben und nicht zum frömmelnden Klub zu verkommen. Wenn wir mit unseren Möglichkeiten am Ende sind, kann Gott dann vielleicht noch was machen?

 

Du brauchst nicht mehr als meine Gnade. Je schwächer du bist, desto stärker erweist sich an dir meine Kraft.

(2. Korintherbrief 12,9).

 

Ist dies eine Einladung zum Burnout?

Willkommen sein. Gast werden und Gastgeber sein. Sich einladen lassen und sich selbst einladen. Beschenkt werden. Gnade. Manche kamen zu Jesus hungrig und wurden satt. Manche gingen wieder weg, weil ihnen Jesu Worte zu hart waren. Weiches Brot – harte Worte. Zuckerbrot und Peitsche? Fördern und Fordern?

Wer darf bleiben? Wie sehr muss man sich anpassen oder verbiegen, um dazuzugehören? Gibt es eine Mindestgeschwindigkeit auf der Autobahn des geistlichen Wachstums? Wer nicht schnell genug ist, darf nicht mehr mitfahren? Wen muss man rausschmeißen (wenn er nicht schon freiwillig gegangen ist)? Welche Rolle spielen Überlieferung, Verkündigung und Bezeugen, wie sieht das konkret aus und welche Zugänge dazu haben Menschen?

Ideale sind schön – Menschen sind anstrengend. Kirche für alle. Wollen wir das überhaupt? Theorie ist steril – Menschen stinken, und man macht sich schmutzig. Unangenehm.

Was ist überhaupt Kirche? Wie erkennt man in den Massen der Jesus-Sympathisanten die „echten“ Jünger? Wenn ALLE kommen, wie bleibt Kirche noch als solche erkennbar und bewahrt Profil?  –  An der Liebe werden die Leute erkennen, dass wir zu Jesus gehören (Johannes 13,35). Oder auch nicht.

 

„… Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“

(1. Johannesbrief 4,16)

 

Gilt das eigentlich nur für Christen?