Wasser

 

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Nebel auf dem Ibar in Mitrovica, Kosovo, by AgronBeqiri (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

 

Wasser. Atmosphäre. Luftfeuchtigkeit, Nebel und Wasserdampf. Wolken. Regen. Schnee und Eis. Arktis. 5 Ozeane und mehr als 2 Drittel der Erdoberfläche. Zwischen 2 und 3 Viertel des menschlichen Körpers. Es gibt kaum einen Stoff, der größere Bedeutung für unser Leben hat. – Woher kommt dieser Saft des Lebens?

Am Anfang unserer Bibeln steht die Erzählung von der Erschaffung unseres Universums:

 

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde …

——-

(Allererster Vers unserer Bibeln bzw. des jüdischen Tanach: Bereschith / Genesis / 1.Buch Mose, 1. Kapitel, Vers 1)

 

Auffällt beim genauen Lesen, dass der Anfang unserer Bibeln erstaunlicherweise nicht erklärt, wo das Wasser herkommt. Es ist einfach gegeben. Allgegenwärtig, und fast übermächtig und bedrohlich. Gott selbst ist es dann, der einen Hohlraum im Wasser schafft und dem Wasser befiehlt sich im Meer zurückzuziehen, so dass trockenes Land zum Vorschein kommen kann.

Für den Anfang der Bibel gilt dasselbe, das man auch über den Rest der Bibel sagen muss: Die Bibel wurde nicht direkt für uns geschrieben. Die biblischen Texte entstanden in einer Zeit, in der der Glaube an viele Götter selbstverständlich war. Polytheismus war so selbstverständlich, wie heute bei uns Atheismus oder Agnostizismus. Wenn wir diese alten Texte lesen, müssen wir – um sie richtig zu verstehen – versuchen, sie zu lesen, wie ein antiker Mensch sie gelesen hat. (Keine leichte Aufgabe.)

 

In vielen Religionen des Altertums wurden Gewässer allgemein und vor allem Quellen, als Heiligtum verehrt.

(Wikipedia)

 

In der Mesopotamischen Religion war das Meer, wie vieles andere auch, eine Gottheit. Der jüdische Glaube hingegen ist strickt monotheistisch. Es gibt keine Konkurrenz zu dem einen Gott, der alles umfasst und ordnet. Das harmonische Bild seiner Schöpfung wird nur ein bisschen gestört durch das Tohuwabohu auf der Erde in Vers 2:

 

Und die Erde war wüst und leer (Tohuwabohu), und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser.

——-

(Bereschith / Genesis / 1.Buch Mose, 1. Kapitel, Vers 2)

 

Es wird aber alles gut – beziehungsweise sehr gut. Nachdem Gott mit der Erschaffung des Menschen seine Schöpfung vollendet hat, ist alles sehr gut (Vers 31). Eine Störung im Paradies tritt dann erst im 3. Kapitel auf, durch die Schlange und den Menschen, Verführung und Vertreibung.

In diesen Erzählungen Argumente für die Debatte „Schöpfung oder Evolution“ zu suchen, erscheint mir, als ein ziemlich schiefer Blick auf diese Texte. Kaum vorstellbar, dass diese Frage die Leser damals bewegt hat. Schon die gelegentliche Bezeichnung „Schöpfungsbericht“ ist irreführend, da man die Erzählung wohl kaum als einen Bericht im modernen Sinn verstehen kann.

Offenbar bestand auch kein „naturwissenschaftliches“ Interesse des Textes zu klären, wo denn das Wasser herkommt. Erstaunlich, angesichts der überwältigen Bedeutung des Wassers, damals und heute. – Aber das Wasser ist einfach nur so da.

Die biblischen Texte sind nicht geschrieben worden, um moderne Neugier zu befriedigen. Es sind Texte, die von dem einen Gott erzählen, von dem alles herkommt und zu dem alles hingeht. Der alles umfasst und der den Durst unserer Seele stillt:

 

»Wer Durst hat, soll zu mir kommen und trinken! Wenn jemand an mich glaubt, werden aus seinem Inneren, wie es in der Schrift heißt, Ströme von lebendigem Wasser fließen.« Er sagte das im Hinblick auf den Geist, den die empfangen sollten, die an Jesus glaubten.
——-
(Jesus im Neues Testament, Johannes-Evangelium 7,38)

 

[Dies ist die Überarbeitung eines älteren Posts. Den älteren Post mit Kommentaren findet ihr hier.]

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Ein Kommentar zu „Wasser

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