Die Bibel ist NICHT Gottes Wort!

 

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Die erste vollständige Bibelübersetzung von Martin Luther 1534, Druck Hans Lufft in Wittenberg, Titelholzschnitt von Meister MS. Foto von Torsten Schleese (Selbstfotografiert im Lutherhaus Wittenberg), via Wikimedia Commons – Public domain

 

„Die Bibel ist  NICHT  Gottes Wort!“

Dies wird in der Christenheit nicht deutlich genug gemacht. – Es gibt leider auch viele Christen, die dem sogar energisch widersprechen würden. – Deswegen möchte ich dies in diesem Artikel so deutlich wie möglich machen.

Mir geht es dabei um all die Menschen, die sich schon für die Bibel interessieren, und auch jene, welche vielleicht in der Zukunft zur Bibel greifen werden, weil sie Gott suchen und Antworten auf drängende Fragen ihres Lebens haben möchten.

Die biblischen Texte könnten für uns so viel wertvoller sein, wenn wir besser mit ihnen umgingen…

 

Gott ist kein Schriftsteller

 

Die Aussage

die Bibel ist das Wort Gottes“

ist

unbiblisch,

unchristlich

ungeistlich

und frech.

 

 

1. Die Aussage „die Bibel ist das Wort Gottes“ ist  unbiblisch !

Diese Tatsache ist so offensichtlich, dass es schon fast peinlich ist, überhaupt darüber zu reden. Da manche Christen in diesem Zusammenhang allerdings sogar von einem „Selbstzeugnis“ der Bibel sprechen, ist es leider wirklich nötig, ausdrücklich darauf hinzuweisen.

Der letzte der biblischen Texte wurde um das Jahr 100 verfasst. Bibeln wurden aber erst ab dem 4. Jahrhundert hergestellt. Demzufolge kann die Aussage „die Bibel ist das Wort Gottes“ in keinem der biblischen Texte zu finden sein, da es Bibeln zur Zeit des Abfassens noch gar nicht gab. Die Aussage ist somit unbiblisch.

 

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Eine Seite des Codex Sinaiticus, eine der bedeutendsten Bibel-Ausgaben aus dem 4. Jahrhundert; via Wikimedia Commons – Public domain

 

2. Die Aussage „die Bibel ist das Wort Gottes“ ist  unchristlich !

Das stimmt allerdings nicht ganz bzw. muss näher erklärt werden.

Da viele Christen behaupten, dass die Bibel das Wort Gottes ist, könnte man auch sagen, es wäre somit im weiteren Sinn „eine christliche Aussage“. Die Christen der ersten Jahrhunderte konnten allerdings gar nicht behaupten, dass die Bibel das Wort Gottes ist, da es unseren Begriff „Bibel“ (bzw. die entsprechenden Begriffe in anderen Sprachen) noch überhaupt nicht gab. Wenn man also auf die Anfänge des Christentums schaut, stellt man fest, dass die Aussage „die Bibel ist Gottes Wort“ damals keine christliche Aussage war und auch nicht sein konnte.

Die ersten Christen erlebten die Offenbarung Gottes auch nicht nur in einem Buch. Im Menschen Jesus aus Nazareth und im Heiligen Geist war Gott selbst zu ihnen gekommen, und Gott sprach nun zu ihnen z.B. auch durch die christliche Schwester und den christlichen Bruder, und er lehrte vor allem den einzelnen Gläubigen in seinem Herzen durch den Heiligen Geist.

 

„Doch der Heilige Geist, den euch Christus gegeben hat, er bleibt in euch. Deshalb braucht ihr keine anderen Lehrer, der Heilige Geist selbst ist in allen Fragen euer Lehrer. Was er euch sagt, ist wahr und ohne Lüge…“

.
(Erster Brief von Johannes, 2. Kapitel, Vers 27 – Bibel, Neues Testament)

 

Dies führt uns gleich zu dem nächsten Punkt…

 

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Die Taube des Heiligen Geistes von Bernini (Rom, Vatikan, Petersdom); Foto von Dnalor 01 via Wikimedia Commons – CC BY-SA 3.0 at (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/at/deed.en)

 

3. Die Aussage „die Bibel ist das Wort Gottes“ ist  ungeistlich !

Die Jesus-Bewegung war eine „spirituelle Bewegung“. Zum frühen Christentum gehörte wesentlich die Gegenwart und die Wirkungen des Heiligen Geistes. Dies sieht man besonders in der Bekehrung  und im Wirken von Paulus. Das Wesen der Frömmigkeit hatte sich geändert: Weg vom Leben nach Texten, und hin zu einem innigen Leben in der Gegenwart des Heiligen Geistes.

 

„… der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.“

.
(Paulus im zweiten Brief an die Christen in Korinth 3,6 – Neues Testament)
.

„… Wenn ihr aber mit der Kraft des Geistes euer selbstsüchtiges Verhalten tötet, werdet ihr leben. Alle, die sich von Gottes Geist regieren lassen, sind Kinder Gottes.“

.
(Paulus im Brief an die Christen in Rom 8,13-14 – Neues Testament)

 

Die Bibel-Ideologie und Bibel-Frömmigkeit, welche sich in der Kirchengeschichte entwickelt haben, sind ein Rückschritt. Anstatt einem Leben im Geist Gottes zu vertrauen, klammert man sich wieder an heilige Texte.

Das Ganze ist auch eine Machtfrage in den religiösen Systemen der Christenheit:

Über Texte kann man verfügen (Bibelzitate, Dogmen, Bibel-Ausleger,…) – über den Heiligen Geist nicht!

 

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Fruchttaube, Foto von Lip Kee Yap [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)%5D, via Wikimedia Commons

 

4. Die Aussage „die Bibel ist das Wort Gottes“ ist  frech !

Viele biblischen Texte nehmen für sich überhaupt nicht in Anspruch „Wort Gottes“ oder besonders „inspiriert“ zu sein.

Das Lukas-Evangelium ist dafür ein gutes Beispiel. Im Unterschied zu den anderen Evangelien, macht der Verfasser hier wenigstens Angaben über die Umstände der Entstehung des Textes. Er nimmt dabei allerdings gar nicht in Anspruch, irgendwie göttlich inspiriert worden zu sein. Im Gegenteil! Er schreibt, er habe gründlich recherchiert (Lukas 1,3).

Dennoch zu behaupten, die biblischen Texte sein „Gottes Wort“ ist frech, denn man geht damit – aus welchen Gründen auch immer – eindeutig über das hinaus, was viele der biblischen Texte für sich selbst in Anspruch nehmen.

Und es ist vor allem frech, weil man damit auch etwas über Gott sagt, was er selbst gar nicht gesagt hat.

 

„Es sollten sich nicht so viele in der Gemeinde um die Aufgabe drängen, andere im Glauben zu unterweisen. Denn ihr wisst ja: Wir, die andere lehren, werden von Gott einmal nach besonders strengen Maßstäben beurteilt.“

.
(Jakobusbrief 3,1 – Neues Testament)

 

Warum nehmen wir die biblischen Texte nicht einfach so, wie sie sind?

Wir wären überrascht, welche Wirkung sie entfalten können, wenn man sie von den Ketten von Bibel-Ideologie und menschlicher Instrumentalisierung befreit. – Ein Buch des Lebens…

 

37 Kommentare zu „Die Bibel ist NICHT Gottes Wort!

  1. Wenn für Sie die Bibel nicht Gottes Wort ist, was dann? Für mich ist sie es – hier besonders in der Urfassung, die wir rekonstruieren können. Ich rede hier nicht vorn den vielen Übersetzungen. Wenn wir die Bibel nicht als Gottes Wort anerkennen, dann befänden wir im undefinierten Raum ohne Bezug und öffneten damit jeder Irrlehre Tür und Tor. Aber das wollen Sie ja vielleicht …

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    1. Übrigens wissen wir nicht, ob wir die Urfassung schon rekonstruiert haben. Ich kenne auch keinen Theologen, welcher sich mit dem Thema auskennt, der das behaupten würde. Es sieht eher so aus, insbesondere was das AT betrifft, dass dies gar nicht möglich ist, weil es Überarbeitungen des Stoffes gab und unterschiedliche Traditionslinien (siehe z.B. „Samaritanischer Pentateuch“).

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      1. Die griechischen Schriften stimmen ca. zu 95% überein, so dass es ca. 5% Abweichungen gibt, von denen nicht alle sinnrelevant sind.

        Zudem zeigt uns die Schrift Dinge, die erst in der Zukunft liegen oder die sich gerade vor unseren Augen erfüllen. Wer konnte sich z.B. 1450 vorstellen, dass es tatsächlich mal ein weltweites Kontrollsystem basierend auf einer Zahl 666 geben könnte und dennoch steht es so in der von Gutenberg um das Jahr 1452 gedruckten Bibel. Warum?

        Im griechischen Text steht z.B. auch, dass Jesus am „(Tag) eins der Sabbate“ auferstand (mia twn sabbatwn). Und so wurde es auch in der Vulgata, bei Mentelin und bei Luther übersetzt. Im Jahr 2000 kam die Jubilee 2000 Übersetzung, die diese Stellen wieder richtig übersetzt.

        Luther konnte den Kollos RKK nur anhand der Schrift überwinden. Die RKK hatte eine eigene Theologie abseits der Schrift entwickelt und damit viele „Gläubige“ aufs schlimmste unterdrück (z.B. Inquisition).

        Religion ist immer abseits der Wahrheit. Die Informationen der Wahrheit können wir nur der Schrift entnehmen – daneben starten dann die vielen Interpretationen. Aber es werden Himmel und Erde vergehen, nicht aber ein Tüttelchen von Gottes Wort. Gottes Wort hat alles in Existenz gesprochen: „Es werde Licht und es ward Licht.“ Welcher Mensch kann das von sich behaupten?

        SEIN Wort hält das ganze Universum zusammen, es ist die DNA unserer Existenz: Joh 1,1: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. 2 Dieses war im Anfang bei Gott. 3 Alles ward durch dasselbe, und ohne dasselbe ward auch nicht eines, das geworden ist. 4 In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.“

        Ich kenne keinen Text in der menschlichen Literatur, der einen solch hohen Anspruch erhebt und der so ernst genommen wurde, wie der biblische Text.

        Und dann wurde dieses Wort Fleisch in Jesus dem Messias:

        Joh 1,14: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte (zeltete) unter uns und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit;“

        Wer das leugnet zieht den Stecker in seinem Leben und trennt sich selbst von der Kraft Gottes, die jenseits aller menschlicher Institutionen wohnt. Denn ER sitzt nun auf dem Thron im Himmel und SEIN Wille geschehe, wie im Himmel soooooooooooooooooooooooooooo auf Erden. Und woher erhalten wir die Informationen über den Himmel ?????????

        Diese Frage muss sich ein jeder selbst beantworten: Suchet so werdet ihr finden!

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      2. Stimmt Christian,
        die Propheten von … bis Johannes haben den verwendeten Passus, wie z.B. „So hat der Herr gesprochen“ oder „Dem Engel der Gemeinde zu Ephesus schreibe: Das sagt, der da hält …“
        sich nur aus den Fingern gesogen, die folgenden Aussagen haben keinerlei göttlich Aussage und fußen ergo nur auf dem frommen Wunsch und dem Hochmut der Schreiber.
        Die getägtigten Aussagen stehen in keinerlei Kontext mit den anderen Worten der Bibel, welche wo beginnt und welche „lustigerweise“ auch noch nicht zu Ende sind.

        Weißt du, lieber Christian, es wäre übergriffig und auch hochmütig, wenn ich dir hier jetzt etwas empfehlen würde oder gar ein Resumée zu ziehen.
        Selbst eine Einladung hätte didaktisch-rhetorisch betrachtet meist nur gegenteilige Wirkung.
        So kannst du meine Worte vielleicht ansatzweise als Spiegel nehmen,
        was du daraus machst ….

        Doch wenn du hier im Blog öffentlich schreibst und dir Ansichten, Perspektiven, Gedanken usw. geschenkt werden, die irgendwie nicht deiner derzeitigen Auffassung entsprechen, sollten sie vielleicht ein Aperetif, ein kleiner Anstoß sein, da auch „mal rein zu gehen“.
        Wir, als deine Leser tun es ja genau so – in der Hoffnung und auch mit dem Wunsch, gemeinsam etwas „neues“ zu erkennen oder teilzuhaben an dem Wissen des Anderen.

        Erlaube auch, daß ich hier anmerke, daß diese Titulierungen, dieses in die „Schublade stecken“, das Postulieren von Annahmen, daß derjenige so oder so tickt, dieser oder jener „Philosophie“ angehört, wie auch in diesem Kommentarstrang zu sehen ist,
        ebenfalls kontraproduktiv ist für einen produktiven Austausch, für ein gemeinsames „Dazu-Lernen“ und Erkennen.

        Verzeih die offenen Worte,
        doch diese lagen mir grundsätzlich auf dem Herzen.

        Alles Liebe,
        Raffa.

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      3. Ich bezweifle nicht, dass Gott durch biblische Texte geredet hat und auch noch redet. Aber sie deshalb komplett als Gottes Wort an alle Menschen aller Sprachen aller Zeiten und Kulturen einzustufen ist falsch. Es führt dazu, dass Menschen, welche ursprünglich gar nicht gemeint waren, Worte von antiken Menschen an antike Menschen auf sich beziehen und meinen Gott redet jetzt zu ihnen.

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      4. Werter Christian,
        laß mich bitte teilhaben an dem Wissen, den Quellen und der wohl folgenden Erkenntnis,
        daß das Wort Gottes nicht an alle Menschen gerichtet sein kann.

        Ich bin kein Freund von einer Bibelvers-Battle, doch wenn du da NT liest, findet sich reich bezüglich einer weltweiten Verkündigung des Evangeliums.

        Gleich wohl habe ich nichts gegen den „Relativismus“ und auch nicht gegen die Transferleistungen in der Bibel zu schauen, wer da was für wen geschrieben hat – das ist definitiv sehr hilf- und doch auch sehr lehrreich.

        Die Bibel, beginnend von 1. Mose bis hin zur Offenbarung ist gespickt mit Paralleismen, welche auch und offensichtlich in unsere Zeit reichen.
        So war es vor gut 180 Jahren Konsens, wie weit das Buch Daniel reicht. Bitte jetzt nicht abschwenken auf das, was da Menschen daraus gemacht haben.
        Wenn man jedoch die Offenbarung folgend dazu nimmt kann man vieles erkennen, was die alten Reformatoren auch schon erkannt haben (und nur neben bei, wofür sie brannten, gefoltert und getötet wurden — als christliche Reaktion einer anderen Organisation).
        Klar, und um ansatzweise sicher zu gehen, können wir fix nur in der Rückbetrachtung die Dinge aufrollen – so hat die Offenbarung noch reichlich, was ganz frisch ist und auch noch „etwas“, was da kommen wird.
        Nimm dir doch nur die Sendschreiben ab Kapitel 2 ff, die klar an die 7 Gemeinden in Kleinasien gerichtet waren, welche jedoch ein wunderbarer Spiegel gerade jetzt, in der „Neuzeit“ sind und auch dermaßen treffend.
        Selbst wenn man das nicht so sehen mag, darf und kann man aus der Vergangenheit lernen, nicht nur, um einen schon einmal begangen Fehler zu wiederholen. Finden sich doch auch aktuell unverdächtige atheistische Autoren, die in eben gleiches Horn stoßen.

        Erlaube zum Schluß eine freche Conclusio meinerseits, nämlich meine Befürchtung, daß die Menschen in der Antike dann doch um einiges „schlauer“ waren, als die vielen „Exemplare“, welche uns derzeit begleiten.

        Alles Liebe,
        Raffa.

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      5. Die Wirkung von Sprache ist immer kontextabhängig. Der situative und kulturelle Zusammenhang der biblischen Texte war damals ein anderer als heute beim modernen Leser. Dies ist ein Grund weshalb Bibelübersetzungen so schwierig sind. Hinzu kommen Übersetzungstraditionen, liturgische Interessen… – Die biblischen Texte können heute im Allgemeinen nicht genau so wirken wie vor 2000 Jahren, weil unsere Welt eine andere ist.

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      6. Hmm, wieder ein Blick aus dem 21. Jahrhundert, dem besonders aufgeklärten.
        Dreiste Gegenfrage: Warum hat Jesus Christus oft genug in Bildern und Gleichnissen gesprochen.
        Hat sich das menschliche Verhalten seit Adam und Eva, die Handlungsmuster so grundsätzlich geändert? Hat Salomo nicht diesbezüglich, fast zur „Halbzeit“ passende Worte gefunden, welche uns heute noch weiterbringen und helfen.
        Wie gerne wurde von den Philosophen der Aufklärung gerade bei Salomo „geklaut“?!
        Es mögen über die Problematiken bei der Übersetzungen kleine Baustellen aufkommen (wo sich seltsamerweise Theologen/Pharisäer daran hochziehen und unsinnigerweise für Spaltung und mehr sorgen), jedoch ist ein klarer Roter Faden erkenn- und heraus.lesbar. Die Bibel ist so harmonisch und auch und immer noch zielgerichtet, so daß es auch für einfache Menschen erleb- und erkennbar ist. Nur die Theologen/Pharisäer sorgen für eine nicht erforderliche Kompliziertheit.

        Und eine Bitte zum Schluß – ist unsere Welt wirklich eine andere — nur weil wir hochmoderne Räppelchen haben? Oder sind es immer noch die gleichen/ähnlichen Verhaltens- und Beziehungsmuster in der Tiefe …

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      7. In der postmodernen Zeit „unsere Tage“ fällt mir immer zu dieses Damokles-Schwert als Frage zu:
        Über Eindimensionlität und weiteres senken der Standards
        oder über Konsequenz in der Nachfolge „zum Ziel“?
        Nehme ich passend die Bibel zur Hand, springt mir diesbezüglich „Laodicea“ in den Sinn,
        samt der weiteren klaren Worte dessen, den du „knorke“ findest.

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  2. Ergo ist die Bibel dann rein menschlich! – Darf das dann so postuliert werden, werter Christian?

    Hm, gehe ich nur als geschichts-interessierter Literaturwissenschaftler an das „menschliche Werk“ und konsultiere anbei noch einen Mathematiker, Empiriker, einen Zufalls-Forscher und lasse die Paralletäten, den Aufbau, den roten Faden, die verwandten Bilder, den aufbauenden Erzählstrang, die Prophetien erfassen und berechnen … bei den 66ß Büchern, den ca. 40 Autoren vom plumpen Fischer bis hin zum König oder hin zum ehemaligen theologischen Shooting-Star seiner Zeit, nehme noch die 1600 Jahre der Erstellung der „Schriftrollen“, dann kann die HKM doch glatt, mathematisch, wie empirisch einpacken.

    Erlauben wir uns, zu ungunsten der Bibel, mal anzunehmen,
    daß nur 10 schriftbewanderte Menschen aus nur,
    sagen wir mal 20 Jahren Zeitspanne,
    aus nur 5 wissenschaftlichen Disziplinen
    eine „wissenschaftliche Arbeit“
    zu nur einem Thema zu schreiben — nehmen wir mal an, was da heraus kommt,
    an harmonischer, ineinander greifender Information,
    welche eine eindeutige „Richtung“, ein Ziel beschreibt …

    Ich staune immer noch als „ehemaliger Akademiker und Atheist“, auch oder gerade wegen der vorgenannten Aspekte (des oberen Teils meiner Antwort),
    über diese außerordentliche Tiefe … – auch wenn ich nach jetzt knapp 2 Jahren Studium nicht alles verstehe, akzeptiere – gerade mit dem Blick, meinem persönlichen, aus unserer Kultur und Konditionierung aus dem 21. Jahrhundert.
    Da bedarf es eben reichlich an Transfer-Leistungen, was vielleicht auch die eine oder andere „Irritation“ angeht.

    So sehe ich auch als „Quer-Einsteiger“ und Gott-sei-Dank frei von den Lehren der theologischen, wie modernen „Elfenbein-Türmen“ diese neumodischen Mechanismen, die künstlich aufgeschütteten Gräben der „akademischen Theologen“, welche zum Einen Zweifel und Trennung streuen,
    zum Anderen von der „Kern-Aussage“ der Bibel ablenken oder gar noch davon wegführen. Der Hauch dieser halbwegs neuen Organisation ist auch bei den Evagelen und Protestanten, auch oder wegen der Distanz klar zu erkennen.
    Wie man hört „ist der Protest ja vorbei“.

    Manchmal überkommt mich meine Konsequenz, erworben als atheistischer Unternehmer in dieser mehr als weltlichen Welt, daß ich von den modernen Theologen eigentlich erwarte, daß sie ihre „Branche“ und den „Firmennamen“ doch bitte schön umbenennen, weil sie nicht nur von ihrem Ursprung weit entfernt sind, sondern sozusagen im „Franchise“ der „anderen Seite“ agieren.

    Doch was kann aus dem „geistigen Nazareth“ nur Gutes kommen, von einem der nur 2 Jahre in der Bibel geblättert hat …

    Halt dich wacker, studiere weiter fleißig, tief und unbeeinflußt das „Wort“
    (ich hoffe, daß war jetzt nicht zu übergriffend),
    möge der Friede, der Geist und die Erkenntnis des Herrn,
    Jesus Christus, mit uns sein.

    Alles Liebe,
    Raffa.

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      1. Stimmt Christian,
        die Insel.Pfaffen, der gute Jan aus Prag, Doktor Martin, der Zwingli etc. werden gerade alle wieder zurückgestutzt von der Organisation, die seit 1600 Jahren round-a-bound (;-), den Laden eben nicht im Sinne des „Erfinders“ zusammenhält und sich jetzt noch der Welt-frieden der Religionen mit dem Touch der Nikolaiten – nee, paßt schon …
        Hmm, warum fällt mir nur die Berg-Predigt ein? und die Wirkung auf die Alt-Israeliten?? Wo dann, wohl wegen der hier genannten Konsequenzen (Schwarz-weiß), selbst die „Apostel“ gefragt wurden, ob sie denn noch dabei sind (;-).
        Liegt wohl eher an mir, daß ich den post-modernen „Toleranz-Begriff“ samt Neu-Sprech-Definition nicht für so ganz griffig ansehe – zwar schön modern, mit Chi-Chi (;-), doch wie weit wird das tragen?
        Gibt es Beispiele in der Geschichte des Christentums?

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      2. Ich bleibe dabei, die Bibel ist Gottes Wort und die RKK konnte dem nicht widerstehen. Gott sei Dank – keine Inquisition mehr! Nun versucht die Gegenreformation das „sola scriptura“ aufzuweichen und „nützliche Idioten“ helfen ihr noch dabei.

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      3. Christian,
        ich spring mit meiner Antwort mal hier in den Kommentar-Strang.

        Warüber tauschen wir uns gerade aus? Hatten wir einen Anknüpfungspunkt mit der Entwicklung der „Lehre“ und deren Auslegung, mit dem Verlassen der „Relevanz“ der Bibel (als Wort Gottes)?
        … und eben der Geschichte des Christentums?
        Beispiele für ein neutral formuliert „Entfernen und Neu-Auslegen“ finden sich doch schon bei Paulus an etlichen Stellen seiner Briefe und ich hatte als Stichwort die Nikolaiten aufgeführt.
        So gehe ich doch recht in der Annahme, daß du als „evangelisch konditionierter“ Gläubiger (oder habe ich da schlampig bei dir auf dem Blog gelesen?) schon allein über die Aussagen der Reformatoren, ein Wissen und Zugriff haben kannst, wo den die Bibel/das Wort schon verdreht und gar geändert wurde …
        So ich von falschen Annahmen und Voraussetzungen ausgehe, sei so gut und laß es mich wissen, korrigiere mich, ich bin grundsätzlich mit offenen Ohren unterwegs und lernfähig.

        Lieben dank für deine hoffentlich folgenden aufklärenden Worte, für deine „sachdienlichen Hinweise“.

        Alles Liebe,
        Raffa.

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      4. Ich verstehe mich in erster Linie nicht als evangelisch (obwohl ich Mitglied der EKBO bin), sondern als jemand, der versucht von Jesus zu lernen. Ich schätze an der ev. Kirche besonders die Freiheit im Denken. – Ich bin kein Experte für Kirchengeschichte der Reformationszeit, aber mein Eindruck ist, dass die Protestanten die biblischen Texte instrumentalisiert haben, um sich von der katholischen Übermacht zu befreien. Luthers Position z.B. ist differenzierter als „sola scriptura“ und meiner Meinung nach auch problematisch.

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      5. Na klar ist Luther problematisch,
        wie jeder Mensch, auch meine Wenigkeit, sind wir nicht 100% …
        Hmm, „instrumentalisieren“ …
        das machen Menschen gerne, bleibt jedoch die Frage, wer hat da vielleicht vorher instrumentalisiert — und welche Früchte hat es getragen ???, wo dann auch die Reformation, nahezu folgerichtig „heraus gekommen ist“.
        Andere Frage, die hier und im Kontext erlaubt sein darf: Was machen wir den mit einer Übermacht, gerade wenn sie so rigeros und vor allem christlich daher kommt? und in keinsterweise im Sinne eines Jesus Christus, oder liege ich da jetzt ganz falsch, wenn ich den Heiland jetzt hier auf´s Tapez bringe??
        Na, und wo kommt dann die von dir zitierte Freiheit im Denken her – aus welchem Konflikt?
        Es könnte von daher ansatzweise von Vorteil sein, die Wurzeln etwas mehr auf dem Schirm zu haben – auch wenn ich mich mit diesem Satz etwas übergriffig aus dem Fenster lehne.

        Lieben Dank für deine Worte,
        Raffa.

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      6. Keine Frage, wie ich schon schrieb, wer ist schon 100%. Ich bin mir mitunter meiner Fehler, Charakterschwächen und Fehlleistungen bewußt, oder auch nicht.
        Wollen wir hier jetzt die Opferzahlen gegen rechnen?? – was hilft das???
        Dann kann man auch den tollen Humanismus der Neuzeit nehmen, die tollen menschlichen Ideologien, ebenfalls anfangen zu rechnen …
        Mir reicht es jedoch schon, daß sich die Menschen hinter den Fahnen einfinden, um im Namen des Humanismuses tollere, wie technisch viesierte Tötungs- und Foltermethoden ersinnen.

        Doch das lenkt doch jetzt vom Ursprung, vom Topic ab, oder Christian.
        Actio bringt halt immer (noch) Reactio –
        und wenn das Pendel bei Menschen ausschlägt, geht es doch oft zu weit.

        Hmm, finden wir das Regulativ vielleicht doch in den Worten der Bibel ??

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      1. Ich bin übrigens Architekt von Beruf. Ohne Fundamente geht beim Bauen gar nichts – denn die Zulassung der Siemens-Lufthaken ist seit langem abgelaufen. 🙂

        Die Leugner von Gottes Wort sind übrigens genauso nervig 😦

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      2. Wenn du Theologe von Beruf wärst, hätte dein Wort in dieser Angelegenheit mehr Gewicht 😉 Dein starkes Bedürfnis nach einem heiligen Buch sagt eine Menge aus über die Qualität deiner Frömmigkeit 😦

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      3. Sehr geehrter Herr Schmill, es geht ja nicht um mein Gewicht, oder das Gewicht eines Theologen (die schon viel gelogen haben), sondern um das Gewicht Gottes und Seines Wortes, dem Sie den Respekt verweigern. Die Bibel fordert von Anbeginn „sola scritura“ (steht in der Bibel). Von Anbeginn ist die Schrift das Wort, das Heiligen Personen durch den heiligen Geist eingegeben wurde, so dass uns sogar Zukünftiges nicht verborgen ist (ich hatte oben schon etwas zu 666 gesagt). Gott ist also der Autor und hat auch das Urheberrecht. Es definiert Seinen Willen im Himmel (Testament / Bund) und es ist gut und heilsam Seinem Willen zu folgen: „Dein Wille geschehe“.

        Die Schrift ist laut Bibel nützlich:

        2. Tim 3,16: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nütze zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, 17 auf daß der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werke völlig geschickt.“

        Die RKK wurde mit Gewaltanwendung und Lüge so mächtig und Luther trat gegen den Ablass auf, einer Lehre, die unbiblisch war. Er konnte dies anhand der Schrift belegen. So ist auch Ihre Lehre unbiblisch. Was nicht Ihrer Meinung folgt, verunglimpfen Sie als „Fundamentalismus“ – warum nur? Sie werden Ihr Inneres besser kennen als ich und das ist auch gut so …

        Schalom

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      4. Die Art und Weise wie Sie argumentieren ist genau das, was mit Fundamentalismus gemeint ist. Was Sie behaupten ist objektiv falsch, aber Sie sind für einen rationalen Austausch nicht offen, sondern bekräftigen einfach ihren Standpunkt, welcher den biblischen Texten selbst widerspricht. Das ist Fundamentalismus. 😦

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      5. Fundamentalismus ist auf einem Fundament aufzubauen, das nicht von Menschen sondern von Gott gelegt wurde in Jesus Christus:

        „Es ist kein anderer Grund als der gelegt ist, Jesus Christus“

        Das sind nicht meine Worte. Es ist daher völlig irrelevant wer oder was Herr Schmill oder ich bin. Hier geht es doch darum was Gottes gewichtiges Wort uns wert ist oder auch nicht.

        Hier zum Gegenangriff überzugehen ist die Reaktion der Gegenreformation, die am Ende in der Inquisition endete. Die Lösung liegt in der Demut gegenüber Gottes Wort:

        „Es ist Dir gesagt oh Mensch was gut ist und was der Herr von Dir verlangt, Gottes Wort halten, Liebe üben und demütig sein vor Deinem Gott.“

        Wenn ich Gottes Wort halten soll, dann muss mir Gott doch auch zeigen, was SEIN Wort ist, und das ist Jesus Christuns, der Weg und die Wahrheit und das Leben, denn niemend kommt zum Vater als allein durch Ihn. Einen anderen Weg gibt es also nicht.

        Will jemand einen anderen Weg gehen, dann gehe er ihn wohin er denn auch immer führt. Aber schmal ist der Weg, der zum ewigen Leben führt und es sind wenige die ihn finden …

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  3. Hier ein paar fundamentalistische Sprüche für Bauleute aus der Bibel:

    Lk 6, 48: „Er ist einem Menschen gleich, der ein Haus baute, welcher grub und vertiefte und den Grund auf den Felsen legte; als aber eine Flut kam, schlug der Strom an jenes Haus und vermochte es nicht zu erschüttern, denn es war auf den Felsen gegründet. 49 Der aber gehört und nicht getan hat, ist einem Menschen gleich, der ein Haus auf die Erde baute ohne Grundlage, an welches der Strom schlug, und alsbald fiel es, und der Sturz jenes Hauses war groß“

    Lk 14, 28: „Denn wer unter euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuvor nieder und berechnet die Kosten, ob er das Nötige zur Ausführung habe? 29 auf daß nicht etwa, wenn er den Grund gelegt hat und nicht zu vollenden vermag, alle, die es sehen, anfangen ihn zu verspotten 30 und sagen: Dieser Mensch hat angefangen zu bauen und vermochte nicht zu vollenden.“

    Eph 2, 20: „… aufgebaut auf die Grundlage der Apostel und Propheten, indem Jesus Christus selbst Eckstein ist, 21 in welchem der ganze Bau, wohl zusammengefügt, wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn, 22 in welchem auch ihr mitaufgebaut werdet zu einer Behausung Gottes im Geiste.“

    1. Kor 3, 10-15: „Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf; ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut. 11 Denn einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. 12 Wenn aber jemand auf diesen Grund baut Gold, Silber, köstliche Steine, Holz, Heu, Stroh, 13 so wird das Werk eines jeden offenbar werden, denn der Tag wird es klar machen, weil er in Feuer geoffenbart wird; und welcherlei das Werk eines jeden ist, wird das Feuer bewähren. 14 Wenn das Werk jemandes bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen; 15 wenn das Werk jemandes verbrennen wird, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer: “

    Heb 11, 9 „Durch Glauben hielt er sich auf in dem Lande der Verheißung, wie in einem fremden, und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung; 10 denn er erwartete die Stadt, welche Grundlagen hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.“

    Off 21, 14 „Und die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundlagen, und auf denselben zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.“

    Off 21, 19 „Die Grundlagen der Mauer der Stadt waren geschmückt mit jedem Edelstein: die erste Grundlage, Jaspis; die zweite Saphir; die dritte Chalcedon; die vierte, Smaragd; 20 die fünfte, Sardonix; die sechste, Sardis; die siebte, Chrysolith; die achte, Beryll; die neunte, Topas; die zehnte, Chrysopras; die elfte, Hyacinth; die zwölfte, Amethyst. 21 Und die zwölf Tore waren zwölf Perlen, je eines *n10 der Tore war aus einer Perle, und die Straße der Stadt reines Gold, wie durchsichtiges Glas. 22 Und ich sah keinen Tempel in ihr, denn der Herr, Gott, der Allmächtige, ist ihr Tempel, und das Lamm.“

    Das Wort „Grund“ bedeutet dabei der „Baugrund“ (z.B. Sand oder Fels), während „Grundlage“ das erste ist, was ein Baumeister auf diesen Baugrund errichtet, sei es das Fundament oder die erste Lage der Mauersteine, die den ganzen Bau ausrichten. Dabei ist Jesus aber immer noch der Eckstein und später auch der Schlussstein, wenn der ganze Bau vollendet ist. Ohne Plan (Bibel) und Fundament (Jesus) geht es also nicht, wie im richtigen Leben 🙂

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