Ver-trau dich!

 

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„Sky Walker – Heaven of Dreams“ von Hartwig HKD via flickr (CC BY-ND 2.0, https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0)

 

Leben in Angst, zurückgezogen hinter die eigene Fassade. Privates Unglück in den eigenen vier Wänden. Mit dem Rücken zur Wand. Wer weiß schon, was da so alles gelebt wird, hinter deutschen Fenstern …

Wenn ein kleiner neuer Mensch in die Welt plumpst, sind hoffentlich Hände da, die es auffangen. Ein Baby braucht sich nicht den Kopf darüber zerbrechen, wem es vertrauen kann – es hat sowieso keine Wahl. Vertrauen ist für ein kleines Kind überlebenswichtig. Doch auch bei den besten Eltern und der am besten behüteten Kindheit wird irgendwann einmal der Moment kommen, wenn das Vertrauen eines Kindes enttäuscht wird. Es muss nicht einmal böse Absicht sein. In einer unvollkommenen Welt ist die Enttäuschung positiver Erwartungen vorprogrammiert.

Enttäuschungen kommen in einer großen Vielfalt: von  klitzeklein  bis  RIESENGROSS . Und es ist nicht nur das Ausbleiben von Erhofftem, mit dem Kinder konfrontiert werden. Irgendwann begegnen sie auch Leiden und Bösem, das sie bis dahin in ihrem noch jungen Leben nicht gekannt haben. Sie fangen an sich selbst wiederzufinden in einem Wechselspiel von Misstrauen, Trauen und Vertrauen, das ein Leben lang nicht mehr aufhören wird.

Leben ist nicht möglich, ohne zu vertrauen. Wir brauchen ein Minimum an Vertrauen, um überhaupt einen nächsten Schritt zu machen. „Trauen“ kommt  vor  „Vertrauen“. Aber es wäre leichtsinnig und potentiell lebensgefährlich, wenn man jedem und allem vertraut. – Wer oder was ist vertrauens-würdig ?

Und was macht man, wenn Vertrauen enttäuscht, oder sogar missbraucht worden ist? Wenn man Gewalterfahrungen am eigenen Körper gespürt hat? Vielleicht sogar durch Menschen, die einem nahe stehen, oder standen? Traumatisierungen der Seele stellen Vertrauen in Frage.

Und so manch einer ist von sich selbst enttäuscht worden. Man hatte sich hohe Ziele gesteckt und zu früh schlapp gemacht. Man hatte hohe moralische Maßstäbe, aber hat es nicht geschafft danach zu leben. Man weiß, dass es falsch ist, und macht es doch immer wieder. Man hat einen anderen Menschen geschädigt; man hat ein gesellschaftliches Tabu gebrochen; man hat das Unvorstellbare getan. Man kennt sich selbst nicht mehr und mag sich auch nicht mehr besser kennenlernen. – Wie kann man noch sich selbst oder irgend jemand anderem vertrauen, wenn man schon in sich selbst Ohnmacht und Bösem begegnet? Ist ein Leben im Misstrauen nicht notwendiger Realismus?

 

„Wir bringen es zwar fertig, uns das Gute vorzunehmen; aber wir sind zu schwach, es auszuführen. Wir tun nicht das Gute, das wir wollen, sondern gerade das Böse, das wir nicht wollen. … Ich unglückseliger Mensch! Wer rettet mich aus dieser tödlichen Verstrickung?“

(Der Apostel Paulus in seinem Brief an die Römer, Bibel, Neues Testament, 7. Kapitel, Verse 18-24)

 

In unserem Ringen um Vertrauen begegnet uns die optimistische Behauptung eines Mannes aus Nazareth: Das Friedensreich Gottes ist jetzt schon im Anbrechen!

Diese einfache Botschaft ist eine Kampfansage an die vornehme Zurückhaltung der Agnostiker und den Zynismus der Skeptiker. Eine Einladung zum Vertrauen. Es gibt ein Ziel, ein Happy End, einen Sinn fürs Leben. Es gibt Licht in der Dunkelheit und eine Wahrheit, die Freiheit macht. Wir dürfen uns aufrichten, weil Gott selbst uns wieder aufrichtet. Er selbst ist es, der Leben neu möglich macht und seine Friedensherrschaft aufrichtet, die in Zeit und Raum keine Grenzen kennt. Gott hat ein gutes Ziel und wird es auch erreichen. Und wir dürfen mitmachen!

Den Weg Jesu kann man ausprobieren. Man muss nicht die Katze im Sack kaufen:

 

„Wer von euch bereit ist, Gottes Willen zu tun, der wird erkennen, ob diese Worte von Gott kommen oder ob es meine eigenen Gedanken sind.“

(Neues Testament, Johannes-Evangelium 7,17)

 

„Wer meine Worte hört und danach handelt, der ist klug. Man kann ihn mit einem Mann vergleichen, der sein Haus auf felsigen Grund baut. Wenn ein Wolkenbruch niedergeht, das Hochwasser steigt und der Sturm am Haus rüttelt, wird es trotzdem nicht einstürzen, weil es auf Felsengrund gebaut ist.“

(Matthäus-Evangelium 7,24-25)

 

In den Worten Jesu steht eine Menge darüber, wie man richtig leben kann. Das kann man ausprobieren und seine Erfahrungen machen. Und man kann auch das Leben anderer Menschen beobachten und seine Schlüsse ziehen.

Für manchen klingt die gute Nachricht von Jesus leider nicht mehr so gut. Im Namen Jesu ist schon in der Vergangenheit viel Unrecht geschehen und auch heute wird sein Name vielfach missbraucht.Und so manch einer, der sich schon einmal für Jesus interessiert hat, hat das Interesse wieder verloren – viele verschiedene Gründe. Aufrufen zum Glauben wird oft misstraut (und oft zu Recht). – Wie kann jemand sich trauen, Gott noch einmal zur vertrauen, wenn es schon einmal nicht richtig geklappt hat?

Vertrauen braucht ein Fundament und ein Gegenüber. Es ist nur die Wirklichkeit Gottes selbst, die einen Menschen zum Glauben locken kann. Gott ist die Quelle des Lebens. Er allein ist absolut – all unser menschliches Denken und Tun ist immer relativ. Menschen können enttäuschen, lügen und missbrauchen.

Unsere Seele braucht einen Anker beim ewigen Gott. Wohl dem, der sein Leben fest macht in der Unendlichkeit. Absolutes Vertrauen ist nur gesund, wenn es Vertrauen in Gott ist. Alles andere Vertrauen ist damit automatisch immer eingeschränkt. Von Jesus sind die Worte überliefert: „Ihr könnt nicht gleichzeitig zwei verschiedenen Herren dienen!“

Manchmal wird die Botschaft von Jesus verkündigt als ein Denkgebäude aus heiligen Versen und theologischen Argumenten. Sich selbst, seinen eigenen Gefühlen und seinem Verstand soll man misstrauen, aber dafür auf die Worte eines Predigers hören, sich einer christlichen Tradition anschließen und ein Glaubensbekenntnis unterschreiben. Manchmal landen Menschen sogar in Sekten, und man mag staunen, dass manche ziemlich zufrieden dabei zu sein scheinen, sich sagen zu lassen, was sie zu denken und zu tun haben.

Vor langer Zeit schon hatten Propheten ein andere Vision:

 

„… das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der HERR: Ich werde mein Gesetz in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben. Und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein. Dann wird nicht mehr einer seinen Nächsten oder einer seinen Bruder lehren und sagen: Erkennt den HERRN! Denn sie alle werden mich erkennen von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten, spricht der HERR. Denn ich werde ihre Schuld vergeben und an ihre Sünde nicht mehr denken.“

(Altes Testament, Jeremia 31,33-34)

 

„Es kommt die Zeit, da werde ich meinen Geist ausgießen über alle Menschen. Eure Männer und Frauen werden dann zu Propheten; Alte und Junge haben Träume und Visionen. Sogar über die Knechte und Mägde werde ich zu jener Zeit meinen Geist ausgießen.“

(Joel 3,1-2)

 

„Denkt daran: Der Heilige Geist, mit dem Christus euch gesalbt hat, ist in euch und bleibt in euch. Deshalb seid ihr nicht darauf angewiesen, dass euch jemand belehrt. Nein, der Geist Gottes, mit dem ihr ausgerüstet seid, gibt euch über alles Aufschluss, und was er euch lehrt, ist wahr und keine Lüge. Darum bleibt in Christus, wie Gottes Geist es euch gelehrt hat!“

(1. Johannesbrief 2,27)

 

Kaum raus aus deinem Schneckenhaus! Lass dich ziehen und tragen von einer Kraft, die größer ist als du selbst!

[Eine neuere Überarbeitung des Artikels findet ihr hier.]

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UNHEIL ! UNHEIL !

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By Greg Lundeen [Public domain], via Wikimedia Commons

Der Löwe brüllt, ganz in der Nähe …
Wem fährt nicht der Schrecken in die Glieder?
Gott spricht.
Wer wird da nicht zum Propheten?

(Bie Bibel, Tanach / Altes Testament, Amos)

 

Dunkle Wolken ziehen auf,
die Sonne hat sich abgewendet.
Die Bewegung bewegt nicht mehr.
Das Leben hat seine Kraft verloren.

Nicht mit den sterilen Worten
von Wissenschaftlern und Bürokraten –
schickt jemanden, die Poeten und Sänger zu holen!
Ihr Schreiberlinge, schärft eure Stifte!

Schaut wieder den Leuten auf’s Maul!
Nicht verwalten,
sondern klopfen, rütteln, aufwecken,
mit Worten, die zuschlagen!

Hände zu Fäusten!
Kathedralen zu Schulen!
Konsumtempel zu Opferstätten!

Ich habe Hintergedanken,
ich will manipulieren,
Ich bin polemisch,
ich will missverstanden werden,
ich will aufschreien!

Wehe! Wehe!

Wehe den Reichen, Satten, Zufriedenen,
den Spaß-habern dieser Welt!
Wehe denen, die einfach so weiter machen!
Wehe denen, die lieber Totes berühren als Menschen!
Wehe den Komplizen des Unrechts!
Wehe denen, die Antworten haben!
Wehe dem Eindeutigen!

 

Ich bin gekommen ein Feuer anzuzünden.
Ich wünschte, es würde schon brennen.

(Jesus von Nazareth)

 

Der Wind weht, wo er will,
ein kleines, sanftes Säuseln …

Ob wir noch Frieden finden bei IHR …

WEIHNACHTEN – EIN ENTWURZELTES FEST

New Life
By The Cookiemonster [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)%5D, via Wikimedia Commons
Eine leere Packung. Tradition ohne Bedeutung. Hübsch eingepackt – aber nichts drin. Mogelpackung.

Was feiern wir nochmal?

Auch für die Menschen, die wirklich noch die Erzählung von der Geburt Jesu ernst nehmen und nicht nur das Baby niedlich finden, stellt sich die Frage, welchen Sinn das Feiern von etwas macht, was 2000 Jahre her ist? Mit welchen frommen, oder auch weniger frommen, Weihnachtstricks können wir diesem Spitzenprodukt christlicher Tradition wieder Bedeutung für das Leben der Menschen verschaffen? Und ist dieses Anliegen überhaupt sinnvoll? Gibt es vielleicht Wichtigeres zu tun?

Weihnachten ist kein jüdisches Fest und es war auch kein Feiertag der ersten Christen. Die Frage, ob Weihnachten überhaupt ein christliches Fest ist, kann man stellen. Und das in mehr als einer Hinsicht.

Wenn man in diesen Tagen um sich schaut, können einem bei dem Marktführer christlicher Feiertage schon Zweifel kommen: die umsatzstärkste Zeit des Jahres, ein Exzess unseres Wirtschaftssystems, Hochkonjunktur für die Müllabfuhr, und wir alle machen mit – alle Jahre wieder …

Aber inmitten aller Jingle Bells kann man auch noch eine leise Stimme hören –
für alle, die lauschen:

„Und ein Spross wird hervorgehen aus dem Stumpf Isais,
und ein Schössling aus seinen Wurzeln wird Frucht bringen.
Und auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN,
der Geist der Weisheit und des Verstandes,
der Geist des Rates und der Kraft,
der Geist der Erkenntnis und Furcht des HERRN“

(Jesaja 11,1-2)

Es ist ein Ros entsprungen
aus einer Wurzel zart,
wie uns die Alten sungen,
von Jesse kam die Art
und hat ein Blümlein bracht
mitten im kalten Winter,
wohl zu der halben Nacht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Es_ist_ein_Ros_entsprungen

Hat der Weihnachtsfrust und die enttäuschten Erwartungen auf familiäre Harmonie vielleicht auch etwas damit zu tun, dass wir den Mittelpunkt des Lebens verloren haben?

Gleichgewicht verloren. Sinn aus den Fugen geraten. Verirrte müssten sich wieder finden lassen …

Hoffnung. Licht in der Dunkelheit. Ein Gedenktag, der Orientierung geben kann. Gott wird Mensch. Majestät wird zum Kind. Großes ganz klein. Große Erwartungen nicht an uns selbst, unsere Familie und Verwandten oder an einen Feiertag, sondern große Erwartungen an den, der aus dem Senfkorn einen Baum wachsen lässt. Glaube, der Berge versetzt.

Auch heute noch suchen Menschen einen Ort der Ruhe und Sicherheit – wie Maria & Josef. Und auch heute noch sucht Jesus eine Welt, die er auf den Kopf stellen kann. Vielleicht kann der Advent Gottes in seine Welt noch einmal, diese Welt verzaubern. Vielleicht fängt es in deinem Leben an.