DER BIBEL-MYTHOS

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Von Ajel auf pixabay.com (CC0 Public)

Der Titel ist zugleich die Behauptung: Ich behaupte, es gibt eine verbreitete Vorstellung von der Bibel, die nicht stimmt!

Der Begriff „Mythos“ ist hier also nicht streng wissenschaftlich, sondern umgangssprachlich gemeint. Ich meine, dass die Bibel ein religiöses Image hat, das nicht der Wirklichkeit entspricht. Und dies hat nicht nur speziell mit der deutschen Sprache oder Kultur zu tun, sondern ist ein religiös-kulturelles Problem aller christlich geprägten Gesellschaften und darüber hinaus.

Sachlich kann man erst einmal festhalten, dass die Bibel eine Sammlung von Schriften ist, welche grundlegend für den christlichen Glauben geworden sind. Diese Aussage, wird wohl niemand bestreiten.  (Auch wenn man über den Wortlaut vielleicht noch Haare spalten könnte.) Wir assoziieren mit dem Wort „Bibel“ allerdings darüber hinaus noch etwas anderes. Um dieses „andere“ geht es in diesem Post.

Das Wort „Bibel“ wird im Deutschen und Englischen (und vermutlich auch noch in weiteren Sprachen) auch für eine bestimmte Art von Büchern benutzt. Es ist, sozusagen, auch die Bezeichnung für eine Art von „Genre“. Es wird benutzt für Bücher, die maßgeblich für ein Wissensgebiet geworden sind. So könnte man, z.B., von einer “Heimwerker-Bibel” sprechen und gemeint wäre ein allgemein anerkanntes Buch, in dem man alles Wichtige zum Thema “Heimwerken” findet. Es geht dabei sowohl um die Art, wie man das Buch benutzt (praktisches Nachschlagen), als auch um die Zuverlässigkeit der Information und die allgemeine Anerkennung.

Die Frage ist nun, ist DIE BIBEL in diesem Sinne überhaupt eine „Bibel“ für den christlichen Glauben? (Ich hoffe, ich verwirre hier niemanden …)

Wer die Bibel auch nur ein bisschen kennt, weiß schon längst, dass die christliche Bibel nicht nur vom Thema, sondern auch vom Wesen her, ein so ganz anderes Buch ist als die Heimwerker-Bibeln, Koch-Bibeln, Auto-Bibeln, usw.  Die Bibel wurde ursprünglich NICHT als EIN Buch konzipiert und veröffentlicht, sie behandelt eine Vielfalt von Themen, und sie enthält eine Vielfalt von Genres. Sie ist halt über einen sehr langen Zeitraum auf eine sehr eigentümliche Weise entstanden.

Wie konnte es dann überhaupt dazu kommen, dass das Wort „Bibel“ für Bücher benutzt wird, die so ganz anders sind?

Ich glaube, es hat damit zu tun, dass die Bibel von Gläubigen wie ein Nachschlagewerk benutzt worden ist. Willst du wissen, was Gott zu diesem Thema meint? Kein Problem! Ich zitiere mal schnell einen passenden Bibelvers. Und da die Bibel im Original ja leider nicht alphabetisch sortiert ist und ohne Inhaltsverzeichnis und Sachregister kommt, haben wir dann etwas nachgebessert und entsprechende Bibelausgaben geschaffen.

Mit einer zusätzlichen Bibel-Konkordanz ist es noch einfacher, und am besten natürlich mit Bibel-Software. Da bleiben kaum noch Wünsche offen. Man muss die Texte selbst auch gar nicht mehr richtig kennen. Mit der Suchfunktion findet man schnell die gewünschte Aussage, die man benutzen will. Wir haben die Bibel in den Griff gekriegt! (Falls dies ein bisschen nach Instrumentalisierung klingt, ist es bestimmt kein Zufall.)

Aus unzähligen Filmen kennt man die Szene, wo jemand zum Schwören die Hand auf eine Bibel legt. Sicherlich eher eine symbolische als eine magische Handlung, aber wiederum eine öffentliche Benutzung der Bibel, die bestimmte Vorstellungen erzeugt. Es gibt bei manchen sogar die Vorstellung, dass man mit diesem Buch Dämonen und okkulte Mächte vertreiben kann.

Solange eine Bibel nur im Bücherregal steht, tut sie keinem weh. Wenn aber die Bibel für bestimmte Zwecke benutzt wird, dann formt sich eine gewisse Vorstellung von diesem Buch, selbst bei denen, die nie hineingeschaut haben. Verursacht natürlich von denen, die von der Bibel reden und sie zitieren.

Nicht alle biblischen Texte präsentieren sich als Wort Gottes. Aber im Laufe der Kirchengeschichte hat man EIN Buch gemacht, das als „Heilige Schrift“ und „Wort Gottes“ verkauft wurde und normativen Charakter für den christlichen Glauben haben sollte. Man wollte so ein Buch haben, und man hat es sich gemacht. Die historische Analyse dieser Entwicklung ist eine wichtige Aufgabe für alle Kirchen und alle, die meinen, dass diese Texte auch für uns heute noch wertvoll sind. Die entscheidende Frage ist: Wollen wir die Texte BENUTZEN, oder wollen wir von ihnen LERNEN?

Die Klärung und Überprüfung der eigenen Vorstellungen, die ich von der Bibel habe, ist besonders für die Menschen wichtig, denen die Bibel am Herzen liegt. So ist die Klärung dieser Fragen von existenzieller Bedeutung für die Gegenwart und Zukunft des christlichen Glaubens.

THE JESUS REVOLUTION

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„Rebranding Jesus“ by Daniel Silliman (CC BY-NC-ND 2.0, https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/)

 

„Ich bin gekommen, um auf der Erde ein Feuer anzuzünden; ich wünschte, es würde schon brennen!“

„Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, nicht Frieden, sondern Entzweiung. Von jetzt an wird es so sein: Wenn fünf Menschen unter einem Dach leben, werden sich drei gegen zwei stellen und zwei gegen drei. Der Vater wird sich gegen den Sohn stellen und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen die Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.“

„Nichts, was verborgen ist, bleibt verborgen; alles wird ans Licht kommen. Und nichts, was geheim ist, bleibt geheim; alles wird bekannt gemacht werden. … Fürchtet euch nicht vor denen, die euch das irdische Leben nehmen können; sie können euch darüber hinaus nichts anhaben. … Fürchtet den, der nicht nur töten kann, sondern auch die Macht hat, in die Hölle zu werfen. Ja, ich sage euch: Ihn müsst ihr fürchten!“

„Wehe euch, ihr Reichen! Ihr habt euer Glück schon auf Erden genossen. Wehe euch, ihr Satten! Ihr werdet Hunger leiden. Wehe euch, die ihr jetzt sorglos lacht! Ihr werdet trauern und weinen. Wehe euch, die ihr jetzt von allen umschmeichelt werdet, denn die falschen Propheten waren schon immer beliebt.“

„Wenn dich dein rechtes Auge zur Sünde verführt, dann reiß es heraus und wirf es weg! Besser, du verlierst eins deiner Glieder, als dass du unversehrt in die Hölle geworfen wirst. Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, so hack sie ab und wirf sie weg! Es ist besser, verstümmelt zu sein, als unversehrt in die Hölle geworfen zu werden.“

„Der Diener, der den Willen seines Herrn kennt und sich nicht vorbereitet und nicht tut, was sein Herr will, wird hart bestraft werden. Wer hingegen den Willen seines Herrn nicht kennt und etwas tut, was Strafe verdient, wird weniger hart bestraft werden. Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel gefordert, und wem viel anvertraut wurde, von dem wird umso mehr verlangt.“

„Wer von euch mir nachfolgen will, muss sich selbst verleugnen und sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen. Wer versucht, sein Leben zu behalten, wird es verlieren. Doch wer sein Leben für mich aufgibt, wird das wahre Leben finden. Was nützt es, die ganze Welt zu gewinnen und dabei seine Seele zu verlieren? Gibt es etwas Kostbareres als die Seele?“

„Jesus rief die Kinder zu sich und sagte: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“

„Freut euch, ihr Armen! Ihr werdet mit Gott leben in seiner neuen Welt. Freut euch, die ihr jetzt Hunger habt! Gott wird euch satt machen. Freut euch, die ihr jetzt weint! Bald werdet ihr lachen. Freuen dürft ihr euch, wenn euch die Leute hassen, ja, wenn sie euch aus ihrer Gemeinschaft ausstoßen und beschimpfen und verleumden, weil ihr euch zum Menschensohn bekennt! Freut euch und springt vor Freude, wenn das geschieht; denn Gott wird euch reich belohnen.“

„Ich bin gekommen, um ihnen das Leben in ganzer Fülle zu schenken. Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte opfert sein Leben für die Schafe.“

„Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben. Darum geht zu allen Völkern und macht sie zu Jüngern. … Ich bin immer bei euch bis ans Ende der Zeit.“

(Jesus in der Bibel, Neues Testament, Evangelien: Matthäus 5,29-30; 16,24-26; 28,18-20; Lukas 6,20-26; 12,2-5.47-49.51-53; 18,16-17; Johannes 10,10-11)

EIN NEUER MOSE – ABER KEINE NEUE TORA

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José de Ribera [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons

In der jüdischen Messiaserwartung haben, neben anderen, zwei Textstellen besondere Bedeutung. Die eine ist die Verheißung des ewigen Königtums an David im 2. Samuelbuch, Kapitel 7; die andere ein Vers aus dem 5. Teil der Tora:

 

Ich will ihnen einen Propheten, wie du [Mose] es bist, aus der Mitte ihrer Brüder erwecken und meine Worte in seinen Mund legen; der soll alles zu ihnen reden, was ich ihm gebieten werde.

(Die Bibel, Tanach / Altes Testament, Tora, Devarim / 5. Buch Mose / Deuteronomium, 18. Kapitel, Vers 18)

 

Es ist das zentrale Bekenntnis des christlichen Glaubens, dass Jesus der Christus, der Messias, ist. Der Autor des Matthäus-Evangeliums, zum Beispiel, versucht, zum Teil auf subtile Art und Weise, zu zeigen, dass der Jesus aus Nazareth jener Messias der jüdischen Erwartung ist.

Auffällig ist, dass dieser neue Mose aber keine neue Tora mit dabei hatte. Es gibt in der christlichen Überlieferung auch keinen anderen Text, der den Anspruch erhebt, von Jesus selbst geschrieben worden zu sein. Und auch die ersten Christen haben sich nicht zusammen gesetzt und eine neue Tora verfasst.

Warum?

 

Seht, es werden Tage kommen – Spruch des Herrn -, in denen ich mit dem Haus Israel und dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde, nicht wie der Bund war, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägypten herauszuführen. Diesen meinen Bund haben sie gebrochen, obwohl ich ihr Gebieter war Spruch des Herrn. Denn das wird der Bund sein, den ich nach diesen Tagen mit dem Haus Israel schließe – Spruch des Herrn: Ich lege mein Gesetz in sie hinein und schreibe es auf ihr Herz. Ich werde ihr Gott sein und sie werden mein Volk sein. Keiner wird mehr den andern belehren, man wird nicht zueinander sagen: Erkennt den Herrn!, sondern sie alle, Klein und Groß, werden mich erkennen – Spruch des Herrn. Denn ich verzeihe ihnen die Schuld, an ihre Sünde denke ich nicht mehr.

(Tanach / Altes Testament, Jeremia 31,31-34)

 

Der Autor des Hebräerbriefes deutet die Vergebung, von der hier gesprochen wird, als die Vergebung, die durch Jesu Opfer gekommen ist (Hebräerbrief 10,14-18), und erklärt, wie das Neue in Jesus besser ist als das Alte.

Welche Bedeutung haben dann noch die Tora oder die anderen Texte? Gibt es im neuen Bund noch göttliche Regeln? heilige Texte?

MAN NANNTE IHN „JOCHANAN“

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By Hansueli Krapf This file was uploaded with Commonist. [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

 

Jetzt reicht’s! Er hatte die Nase voll, und die Zeit hatte sich auch „erfüllet“.

Er ging in die Wüste.

Wie hatte wohl sein Leben bis zu diesem Zeitpunkt ausgesehen? – Wir haben keine Ahnung. Er selbst hat keine Memoiren zurückgelassen, und es wurden auch keine Biografien geschrieben.

Der kleinbürgerliche Lebensweg im Schoß der Familie kam für ihn nicht in Frage. – So durfte es doch nicht weitergeh’n!

Wüste. Einsamkeit. Über ihm der Himmel … – but the sky was no limit!

Heuschrecken und Honig. Und seine heiligen Texte erzählen von einem anderen Mann vor langer Zeit, der auch schon in auffälliger Kleidung herumgelaufen war …

Eigentlich wollte man ihm einen Namen gemäß der Familientradition geben, aber sein Vater schrieb: Er soll „Jochanan“ heißen!

Es hängt eine knisternde Spannung in der Luft. Die Lage in der römischen Provinz am Rande des Imperiums ist angespannt. Da ertönt die einsame Stimme eines Rufenden in der Wüste:

„Es fehlt nur noch ein Augenblick! Die Axt liegt schon am Fuß des Baumes an. Gleich holt ER aus und dann …  – Ändert euer Leben, solange ihr es noch könnt!“

Und sie kamen. Viele Menschen aus der Großstadt gingen hinaus in die Einöde zu dem Rufer in der Wüste. Sie wollten einen neuen Anfang machen.

Aber nicht alle waren begeistert. Seine Autorität wurde in Frage gestellt. – „Was bildet dieser Mann sich überhaupt ein?“  „Was denkst du, wer du bist?“

Er antwortete: „Ich bin eine Stimme, die in der Wüste ruft: Ebnet den Weg für den Herrn!“

Da kam auch ein Mann aus einem Kaff in Galiläa. Und der Himmel tat sich auf …

BIBEL. JETZT. (2) – Eine Liebeserklärung

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By see en:Aleppo Codex; scanned by http://www.aleppocodex.org (http://www.aleppocodex.org) [Public domain], via Wikimedia Commons
Uralte Texte. Geheiligt durch Jahrhunderte des Vorlesens und Hörens und Nach-Denkens. Ein kulturgeschichtliches Gewebe, dass sich durch die Jahrhunderte jüdisch-christlich geprägter Gesellschaften zieht.Gebetet. Gesungen. Von Eltern den Kindern zum Einschlafen vorgelesen.Worte, die darstellen, beschreiben, erregen, informieren, orientieren, berichten, erzählen, verzaubern, erinnern, bezeugen, klagen, anbeten, beruhigen, trösten, ermutigen, belehren, predigen, verkündigen, proklamieren, korrigieren, ermahnen, stören, anklagen, reizen, provozieren, bloß stellen, schockieren, drohen, beunruhigen, Angst machen, verheißen, zerstören, enthüllen, offenbaren, erschaffen, formen, inspirieren …Wild und ungezähmt wie das Leben. Klärend und verstörend. Eine lange Geschichte des Menschlichen …wie Menschen im Paradies: sorglos im Überfluss leben …
wie Adam, endlich einen Partner bekommen, der zu einem passt …
wie Kinder, nackt sein, ohne sich zu schämen …
wie Eva, sich zu einer Komplizin des Bösen machen lassen …
wie Adam & Eva, schlauer sein, nachdem es schief gelaufen ist …
wie Kain, eine Schuld nicht ertragen können …
wie Kain’s Frau, Mutter eines Städtebauers werden …
wie Lamech, die Gewalt eskalieren lassen …
wie Ada und Zilla, Frauen von einem Großkotz sein …
wie Methusalem, uralt werden …
wie eine schöne Menschentochter, von einem Gottessohn geschnappt werden …
wie solche schönen Menschentöchter, Mütter von Superhelden werden …
wie Noah, auf den Fluten der Strafe Gottes schwimmen …
wie die Anfänger einer neuen Menschheit, Füße auf festen Boden setzen …
wie Sem und Jafet, den nackten, besoffenen Vater zudecken …
wie Nimrod, Regierungschef werden, weil man gut im Erjagen ist …
wie in Babel, hoch hinaus wollen und sich dann nicht mehr verstehen …
wie Abram und Sarai, seine Heimat zurücklassen …
wie Abraham, ein Heimatloser sein mit einer besseren Zukunft …
wie die Töchter Lots, sich auf gerad’krummem Weg Babys verschaffen …
wie Sara, sich ein Lachen nicht verkneifen können …
wie Isaak, sich über’s Ohr hauen lassen …
wie Rebekka, sich von ihrer Familie verabschieden …
wie Laban, ein Verwandter mit Geschäftssinn sein …
wie Jakob, betrügen und betrogen werden …
wie Rahel, den eigenen Vater überlisten …
wie Lea, nur Zweite Wahl sein …
wie Ruben, mit der Stiefmutter Sex haben …
wie Levi, Ur-ur-uropa eines Priestergeschlechts werden …
wie Simeon, mal eben Lynchjustiz praktizieren …
wie Juda, Ur-ur-uropa eines zeitlosen Königsgeschlechts werden …
wie Tamar, vom Schwiegervater schwanger werden …
wie Sebulon, eine rätselhafte Beziehung zum Wasser haben …
wie Issachar, mit einem Esel verglichen werden …
wie Bilha und Silpa, keine weitere Beachtung finden …
wie Dan, zu Recht!
wie Gad, „Erstgeborener“ der dritten (!) Frau sein …
wie Ascher, gut essen …
wie Naftali, einem Hirsch ähneln …
wie Benjamin, Papa’s Liebling sein …
wie Dina, vergewaltigt werden – obwohl sie 12 Brüder hatte …
wie Josef, aus einem tiefen Loch gezogen werden und in einem anderen landen …
wie Potifar’s Frau, sich an einen anständigen Mann ranmachen …
wie Reguël, sich einen Schwiegersohn angeln …
wie Zippora, einen Gentleman heiraten …
wie Mose, einen Auftrag bekommen, den man gar nicht haben möchte …
wie Mirjam, die Leitung der Liturgie ergreifen …
wie Josua, in viel zu große Fußstapfen treten …
wie Rahab, überleben, indem man seine eigenen Leute verrät …
wie Debora, die Führung übernehmen, wenn die Männer schlapp machen …
wie Barak, Autorität erkennen …
wie Ruth, einen Menschen an der Seite haben, mit der frau nicht gerechnet hat
wie Samuel, eine Stimme in der Nacht hören …
wie Saul, auf die schiefe Bahn geraten …
wie Michal, Ehefrau eines Frauenlieblings sein …
wie David, es gut meinen, und dafür Ärger bekommen …
wie Bathseba, Objekt der Begierde eines Mächtigen werden …
wie Absalom, seinen eigenen Vater entthronen wollen …
wie Salomo, superschlau sein und doch am Ziel vorbei …
wie Elija, alles auf eine Karte setzen …
wie Isebel, Interessenvertreterin ihrer Religion sein …
wie Elischa, den Jordan mit einem Mantel teilen …
wie Gehasi zum Wohlstandsekel werden …
wie Asaf, Musikerkarriere machen …
wie Jesaja, schnallen, dass Gott auf einem Thron sitzt …
wie eine schwangere junge Frau, ein Kind kriegen, das Immanuel heißt …
wie Jeremia, auf der falschen Seite stehen …
wie Hesekiel, von Gottes Geist erfasst, angehoben und weggeweht werden …
wie Nebukadnezar, unfreiwillig Veganer werden …
wie Israel, der Strafe Gottes nicht entgehen können …
wie Gomer, eine problematische Erwerbstätigkeit haben …
wie Jona, ankommen, wo man eigentlich nicht hin wollte …
wie Verliebte, das Feuer Jahwes fühlen …
wie Hiob, Schmerzen erleiden, die man nicht verdient hat …
wie Johannes, den Weg für einen anderen ebenen …
wie Maria, sich in den Plan Gottes fügen …
wie Hanna, das Baby einer fremden Frau in den Armen halten …
wie Josef, das eigene Leben riskieren, um ein anderes zu retten …
wie Teenie Jesus, andere mit seiner Erkenntnis beeindrucken …
wie Maria, Stress mit einem hochbegabten Kind haben …
wie Jesus, vom Geist Gottes ergriffen werden …
wie der verlorene Sohn, gefunden werden …
wie Kinder, versuchen an Jesus ranzukommen …
wie Maria, die Schwester die Arbeit machen lassen …
wie Martha, sich das nicht einfach gefallen lassen …
wie Matthäus, die falsche Berufsentscheidung getroffen haben …
wie die Tocher von Jaïrus, Hunger haben, nachdem frau ein bisschen tot war …
wie Zachäus, unerwartet Besuch bekommen …
wie Maria Magdalena, die Kontrolle über ihr Leben zurückbekommen …
wie Jakobus, zu Jesus‘ Clique gehören …
wie Petrus‘ Schwiegermutter, wegen Krankheit (fast) ausfallen …
wie Johannes, einen eigenartigen Spitznamen bekommen …
wie die unhygienische Frau, als Unberührbare den Superstar berühren …
wie Bartholomäus, zu einem super Team gehören …
wie Johanna, Sponsorin Jesu mit guten Beziehungen …
wie Jakobus, Sohn des Alphäus: dabei sein ist alles …
wie die Samariterin, die unwahrscheinlichste Kandidatin für den Mulitplikatoren-Job …
wie Simon, Widerstandskämpfer mit neuer Orientierung …
wie eine namenlose Frau, als Sünderin berühmt werden …
wie Andreas, im Schatten des Bruders stehen …
wie Susanna, zusammen mit anderen geheilten Frauen Jesus‘ Groupie
wie Thaddäus, eine unscheinbare Berühmtheit …
wie Maria, superteures Parfum verschwenden und dafür gelobt werden …
wie Philippus, Gott sehen wollen …
wie Petrus sich krass überschätzen und jämmerlich versagen …
wie Judas, an sich selbst verzweifeln …
wie die Emmaus-Jünger, einen fremden Menschen erkennen …
wie Thomas, kaum über eine Enttäuschung hinwegkommen …
wie Paulus, Alles geben und völlig falsch liegen …
wie Tabita, ein Wohlfahrtsunternehmen
wie Barnabbas, einen Namen haben, der zu einem passt …
wie Markus, ein zweite Chance bekommen …
wie Lydia, einem das Herz aufgeht …
wie Timotheus, schon als junger Mensch Verantwortung übernehmen …
wie Phoebe, eine Frau sein, auf die Mann zählen kann …
wie der Seher Johannes, in der Fremde eine Vision von einer neuen Welt haben …Bilder von Menschen, die uns in die Erzählungen mit hinein nehmen, und doch auch den großen zeitlichen Abstand einer antiken Welt spüren lassen.

Bilder und Gedanken, die sich wie Kletten an die Seele heften. Deutungen, die Leben erklären und zum Widerspruch reizen. Fragen beantworten und Fragen aufwerfen. Die beschleunigen und bremsen. Umarmen und bedrängen. Stabilisieren und den Boden unter den Füßen wegziehen.

Worte des Glaubens.

Ein Chor von Stimmen, die, dieser Welt trotzend, Hoffnung ins Leben rufen.

(Fundamentalistische Kinderstube hat auch ein paar Vorteile …)

Kein Anspruch auf Vollständigkeit!  –  Vielleicht macht ihr ja eure eigene Listen?

 

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JESUS. PUNKT.

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Gerard van Honthorst [Public domain], via Wikimedia Commons

„Christus“ ist der Name, mit dem sich alle Christen definieren, und Jesus aus Nazareth der Mensch, der im Zentrum unseres Glaubens steht.

Das Meiste aus Jesu Leben kennen wir nicht. Wir kennen nur den Jesus der frühchristlichen Überlieferung. Aber – Halleluja! – diesen Jesus haben wir! Und das ist auch völlig in Ordnung so, denn es kommt ja nicht auf all die historischen Details aus seinem Leben an, sondern auf die Wirkung, die er gehabt hat und immer noch hat! Dass Gott durch diesen Mann sein Schalom, sein ewiges Friedensreich, aufrichtet inmitten dieser Welt und mit seiner Schöpfung an sein gutes Ziel kommt.

Das wäre doch ein einfaches Christentum, wenn es einfach darum ginge zu glauben, dass in Jesus Gott zu uns kommt. Immanuel! Gott ist bei uns … Jahwe! Er ist der Gott, der da ist.

Jesus, höchster Name,
teurer Erlöser, siegreicher Herr.
Immanuel, Gott ist mit uns,
herrlicher Heiland, lebendiges Wort.

Er ist der Friedefürst und der allmächt’ge Gott,
Ratgeber wunderbar, ewiger Vater,
und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter,
und seines Friedensreichs wird kein Ende sein.

(Klassiker der Anbetungsmusik aus den 70er Jahren)

Unterschiedliche Überzeugungen und Traditionen müssen uns nicht blockieren, trennen und Kraft kosten, sondern können uns helfen zu verstehen, wer wir als Menschen sind und wer Jesus ist. Bereicherung der Sichtweisen anstatt Begrenzung des eigenen Blicks. Freiheit des Denkens an Stelle eines Diktats der Tradition und Mehrheitsmeinung. Nicht menschliche Macher, sondern unser Chef: JESUS. Uns als Christen definieren über das, was uns verbindet, und nicht, was uns trennt. Statt Orthodoxie und liberalem Christentum, Fundamentalismus, Katholizismus, Protestantismus, Methodismus, Baptismus, Biblizismus, …

… Jesus EINFACH!

Und einfach JESUS.  Punkt.