Sandra Hauser | Spirituelle Entwicklung

 

Sandra Hauser auf ihrem integrales-christsein.blog über

Spirituelle Entwicklung

 

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Marion Küstenmacher | Grenzüberschreitungen

 

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By Kontrollstellekundl (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

 

Interessanter Artikel von Marion Küstenmacher über Dualismen und Grenzüberschreitungen auf ihrem „Gott 9.0 – Blog“:

http://gott90.de/home/blog/gott-9.0

 

15 Tipps für ein glückliches Weihnachten

 

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By Braden Kowitz (Hugs!) [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)%5D, via Wikimedia Commons

 

Liebe ist geduldig, Liebe ist freundlich. Sie kennt keinen Neid, sie spielt sich nicht auf, sie ist nicht eingebildet. Sie verhält sich nicht taktlos, sie sucht nicht den eigenen Vorteil, sie verliert nicht die Beherrschung, sie trägt keinem etwas nach. Sie freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht, aber wo die Wahrheit siegt, freut sie sich mit. Alles erträgt sie, in jeder Lage glaubt sie, immer hofft sie, allem hält sie stand.
(Die Bibel, Neues Testament, 1. Brief von Paulus an die Korinther, 13. Kapitel, Verse 4-7)
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Na, habt ihr alle 15 Tipps entdeckt?
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Wer die Tipps rechtzeitig vor Ablauf der Weihnachtsfrist am 26.12. in die Praxis umsetzt, hat die Chance auf ein glückliches Weihnachtsfest.  🙂
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Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.  😉
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Sehnsucht

 

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Friedhof im Schnee, von Caspar David Friedrich [Public domain], via Wikimedia Commons

 

 

Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer,
so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.
Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein –,
so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag.
(Die Bibel, Tanach / Altes Testament, Psalm 139, Verse 9-12)

 

 

Fernnähe“ – kein neues Wort. Ich kann auch nicht für mich in Anspruch nehmen, diesen Begriff erfunden zu haben. Er drückt die Spannung aus zwischen körperlicher Entfernung und gefühlter Nähe – und umgekehrt.

In der jüdisch-christlichen Überlieferung ist Gott der Inbegriff der Fernnähe. Er ist einerseits als Schöpfer das Gegenüber unserer Welt und somit innerhalb unserer Welt für uns unerreichbar, andererseits ist er uns näher, als uns ein Mensch jemals sein kann.

 

Denn der Staub muss wieder zur Erde kommen, wie er gewesen ist, und der Geist wieder zu Gott, der ihn gegeben hat.

(Tanach / Altes Testament, Kohelet / Prediger 12,7)

 

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

(Tanach / Altes Testament, Psalm 139,5)

 

Im 13. Jahrhundert zeigte die französischsprachige theologische Schriftstellerin Margareta Porete (französisch Marguerite Porète oder Porrette) eine besondere Vorliebe für die Gottesbezeichnung „der Fernnahe“ (le Loingprés). Die Inquisition ist verantwortlich für ihr Ende auf dem Scheiterhaufen.

Das Bewusstsein der Gegenwart Gottes hebt uns heraus aus all den Verflechtungen unseres alltäglichen Lebens. Gottes Geist öffnet unseren Horizont ins Unendliche und lässt die Mächte, die uns umgeben, verblassen. Mit Gott stehen wir auf einem festen Fundament.

 

Sie sahen aber den Freimut des Petrus und Johannes und wunderten sich; denn sie merkten, dass sie ungelehrte und einfache Leute waren …

Petrus aber und Johannes antworteten… „Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, dass wir euch mehr gehorchen als Gott. Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.“

(Neues Testament, Apostelgeschichte 4,13-20)

 

»Wer nun auf das hört, was ich gesagt habe, und danach handelt, der ist klug. Man kann ihn mit einem Mann vergleichen, der sein Haus auf felsigen Grund baut. Wenn ein Wolkenbruch niedergeht, das Hochwasser steigt und der Sturm am Haus rüttelt, wird es trotzdem nicht einstürzen, weil es auf Felsengrund gebaut ist …“ Als Jesus dies alles gesagt hatte, waren die Zuhörer von seinen Worten tief beeindruckt. Denn Jesus lehrte sie mit einer Vollmacht, die Gott ihm verliehen hatte – ganz anders als ihre Schriftgelehrten.

(Worte der sogenannten „Bergpredigt“ von Jesus aus Nazareth; Neues Testament, Matthäus-Evangelium 7, 24-29)

 

So wie Gott, so ist auch Christus fern und nah zugleich. Als Christen ist er unser Vorbild. Wir identifizieren uns mit ihm, und auf mystische Weise erfüllt er uns, und ist unser Leben.

 

Jetzt aber gehe ich zu dem, der mich gesandt hat. Keiner von euch fragt mich, wohin ich gehe,  denn ihr seid voller Trauer über meine Worte. Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist besser für euch, wenn ich gehe. Sonst käme der Helfer nicht, der an meiner Stelle für euch da sein wird. Wenn ich nicht mehr bei euch bin, werde ich ihn zu euch senden.

(Johannes-Evangelium 16,5-7)

 

Darum lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir! …

(Paulus in seinem Brief an die Galater, 2,20)

 

Die Fernnähe Gottes und Christi sollte uns nicht fremd erscheinen. Wir erfahren dies ja auch in der Beziehung zu Menschen. Wenn unsere Liebsten Tausende von Kilometern entfernt sind, so können sie unserem Herzen doch spürbar nahe sein.

Menschen erfahren allerdings manchmal auch das Gegenteil:  Ein Mensch ist uns fremd, der in unseren Armen ist …

Unsere Beziehungen sind wie ein Tanz, wo sich Nähe und Ferne abwechseln; und manchmal fühlen wir einander näher gerade dann, wenn wir räumlich voneinander getrennt sind.

Die tiefste Trennung zwischen Menschen ist der Tod. Die körperliche Nähe eines geliebten Menschen ist in dieser Welt damit endgültig zu Ende gegangen. In unserem Herzen jedoch leben all die Erfahrungen und Gefühle von Ferne und Nähe zu diesem Menschen weiter …

 

Christoph Schmieding | Individualisierung und Glaube: Über den Generationenkonflikt in unseren freikirchlichen Gemeinden

Gott ist Links

In letzter Zeit hatte ich wiederholt Facebook Diskussionen und Gespräche mit Menschen, die sich sehr daran stören wie jüngere Generationen, oder progressivere Christen generell, mit Glaubensfragen umgehen. Oft kam hier der Vorwurf der Egozentrik auf, die sie einem (selbst-) kritischen Glauben unterstellen, in Abgrenzung zu einem Glauben selbstredend, der, verkürzt formuliert, auf reinem Gehorsam beruht, was sich dann praktisch meist in Form von Bibeltreue ausformuliert. In all diesen Diskussionen war es mir unmöglich dieser Falle des Egozentrik-Vorwurfes zu entkommen, einfach auch aufgrund dessen, dass ich in meinen Formulierungen und Argumentationen natürlich zu aller erst von mir sprach, was „ich“ warum und wie glaube – einfach auch, weil man das heute so tut. Weil man heute von sich selbst spricht. Weil man heute gelernt hat, dass seine eigenen Vorstellungen nur Möglichkeiten unter vielen sind und dass man hier nicht andere vereinnahmen will und kann.

Wenn ich mich heute so umschaue in…

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Tobias Faix | Gefangen in der Echokammer. Populismus und Identität in einer sich wandelnden Welt.

 

Artikel von Tobias Faix (Theologe, Autor, Blogger) auf seinem Blog  tobiasfaix.de/blog  über Populismus und Identität:

„Gefangen in der Echokammer. Populismus und Identität in einer sich wandelnden Welt.“ | Tobias Faix

 

Göttliche Eltern

the_sacrifice_of_isaac_by_caravaggio„Die Opferung von Isaak“ von Caravaggio, via Wikipedia, public domain

 

Die Übermacht ist zu groß, der Gegner zu stark, der Feind zu unnachgiebig und unangreifbar. Ich hab keine Chance. – Was kann man da noch machen? Und was machen solche Erfahrungen mit uns?

Jeden Tag werde ich zum Opfer. Ich erleide Dinge, die ich nicht gewollt oder verdient habe. Oft nur Kleinigkeiten, aber manchmal auch traumatische Erfahrungen, die mich zu einem anderen Menschen machen.

 

Ihr Väter, behandelt eure Kinder nicht zu streng, damit sie nicht ängstlich und mutlos werden.

(Die Bibel, Neues Testament, Paulus‘ Brief an die Gemeinde in Kolossai, 3. Kapitel, Vers 21)

 

Die einzigen Götter, die wir jemals zu Gesicht bekommen haben, waren unsere Eltern. Vielleicht war es auch eine alleinerziehende Mama oder der einsame Papa, eine Kinderkrankenschwester oder ein Erzieher im Kinderheim. Die großen Hände, die uns hochgenommen, und die starken Arme, die uns gehalten haben, garantierten Geborgenheit und Umsorgtsein. Oder auch nicht.

Allmächtig, allwissend, oberste Autorität. Kein Wenn, kein Aber. Stimme und Augen, die trösten und leiten. Ihre Worte und ihr Verhalten lehrten Denken und Sprechen. Sie waren eine rätselhafte Quelle von Freud und Leid.

 

Dann griff er nach dem Messer, um seinen Sohn zu töten. ‚Abraham, Abraham!‘, rief da der Engel des Herrn vom Himmel … ‚Leg das Messer beiseite, und tu dem Jungen nichts! …

(Tanach / Bibel (Altes Testament), Tora, Bereschith / Genesis / 1. Mose, 22. Kapitel, Verse 10-12)

 

Wie oft schon ist das Glück von Kindern auf den Altären von Ideologien oder persönlichen Interessen geopfert worden? – Keine Zeit für Kinder; wir sind gerade so beschäftigt …

Wie oft schon sind Kinder von ihrem Schicksal erlöst worden, weil jemand Erbarmen mit einem schwachen Kind hatte und eingriff und eine Wendung herbeiführte; weil sich jemand fand, der Zeit hatte …

Erinnerst du dich noch an deine Kindheit? An Freud und Leid? An die glücklichsten Momente?

 

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Sigmund Freund Porträt von Max Halberstadt [Public domain], via Wikimedia Commons

 

Kindheit kann sehr harmonisch sein, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und sich Eltern und Kinder aufeinander einlassen und sich gut aufeinander eingestellt haben. Alles eine Frage der Einstellung. Früher oder später, jedoch, wird auch eine solche Harmonie gestört. und das Aushalten auftretender Spannungen und das Verarbeiten entsprechender Konflikte ist ein notwendiger Teil des Erwachsenwerdens für Kinder und Eltern.

Wir beginnen als Kinder in einem Zustand völliger Abhängigkeit und werden zunehmend Selbst-bewusster und mündiger. Dennoch werden wir uns niemals völlig lösen von der Verbundenheit zu all den Generationen, die vor uns gewesen sind. (Wir haben’s in den Genen und im Gedächtnis.) Wir werden immer auf den Schultern derer stehen, die vor uns gelebt haben.

Wenn wir älter werden und dann vielleicht auch irgendwann einmal selbst Kinder haben, verstehen wir immer besser, dass auch unsere Eltern nur Menschen waren wie wir; dass sie selbst auch einmal die kleinen Kinder von Oma & Opa waren, welche wiederum mal die kleinen Kinder von Uroma & Uropa gewesen waren, welche wiederum … – Wir fangen an zu verstehen, dass wir alle Glieder einer Kette sind, über die das Geheimnis menschlichen Lebens von einer Generation an die nächste weitergegeben wird und immer wieder neu Gestalt annimmt.

Eltern sind nicht allmächtig. Wieviele Eltern wollten schon, dass es ihre Kinder einmal besser haben sollten? Man hatte so viele Wünsche und Pläne … und es kam ganz anders, als man gehofft hatte.

Eltern und Kinder. Ein Thema so alt wie die Menschheit. Es gibt Tausende von Büchern und Experten, und doch muss jede Generation und jede Familie immer wieder neu dieses Abenteuer bewältigen. Gibt es Ratschläge, die für alle und immer gut sind?

 

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, wie dir der Herr, dein Gott, geboten hat, auf dass du lange lebest und dir’s wohlgehe in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, geben wird.

(Tanach / Altes Testament, Tora, Devarim / Deuteronomium / 5.Mose 5,16)

 

Und viele Jahrhunderte später kommentiert der Apostel Paulus:

 

Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn; denn das ist recht. ‚Ehre Vater und Mutter‘, das ist das erste Gebot, das eine Verheißung hat: ‚auf dass dir’s wohlgehe und du lange lebest auf Erden‘. Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern erzieht sie in der Zucht und Ermahnung des Herrn.

(Die Bibel, Neues Testament, 1. Brief von Paulus an die Gemeinde in Ephesus, 6,1-4)

 

Unsere Eltern zu achten und uns entsprechend zu verhalten, ist wichtig für uns selbst und unsere Gesellschaft. Es ist grundlegend für die Weitergabe des Lebens von Generation zu Generation – und das nicht nur aus praktischen Erwägungen.

Jesus lehrt in der Bergpredigt, gleich im Anschluss an das sogenannte „Vaterunser“:

 

Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

(Matthäus-Evangelium 6,15).

 

Dies gilt im Allgemeinen für alle Menschen – und für Eltern im Besonderen. Wenn ich meinen Eltern nicht vergebe, ist das Band der Generationen an dieser Stelle gerissen; und wenn ich sie nicht annehme, wie sie sind, bleibe ich verwaist zurück.

Kann man ein Gleichgewicht finden zwischen Abhängigkeit und sinnloser Verbitterung? Einen Weg finden vom Zorn und Schmerz zum Trost? Wie könnte man Eltern vergeben? Vielleicht wenn man Liebe kennenlernt, die man nicht verdienen musste?

 

Gott hingegen beweist uns seine Liebe dadurch, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren.

(Paulus‘ Brief an die Gemeinde in Rom 5,8)

 

Als kleine Kinder erleben wir unsere Eltern wie Götter, und später hören wir Menschen von Gott reden. Gott ist anders als unsere Eltern, aber haben unsere Vorstellungen von Gott vielleicht trotzdem damit zu tun, wie wir unsere Eltern erfahren haben?

Ohnmächtig. So erscheinen wir oft oder fühlen uns selbst. Erfahren wir Gott in unserem Leben nur als eine Macht, der wir ohnmächtig gegenüber stehen, oder auch als eine, die uns hält und trägt, befähigt und ermächigt?