Wie mache ich Eindruck? – voll der Würde

 

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Benedikt von Nursia, Foto von Gerd A.T. Müller [GNU-FDL, https://commons.wikimedia.org/wiki/Commons:GNU_Free_Documentation_License,_version_1.2, via Wikimedia Commons]

 

Inspiriert von den ganz großen Fragen der Menschheit und tief bewegt vom Ernst des Lebens, verspürte ich schon so manches Mal das Bedürfnis, einen würdevollen Eindruck zu machen. Schließlich sind wir ja als Christen „Gottes Heilige“. Das muss doch irgendwie rüberkommen.

 

… wie sich’s ziemt für die Heiligen …

(Die Bibel, Neues Testament, Paulus‘ Brief an die Gemeinde in Rom, 16. Kapitel, Vers 2)

 

Ich habe auch schon Menschen getroffen, die eine heilige, christliche Ausstrahlung hatten. Leider ist dieser Eindruck mit der Zeit etwas verblasst, nachdem ich sie besser kennengelernt hatte. Es müssen allerdings trotzdem keine Scheinheilige Gottes gewesen sein. Vielleicht war es einfach mein Bedürfnis: Ich würde doch so gerne so richtig heilige Menschen treffen, zu deren Füßen ich mich dann setzen könnte, um ihren Worten zu lauschen und sie anzuhimmeln …

Vielleicht bin ich zu selbstkritisch und sollte das alles etwas lockerer angehen. Es geht doch eigentlich darum authentisch zu sein, und das funktioniert doch vollautomatisch. Eine authentische Ausstrahlung, die man einüben und angestrengt, mit viel Konzentration produzieren muss, ist nicht mehr so wirklich authentisch, oder?

 

Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr seid wie die Gräber, die außen weiß angestrichen sind und schön aussehen; innen aber sind sie voll Knochen, Schmutz und Verwesung.

(Neues Testament, Matthäus-Evangelium 23,27)

 

 

frei und fromm

 

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Sumerische Frömmigkeit: Statue von Gudea von Lagaš, Foto von Marie-Lan Nguyen (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Bist du „fromm“?

Bin ich „fromm“?

Ein altes deutsches Wort.

 

Denn die leibliche Übung ist wenig nütze; aber die Frömmigkeit ist zu allen Dingen nütze und hat die Verheißung dieses und des zukünftigen Lebens.

(Die Bibel, Neues Testament, 1. Brief des Paulus an Timotheus, 4. Kapitel, Vers 8, in der Luther-Übersetzung, 1984)

 

Ich mag das alte Wort „fromm“. Es hat mit dem Herzen zu tun. Ein frommer Christ ist nicht jemand mit einer christlichen Weltanschauung oder christlichen Werten und moralischen Grundsätzen, sondern jemand für den sein christlicher Glaube eine Herzensangelegenheit ist und der seinen Glauben ernst nimmt. Ein Mensch, in dessen Alltag sein Glaube wahrnehmbar ist. Kein Wischiwaschi oder abgehobener, distanzierter Theoretiker.

Echte Frömmigkeit bedeutet ein Sich-Ergeben in die Allmacht Gottes, ein Sich-Einordnen in das Wirken Gottes in seiner Schöpfung. Frömmigkeit hat eine mystische Qualität. Irgendwie ist man vom Geheimnis Gottes berührt und erfasst worden, und es lässt einen nicht mehr los.

Das alte Wort „fromm“ ist immer noch im Gebrauch. Es gibt sogar mindestens zwei sehr interessante Webseiten, die das Wort im Namen tragen:

https://frommundfrei.net/

https://www.frei-und-fromm.de/

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