Hossa Talk #117 mit Faix & Künkler: Generation Lobpreis

 

Ich bin immer ein bisschen skeptisch, was die Repräsentativität von Umfragen angeht. Interessant sind sie dann allerdings oft doch – schon allein, weil man sich dadurch mit dem entsprechenden Thema beschäftigt.

Die 117. Folge von Hossa Talk stellt das neue Buch von Tobias Faix und Tobias Künkler vor und diskutiert den Inhalt. Man bekommt einen Einblick in ihre Arbeitsweise und die Ergebnisse der Studie.

Deutlich wird, dass die kulturellen Veränderungen unserer Zeit auch vor den Kirchentüren nicht halt machen. Die jungen Christen ticken anders als die alten:

#117 Generation Lobpreis (mit T. Faix und T. Künkler) – Wie die Zukunft der Kirche aussieht

Wie müsste ein Christentum aussehen, das den Stärken der Jungen Raum gibt und gleichzeitig die Gefahren von Entwicklungen benennt? Wie kann man auseinanderstrebende Überzeugungen und Einstellungen zusammenhalten?

Deutlich wird auch, dass es höchste Zeit ist, dass die Christenheit endlich ihr Verhältnis zur Bibel klärt. Interesse an der Bibel besteht nach wie vor. Es ist allerdings verbunden mit großer Unklarheit über einen sinnvollen und gesunden Umgang mit den biblischen Texten.

Zeit, dass wir gemeinsam erforschen, worum es eigentlich geht.

 

Sabine Bobert | Gipfelerlebnisse und Seins-Werte

 

Sabine Bobert auf ihrem Blog „Mystik & Coaching“ über

Gipfelerlebnisse und Seins-Werte. Spiritualität als biologische Wesensentfaltung des Menschen

 

Spiritualität Berlin

 

Berlin_-_Aerial_view_-_2016
Ausdehnung des Stadtraums vom Zentrum in Richtung Norden, Foto von Avda / http://www.avda-foto.de – CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

 

1.  Nicht nur Berlin

Ich schreibe diesen Artikel, weil ich in Berlin in Sachen Spiritualität etwas bewegen will. Was ich hier schreibe, lässt sich aber bestimmt auch irgendwie auf deine Region übertragen.

 

„Das, was du heute denkst, wirst du morgen sein.“

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(Buddha)

 

2.  Angesagt – Spiritualität ist  DAS  Thema

Die Frage, die man letztes Jahr Tobias Faix gestellt hat, wird man sicherlich noch eine ganze Weile vielen Leuten stellen können?

„Warum ist Spiritualität so in und Kirche so out, Herr Faix?

Einerseits gibt es in der Welt eine wachsende Zahl von Menschen, die sich von etablierten religiösen Institutionen verabschiedet haben, andererseits ist das Thema Spiritualität so angesagt wie nie; und der Bedarf an kompetenten Gesprächspartnern und geeigneten Angeboten ist riesig.

 

„Der Christ von heute muss ein Mystiker sein.“

(Karl Rahner – vgl. H. Vorgrimler, „Gotteserfahrung im Alltag. Der Beitrag Karl Rahners zu Spiritualität und Mystik“, Vor dem Geheimnis Gottes den Menschen verstehen, hrsg. von K. Lehmann (Zürich, 1984), 62–78, mit Zitaten und Literatur)

 

„… dass der Christ der Zukunft ein Mystiker sei oder nicht mehr sei“

(Rahner in „Zur Theologie und Spiritualität der Pfarrseelsorge“, in: ders., Schriften zur Theologie, XIV (Zürich, 1980), 161.

 

3.  Sichten / Überblick verschaffen

In Berlin sind die spirituellen Angebote so zahlreich, dass es schon ein Vollzeit-Job ist, sich überhaupt einen Überblick zu verschaffen. Manche Angebote sind selbst übers Internet nicht zu finden, und manche sind kostenpflichtig.

 

 

Eine wichtige Aufgabe wäre schon einmal, Medien zu schaffen, über die man sich einfach und gut informieren kann, und finden kann, was für einen passt.

 

 Ihr könnt doch alle der Reihe nach in Gottes Auftrag reden, damit alle lernen und alle ermutigt werden.“

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(Apostel Paulus im ersten Brief an die Christen in Korinth; Bibel, Neues Testament, 14. Kapitel, Vers 31)

 

4.  Gesellschaftliche Kraft

Spiritualität scheint eine wichtige Kompetenz zu sein, um in unserer komplexen Welt das Leben zu bewältigen; und in der Zukunft wird die Bedeutung von Spiritualität wohl eher noch weiter zunehmen.

Darüber hinaus können spirituelle Menschen aber auch gesellschaftlich und global-politisch etwas bewegen. Dieses Engagement kann man auch organisieren und Synergie-Effekte nutzen. Aber auch hier ist es wieder schwierig, passende Projekte zu finden, und manche sinnvollen Strukturen scheinen auch noch gar nicht zu existieren.

 

„Die Kirche der Zukunft muss vor allem eine Kirche lebendiger Spiritualität sein.“

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(Karl Rahner)

 

5.  Öffentlicher Diskurs

Spiritualität ist auch eine Aufgabe für alle Bildungseinrichtungen, von den Schulen bis hin zur Erwachsenenbildung. Sprache spielt dabei eine große Rolle, sowohl was soziale Kompetenz, Toleranz und Kommunikationsfähigkeit betrifft, als auch bezüglich der Begriffe und sprachlichen Elemente selbst.

Ich erlebe es fast täglich, dass selbst Menschen, welche  dieselbe  religiöse Tradition haben, kaum noch in der Lage sind, sich über die spirituellen Fragen, die ihnen wichtig sind, zu verständigen. Wie soll dann interreligiöser Dialog funktionieren, wenn wir nicht an unserer Kommunikationsfähigkeit arbeiten?

 

„Man soll schweigen oder Dinge sagen, die noch besser sind als das Schweigen.“

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(Pythagoras von Samos)

 

„Public Theology“ ist mittlerweile ein Begriff, aber entsprechende Angebote sind noch zu wenig, und scheinen oft eher Veranstaltungen von und für Insider zu sein. Es ist höchste Zeit zu beweisen, dass Theologie auch relevant für den normalen Bürger sein kann. Wenn sie das nicht schafft, braucht man sie dann überhaupt noch?

Worthaus ist sicherlich ein Vorzeige-Projekt in dieser Hinsicht. Ich kenne leider aber auch kein zweites vergleichbares Projekt im deutschsprachigen Raum.

 

„Liebe und Spiritualität erschließen schließlich jene Resonanzen, die über unser Selbst hinausweisen.“

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(Matthias Horx)

 

6.  Neue Projekte

Spiritualität will nicht nur gefühlt und gedacht, sondern auch er-lebt und ge-lebt werden. Dafür braucht es spirituelle Communities mit Menschen aus Fleisch und Blut.

Spiritualität und Wir-Gefühl brauchen Zeit. Einmal im Monat ein spirituelles Event ist viel zu wenig. Wir brauchen menschliche Beziehungen mit Zeit, wo Vertrauen wachsen kann, und Orte und Treffen, die solche Gemeinschaft initiieren und inspirieren.

 

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Auroville, Foto von sillybugger, via Wikimedia Commons – CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)

 

Vielleicht erreiche ich über diesen Artikel ja ein paar Leute, die sich über dieselben Fragen Gedanken machen, und wir können zusammen etwas bewegen …

 

Sabine Bobert | Tiere als Seelengefährten

 

Sabine Bobert auf ihrem Blog „Mystik & Coaching“ über die Bedeutung von Tieren für unser Leben:

Tiere als Seelengefährten

 

Orte der Klarheit

 

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Winterlandschaft Ebenthal, Foto von Johann Jaritz, via Wikimedia Commons – CC BY-SA 3.0 at (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/at/deed.en) or CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

 

Wie an einem Wintermorgen …

Schnee bedeckt alle Ablenkungen der Details. Die nackten weißen Konturen der Landschaft bieten sich dem Auge des Betrachters dar.

Schnee bedeckt die Straßen. Die Welt wird langsamer und leiser. Entschleunigung.

 

 

 

 

Landkarten

Moderne Technik und der beschleunigte historische Wandel hat uns in eine komplexe, globalisierte Welt geführt. – Wenn man sich in ein unbekanntes Land aufmacht, nimmt man besser eine Landkarte mit. (Die Integrale Bewegung wird, zum Glück, auch in Deutschland immer bekannter.)

 

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Judäische Wüste, Foto von Yuvalr, via Wikimedia Commons – CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

 

In der Stille

Die Wüste ist in etlichen biblischen Texten ein Ort der Klärung und Läuterung. – Kargheit, Einfachheit, Begegnung mit mir selbst und…

Manchmal kommen wir auch in der Stille nicht zur Ruhe. Auch Stille will gelernt sein.

 

„Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt…“

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(Bibel, Neues Testament, Matthäus-Evangelium 4. Kapitel, Vers 1)

 

Begegnungen

Klärung kann durch Konfrontation mit uns selbst geschehen, und auch durch Begegnungen mit anderen Menschen.

Gespräche können Orte der Klärung und der Klarheit sein. Durch aktives Zuhören und ehrliche Reaktionen mache ich mich zum Resonanzboden für die Worte und Gefühle meines Gegenübers. Das aufrichtige Gespräch bereichert und erweitert meine Sicht um eine andere Perspektive.

 

„Der Sprechende mag ein Narr sein,
Hauptsache der Zuhörer ist weise.“

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(Laotse – vermutlich 6. Jh. v. Chr.-, eigentlich Laozi, nur legendenhaft fassbarer chinesischer Philosoph, Begründer des Taoismus, Laotse bedeutet ‚der Alte‘)

 

Die Zeit des Zuhörens ist eins der wertvollsten Geschenke, das wir einem anderen Menschen machen können.