authentisch

 

reidersche_tafel_c_400_ad
Frauen am Grabe Christi und Himmelfahrt (sog. „Reidersche Tafel“); Elfenbein; Mailand oder Rom, um 400 n. Chr., by Photo: Andreas Praefcke (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

 

…  Ihr Heuchler! Ihr seid wie die weiß getünchten Grabstätten: Von außen erscheinen sie schön, aber innen ist alles voll stinkender Verwesung.

(Die Bibel, Neues Testament, Matthäus-Evangelium, 23. Kapitel, Vers 27)

 

Informationsflut. Beschallung auf allen Kanälen. Ansprechende Inhalte. Lockende Angebote und neueste Nachrichten. Reizüberflutung. Viele Eindrücke konkurrieren um unsere Aufmerksamkeit, schwächen unsere Konzentration und lenken uns vom Wesentlichen ab …

Was brauch ich eigentlich wirklich? Welche Nachrichten sind für mein Leben von Bedeutung?

 

…  Wir reden nur von dem, was wir wissen und gesehen haben, und erzählen es weiter  …

(Johannes-Evangelium, 3. Kapitel, Vers 11)

 

Es gibt heutzutage auch ein reichhaltiges christliches Angebot. Mehr christliche Inhalte in einer Fülle von medialen Formaten als man als Einzelner konsumieren kann. Auch eine Menge „guter Ratschläge“ gibt es. Aber wie viel von all dem ist selbst erlebt? Wie tief sind die Wurzeln im eigenen Leben und was ist nur erlernte Theorie? Wie authentisch ist mein Glaube? Was ist bloß äußerer Schein?

 

Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir geschaut und was unsere Hände angefasst haben, das verkünden wir: das Wort des Lebens. Denn das Leben wurde offenbart; wir haben gesehen und bezeugen und verkünden euch das ewige Leben, das beim Vater war und uns offenbart wurde. Was wir gesehen und gehört haben, das verkünden wir auch euch …

(Neues Testament, Erster Brief des Johannes, 1. Kapitel, Verse 1-3)

 

Die ersten Anhänger Jesu waren Augenzeugen. Sie erzählten von dem, was sie SELBST mit Jesus erlebt hatten, und auch von Jesu Hinrichtung. Es war ihnen nicht vergönnt gewesen, an der Seite ihres Rabbis alt zu werden. Jesus wurde durch einen gewaltsamen Tod aus ihrer Gemeinschaft und ihrem Leben gerissen. Jesus war noch nicht alt, als er starb …

Seit Jesu Tod gibt es Berichte von Menschen, die sagen, dass ihnen Jesus erschienen ist. Die Kraft, durch die das Christentum entstand, war die Kraft, die Jesus von den Toten auferweckt hat. Die Lebenskraft des Geistes Gottes. – Gute Nachricht: Jesus lebt!

Mittlerweile ist es fast 2000 Jahre her, dass Jesu Füße durch den Staub dieser Welt liefen und keiner von uns war selber dabei …

Ich bin christlich aufgewachsen und habe von Jesus gehört, solange ich denken kann. Mir ist Jesus nicht persönlich erschienen – dennoch habe ich durch das, was ich über ihn gelernt hatte, vertrauen zu ihm gefasst und mich entschlossen, auf ihn zu hören.

Danach habe ich auch anderen von Jesus erzählt – aber oft war das nur Theorie. Ehrwürdige Glaubensbekenntnisse und Dogmen mit langer Geschichte. Argumente, welche ich von denen gelernt hatte, die schon vor mir gläubig waren.

Manchmal habe ich mich hinter den breiten Schultern bedeutender Christen und hinter imposanten theologischen Denkgebäuden versteckt. Manchmal versuchte ich anderen zu erklären, was ich selbst nicht wirklich verstand. Ich war noch nicht einmal besonders erfolgreich darin, mir selbst gegenüber Rechenschaft zu geben, warum ich denn eigentlich glaube.

 

Jesus erwiderte: »Ich sage dir eins: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht ins Reich Gottes hineinkommen. Natürliches Leben bringt natürliches Leben hervor; geistliches Leben wird aus dem Geist geboren.  Darum sei nicht erstaunt, wenn ich dir sage: Ihr müsst von neuem geboren werden.

(Johannes-Evangelium 3,5-7)

 

Glaube ist ein Geschenk und das Ergebnis des Wirkens Gottes. Es ist wichtig, dass jemand, der sich für Jesus interessiert, versteht, dass das Vertrauen zu Gott und Jesus nicht etwas ist, dass er sich selbst erarbeiten kann. Was er selbst tun kann, ist, über Jesus zu lernen und in sich selbst zu klären, ob er denn bereit wäre, Jesus zu folgen, wenn Gott ihn von der Wahrheit des Evangeliums überführt.

Und was WIR tun können, ist, davon zu erzählen, wie es bei uns SELBST damals war, als wir vertrauen zu Jesus fassten. Können wir von unserem persönlichen Weg des Glaubens so erzählen, dass er für den anderen nachvollziehbar wird?

Glaube ist nur möglich, wo auch Zweifel oder Unglaube möglich sind. Und Glaube ist immer auch Entscheidung. Wir glauben letztendlich alle das, was wir glauben wollen. Wir brauchen uns nicht dafür zu entschuldigen, wenn wir ihm vertrauen WOLLEN, oder uns dafür zu schämen, wenn wir so leben wollen, wie Jesus gelebt hat.

Wenn wir Gott wirklich vertrauen, können wir auch den Mut und die Gelassenheit haben, anderen Menschen in der Schwachheit und Zerbrechlichkeit unserer eigenen Existenz und unseres eigenen Glaubens zu begegnen. Denn das Reich Gottes hängt nicht an uns, sondern es besteht in IHM.

 

Jesus verorten

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Rainbow Gathering, Russland, August 2005, von alexkon from Jerusalem, Israel (Flickr) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)%5D, via Wikimedia Commons

 

Jesus  raum

Nein, gemeint ist nicht die Tür zum Raum für die Kinderbetreuung während des Gottesdienstes.

 

… Wer nicht das Reich Gottes annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen…

(Die Bibel, Neues Testament, Lukas-Evangelium, 18. Kapitel, Vers 17)

 

Typisch für Kinder ist Neugier, das ständige Bedürfnis Neues zu lernen und auszuprobieren, und nicht zu meinen: „Ich weiß schon alles; ich mach es einfach so, wie ich es immer gemacht habe…“

Jesus raum

Es geht um Raum für Jesus. Mit Jesus. Bunt.  Vielleicht nur eine kleine Stube. Vielleicht auch etwas Größeres. Kein Sich-Verzetteln in Nebensächlichkeiten oder Kleinkrieg über Details, sondern eine Konzentration auf’s Wesentliche: Jesus.

Zunächst Raum für Jesus in meinem eigenen Herzen und im Kopf! Und dann auch Orte, wo ich von Jesus hören kann und anderen von IHM erzählen. Reden über Jesus. Und auf IHN hören. Raum für Jesus unter uns und Räume für Jesus in unserer Nachbarschaften. Zeitlich und räumlich. Mobil und ortsverwurzelt, und auch virtuell. Jesus verbindet Menschen.

Ist die christliche Szene hier und da vielleicht zu grau? Die Farbe des Staubes von jahrhundertealten Sakristeien, Liturgien, Ritualen, denkmalgeschützten Gebäuden, Friedhöfen, …

 

Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.

(Neues Testament, 1. Johannesbrief 5,12)

 

Alles, was seit knapp 2000 Jahren an Christlichem produziert, institutionalisiert und publiziert wurde, geht zurück auf diesen einen Mann. Vor 2000 Jahren als kleines Baby in einem jüdischen Kaff in den besetzten Gebieten geboren. Den RÖMISCH besetzten Gebieten. Und in einer Machtdemonstration des Imperium Romanum in der Blüte seines Lebens grausam hingerichtet  –  aber von Gott selbst rehabilitiert! Jesu Bewegung war noch nicht am Ende…

Jesus raum

So eine Mischung aus JESUS-TREFFEN, Stille Zeit, Kiez-Treff, Abendmahl, Springbrunnen, Hauskreis, Pfefferminztee, JESUS-DIENST, Stühlen, offener Kirche, WORTHAUS, Keksen, JESUS WERKSTATT, Couch, Cafeteria, JESUS-GESPRÄCHSKREIS, Raum der Stille, Bibelschule, Musical, Hollywood-Schaukel, JESUS TREFF, Arbeitstreffen, Strand, JESUS TEAHOUSE, Gebetsspaziergang, Dia-Vortrag, Snacks, Predigt, Ga(e)st(e)haus, JESUS TREFF, Früchtetee, Gebetskreis, Talentshow, Bürgerinitiative, Park, Kinderbibelwoche, Freilichtbühne, öffentlicher Anhörung, JESUS live!, Kirchenbänken, Olympia, Kleingartenkolonie, Ferienlager, Wohnküche, Christival, Konferenztisch, Altstadt, OPEN SKIES, Gemeindezentrum, Landpartie, Seniorentreff, Fête de la musique, Hausflur, Basar, EMERGENT FORUM, Oase, Theater-Werkstatt, Schaukelstuhl, Nachbarschaftsverein, Karaoke, Obstblütenfest, Fußgängerzone, Kirchengemeinde, Wohnzimmer, Pfadfindertreffen, Aufenthaltsraum, FREAKSTOCK, Kleinkunstbühne, Holzbänken, Bahnhofsvorplatz, Gruppentherapie, Wandelgang der Kontemplation, Technisches Hilfswerk, WG, Wochenendseminar, Stehparty, JESUS MAHL, Abenteuerspielplatz, Sitzgruppe, Strandpromenade, Podiumsdiskussion, Buffet, Filmabend, rotem Tee, Dorfplatz, Wellness Spa für Körper und Seele, Selbsthilfegruppe, Muppet Show, Gottesdienst, Biergarten, Marktplatz der Ideen, Volkshochschule, Andacht, Lounge, Live-Konzert, Ökumenischer Bibelkreis, Kita, FreiRaum, Campingplatz, Speisesaal, Flohmarkt, Geburtstagsfeier, JESUS COLLEGE, Wohnprojekt, Parkplatz, Männerfrühstück, Grillparty der Freiwilligen Feuerwehr, Diele, Medienprojekt, potluck, Kirchentag, internationalen Begegnungszentrum, Jesus Christ Superstar, Gemeindetag, Kiosk / Laden an der Ecke (wo man sich trifft), Kino, Konfirmationsunterricht, Stammtisch, Rockfestival, Küchentisch, JESUS-SCHULE, Rummel, Marktplatz, Bibelstunde, Fitness-Studio, Taizé, Kaffeeautomat, JESUS CENTER, Konzerthalle, Familientherapie, Karneval der Kulturen, JESUS-STUNDE, Sofa, Hüpfburg, Zeltmission, Obdachlosenarbeit, Computertreff, Treppenhaus, Lebenshilfezentrum, JESUS-KREIS, Gebetstreffen, Vorplatz der Dorfkirche, Jugend-Haus, Mediations-Zentrum, Place-to-go, Kaffeeklatsch, Sesamstraße, Hibiskustee, Arbeitsessen, ausgebreiteten Decken, Vereins-Lokal, Tankstelle am Ortseingang, Gartenfest, Rundem Tisch, Kaffeehaus, Armlehnensessel, Kindergeburtstag, Ortstreff, Galerie, garage sale, Fußballweltmeisterschaft, offenem Kloster, Open-Air, Senioren Residenz, Barhockern, Bible College, Eingangsbereich, Urlaub, Parteizentralen, Parkbänken, Bibelwoche, Theater-Treffen, Fernsehraum, Picknick, Evangelisationsveranstaltung, Ökodorf, Frauenfrühstück, Konfa-Fahrt, JESUS CONNECTION, Treffpunkt der Ortsgruppe der regionalen Aktivisten, JESUS EVENT, Campus, Tee-Zeremonie, Urania, Baumwipfelpfad, geistliches Rüstzentrum, Speaker’s Corner, Hauskreis, Kurkonzert, Kamillentee, Gebetshaus, Familienzentrum, Zirkus, Gemeinde-Nachmittag, Schulen, Andachtsraum, Straßenfest, Jugendherberge, public viewing, Sitzecke, BERLINPROJEKT, Malventee, Seniorentreff und Eckkneipe. Wo es natürlich um Jesus geht. Und um die Menschen, die sich  von Jesus angezogen fühlen oder einfach mal reinschauen wollen. Da gäbe es dann natürlich auch jede Menge zu tun, für die, die bereit sind, mitanzupacken. Und auch alte Menschen und Menschen mit Behinderung könnten dabei sein und sich miteinbringen. (Besser als Zuhause alleine vorm TV oder PC zu sitzen.)

Chancen nutzen. Von allem das Gute mitnehmen und behalten. Nachhaltige Strategien.

Gibt’s da nicht vielleicht irgendwo Räume, Gebäude, Orte, Plätze, Gärten, Menschen, … für Jesus raum? Lässt sich da was machen?

Jesus.  –  Nicht nur in unseren Glaubensbekenntnissen und Vereinssatzungen, sondern in der ersten Reihe, an vorderster Front. Als Aushängeschild und auf dem Klingelschild. Als treibende Kraft. Als Weg und Ziel.

ER ist es, auf den es ankommt. ER hat es uns angetan. ER ist der Grund, warum wir So-etwas überhaupt machen wollen, oder darüber nachdenken.

Öffentlicher Raum. Jesus zog als Wanderprediger durch die Lande. Von Ortschaft zu Ortschaft. Seine Jünger schickte er auch durch die Gegend, dasselbe zu tun. In unseren Breitengraden und mit unseren Wetterverhältnissen und dem Deutschen Ordnungsamt funktioniert das vielleicht ein Bisschen anders. Aber wir müssen als Anhänger Jesu ZU den Menschen gehen. Ihnen da begegnen, wo sie sind.

Geld war offensichtlich bei der Jesus-Bewegung vor 2000 Jahren kein Problem. Wenn mal nichts zu Essen da war, gab es eben ein Wunder. Und es ist auch keine Erzählung überliefert, dass das Jesus-Projekt aus finanziellen Gründen eingestellt werden musste.

Ich bin gerade dabei zurückzuziehen in meine alte Heimat: Berlin-Lichtenrade. Da gibt es zum Glück schon Christen. Mal schauen, wo Jesus da überall raum hat …

 

schmillblog
 Vorschau Beitragseinstellungen

Aktualisieren
VERÖFFENTLICHT VOR EINEM JAHR

809 WÖRTER
Beitragseinstellungen 

BIBEL. JETZT. (2) – Eine Liebeserklärung

 

aleppo_codex_joshua_1_1
By see en:Aleppo Codex; scanned by http://www.aleppocodex.org (http://www.aleppocodex.org) [Public domain], via Wikimedia Commons
.
.
Uralte Texte. Geheiligt durch Jahrhunderte des Vorlesens und Hörens und Nach-Denkens. Ein kulturgeschichtliches Gewebe, dass sich durch die Jahrhunderte jüdisch-christlich geprägter Gesellschaften zieht.Gebetet. Gesungen. Von Eltern den Kindern zum Einschlafen vorgelesen …
.
Worte, die darstellen, beschreiben, erregen, informieren, orientieren, berichten, erzählen, verzaubern, erinnern, bezeugen, klagen, anbeten, beruhigen, trösten, ermutigen, belehren, predigen, verkündigen, proklamieren, korrigieren, ermahnen, stören, anklagen, reizen, provozieren, bloß stellen, schockieren, drohen, beunruhigen, Angst machen, verheißen, zerstören, enthüllen, offenbaren, erschaffen, formen, inspirieren …
.
Wild und ungezähmt wie das Leben. Klärend und verstörend. Eine lange Geschichte des Menschlichen …
.
.
wie Menschen im Paradies: sorglos im Überfluss leben …
.
wie Adam, endlich einen Partner bekommen, der zu einem passt …
.
wie Kinder, nackt sein, ohne sich zu schämen …
.
wie Eva, sich zu einer Komplizin des Bösen machen lassen …
.
wie Adam & Eva, schlauer sein, nachdem es schief gelaufen ist …
.
wie Kain, eine Schuld nicht ertragen können …
.
wie Kain’s Frau, Mutter eines Städtebauers werden …
.
wie Lamech, die Gewalt eskalieren lassen …
.
wie Ada und Zilla, Frauen von einem Großkotz sein …
.
wie Methusalem, uralt werden …
.
wie eine schöne Menschentochter, von einem Gottessohn geschnappt werden …
.
wie solche schönen Menschentöchter, Mütter von Superhelden werden …
.
wie Noah, auf den Fluten der Strafe Gottes schwimmen …
.
wie die Anfänger einer neuen Menschheit, Füße auf festen Boden setzen …
.
wie Sem und Jafet, den nackten, besoffenen Vater zudecken …
.
wie Nimrod, Regierungschef werden, weil man gut im Erjagen ist …
.
wie in Babel, hoch hinaus wollen und sich dann nicht mehr verstehen …
.
wie Abram und Sarai, seine Heimat zurücklassen …
.
wie Abraham, ein Heimatloser sein mit einer besseren Zukunft …
.
wie die Töchter Lots, sich auf gerad’krummem Weg Babys verschaffen …
.
wie Sara, sich ein Lachen nicht verkneifen können …
.
wie Isaak, sich über’s Ohr hauen lassen …
.
wie Rebekka, sich von ihrer Familie verabschieden …
.
wie Laban, ein Verwandter mit Geschäftssinn sein …
.
wie Jakob, betrügen und betrogen werden …
.
wie Rahel, den eigenen Vater überlisten …
.
wie Lea, nur Zweite Wahl sein …
.
wie Ruben, mit der Stiefmutter Sex haben …
.
wie Levi, Ur-ur-uropa eines Priestergeschlechts werden …
.
wie Simeon, mal eben Lynchjustiz praktizieren …
.
wie Juda, Ur-ur-uropa eines zeitlosen Königsgeschlechts werden …
.
wie Tamar, vom Schwiegervater schwanger werden …
.
wie Sebulon, eine rätselhafte Beziehung zum Wasser haben …
.
wie Issachar, mit einem Esel verglichen werden …
.
wie Bilha und Silpa, keine weitere Beachtung finden …
.
wie Dan, zu Recht!
.
wie Gad, „Erstgeborener“ der dritten (!) Frau sein …
.
wie Ascher, gut essen …
.
wie Naftali, einem Hirsch ähneln …
.
wie Benjamin, Papa’s Liebling sein …
.
wie Dina, vergewaltigt werden – obwohl sie 12 Brüder hatte …
.
wie Josef, aus einem tiefen Loch gezogen werden und in einem anderen landen …
.
wie Potifar’s Frau, sich an einen anständigen Mann ranmachen …
.
wie Reguël, sich einen Schwiegersohn angeln …
.
wie Zippora, einen Gentleman heiraten …
.
wie Mose, einen Auftrag bekommen, den man gar nicht haben möchte …
.
wie Mirjam, die Leitung der Liturgie ergreifen …
.
wie Josua, in viel zu große Fußstapfen treten …
.
wie Rahab, überleben, indem man seine eigenen Leute verrät …
.
wie Debora, die Führung übernehmen, wenn die Männer schlapp machen …
.
wie Barak, Autorität erkennen …
.
wie Ruth, einen Menschen an der Seite haben, mit der frau nicht gerechnet hat …
.
wie Samuel, eine Stimme in der Nacht hören …
.
wie Saul, auf die schiefe Bahn geraten …
.
wie Michal, Ehefrau eines Frauenlieblings sein …
.
wie David, es gut meinen, und dafür Ärger bekommen …
.
wie Bathseba, Objekt der Begierde eines Mächtigen werden …
.
wie Absalom, seinen eigenen Vater entthronen wollen …
.
wie Salomo, superschlau sein und doch am Ziel vorbei …
.
wie Elija, alles auf eine Karte setzen …
.
wie Isebel, Interessenvertreterin ihrer Religion sein …
.
wie Elischa, den Jordan mit einem Mantel teilen …
.
wie Gehasi zum Wohlstandsekel werden …
.
wie Asaf, Musikerkarriere machen …
.
wie Jesaja, schnallen, dass Gott auf einem Thron sitzt …
.
wie eine schwangere junge Frau, ein Kind kriegen, das Immanuel heißt …
.
wie Jeremia, auf der falschen Seite stehen …
.
wie Hesekiel, von Gottes Geist erfasst, angehoben und weggeweht werden …
.
wie Nebukadnezar, unfreiwillig Veganer werden …
.
wie Israel, der Strafe Gottes nicht entgehen können …
.
wie Gomer, eine problematische Erwerbstätigkeit haben …
.
wie Jona, ankommen, wo man eigentlich nicht hin wollte …
.
wie Verliebte, das Feuer Jahwes fühlen …
.
wie Hiob, Schmerzen erleiden, die man nicht verdient hat …
.
wie Johannes, den Weg für einen anderen ebenen …
.
wie Maria, sich in den Plan Gottes fügen …
.
wie Hanna, das Baby einer fremden Frau in den Armen halten …
.
wie Josef, das eigene Leben riskieren, um ein anderes zu retten …
.
wie Teenie Jesus, andere mit seiner Erkenntnis beeindrucken …
.
wie Maria, Stress mit einem hochbegabten Kind haben …
.
wie Jesus, vom Geist Gottes ergriffen werden …
.
wie der verlorene Sohn, gefunden werden …
.
wie Kinder, versuchen an Jesus ranzukommen …
.
wie Maria, die Schwester die Arbeit machen lassen …
.
wie Martha, sich das nicht einfach gefallen lassen …
.
wie Matthäus, die falsche Berufsentscheidung getroffen haben …
.
wie die Tocher von Jaïrus, Hunger haben, nachdem frau ein bisschen tot war …
.
wie Zachäus, unerwartet Besuch bekommen …
.
wie Maria Magdalena, die Kontrolle über ihr Leben zurückbekommen …
.
wie Jakobus, zu Jesus‘ Clique gehören …
.
wie Petrus‘ Schwiegermutter, wegen Krankheit (fast) ausfallen …
.
wie Johannes, einen eigenartigen Spitznamen bekommen …
.
wie die unhygienische Frau, als Unberührbare den Superstar berühren …
.
wie Bartholomäus, zu einem super Team gehören …
.
wie Johanna, Sponsorin Jesu mit guten Beziehungen …
.
wie Jakobus, Sohn des Alphäus: dabei sein ist alles …
.
wie die Samariterin, die unwahrscheinlichste Kandidatin für den Mulitplikatoren-Job …
.
wie Simon, Widerstandskämpfer mit neuer Orientierung …
.
wie eine namenlose Frau, als Sünderin berühmt werden …
.
wie Andreas, im Schatten des Bruders stehen …
.
wie Susanna, zusammen mit anderen geheilten Frauen Jesus‘ Groupie
.
wie Thaddäus, eine unscheinbare Berühmtheit …
.
wie Maria, superteures Parfum verschwenden und dafür gelobt werden …
.
wie Philippus, Gott sehen wollen …
.
wie Petrus sich krass überschätzen und jämmerlich versagen …
.
wie Judas, an sich selbst verzweifeln …
.
wie die Emmaus-Jünger, einen fremden Menschen erkennen …
.
wie Thomas, kaum über eine Enttäuschung hinwegkommen …
.
wie Paulus, Alles geben und völlig falsch liegen …
.
wie Tabita, ein Wohlfahrtsunternehmen
.
wie Barnabbas, einen Namen haben, der zu einem passt …
.
wie Markus, ein zweite Chance bekommen …
.
wie Lydia, einem das Herz aufgeht …
.
wie Timotheus, schon als junger Mensch Verantwortung übernehmen …
.
wie Phoebe, eine Frau sein, auf die Mann zählen kann …
.
wie der Seher Johannes, in der Fremde eine Vision von einer neuen Welt haben …
.
.
Bilder von Menschen, die uns in die Erzählungen mit hinein nehmen, und doch auch den großen zeitlichen Abstand einer antiken Welt spüren lassen. Bilder und Gedanken, die sich wie Kletten an die Seele heften.
Deutungen, die Leben erklären und zum Widerspruch reizen. Fragen beantworten und Fragen aufwerfen. Die beschleunigen und bremsen. Umarmen und bedrängen. Stabilisieren und den Boden unter den Füßen wegziehen.

Worte des Glaubens.

Ein Chor von Stimmen, die, dieser Welt trotzend, Hoffnung ins Leben rufen.

.

[Fundamentalistische Kinderstube hat auch ein paar Vorteile …]

 

Kein Anspruch auf Vollständigkeit!  –  Vielleicht macht ihr ja eure eigene Listen?

.

Zurück zu: BIBEL. JETZT. (1) – weiter zu: BIBEL. JETZT. (3)

.

BIBEL. LESEN. (2. Teil) – FANTASIE

john_elsas_phantasie
By John Elsas [Public domain], via Wikimedia Commons

Um die Bibel zu lesen braucht man Zeit – und das nicht nur, weil es so viele Seiten sind.

Es gibt noch eine weitere Zutat für gutes Bibellesen: Fantasie.

Fantasie ist ein Geschenk Gottes. Hätte er uns nicht so gemacht, wären wir fantasielos.

Fantasie – wozu brauch man sowas eigentlich?

Es ist stockdunkel – plötzlich bricht ein Licht herein. Die Wassermassen ziehen sich zurück – fester Boden. Halme und Blättchen wachsen aus der Erde. Es raschelt. Es fängt an zu krabbeln und zu flattern. Ein nackter Mann sieht zum ersten Mal eine nackte Frau. Eine Schlange spricht – verführerisch. Eine schöne, saftige Frucht hängt am Baum. Kräftig reinbeißen! Menschen sind plötzlich nackt. Ein Bruder wird von Eifersucht gepackt: Mord! Eine Mutter verliert zwei Kinder an einem Tag. Wassermassen – fast alle ertrinken. Unüberschaubare Anzahl von Leichen. Ein alter besoffener Mann liegt da nackt. Eine Familie ziehen wie Zigeuner in einem fremden Land herum. Ein Vater ist auf dem Weg, um seinen Sohn Gott zu opfern. Zwei Töchter haben Sex mit ihrem eigenen Vater und werden auch noch schwanger. Ein junger Mann hat Träume und ein hübsches Kleid und später macht die Frau des Chefs sich an ihn ran. Eingewanderte Migranten vermehren sich wie die Kaninchen. Babys werden getötet. Ein Prophet hört die Stimme Gottes – will aber nicht. Sklaven werden befreit. Eine Säule aus Feuer in der Nacht. Menschen laufen in der Wüste herum. Essen fällt vom Himmel. Eltern erzählen Kindern Geschichten. Stadtmauern brechen in sich zusammen. Guerrillas fallen ein – rauben und töten. Ein Ehemann zerlegt seine vergewaltigte Frau in Einzelteile. Ein Superheld rächt die Guten und kämpft gegen die Bösen. Entstehen der Monarchie. Eine Nation expandiert. Ein König wird wegen Ehebruch zur Rede gestellt. Der Sohn intrigiert gegen den eigenen Vater. Unvorstellbarer Reichtum. Ein Gebäude wird für Gott errichtet und die Herrlichkeit Gottes zieht ein! Ein unerfahrener Thronnachfolger trifft eine Fehlentscheidung. Ein Königreich bricht auseinander. Machtpolitik. Kriminelle Machenschaften. Feuer fällt vom Himmel. Ein leises Säuseln. Die Gegenwart Gottes. Menschen verstecken sich in Höhlen. Ein Wagen aus Feuer fährt Richtung Himmel. Kleinbauern werden ausgebeutet. Der Mund eines Mannes wird mit einer glühenden Kohle berührt. Ein neues Imperium entsteht. Ein gewaltiges Schlachten. Zwangsumsiedlungen. Ein Mann ist allein auf dem Feld und ein Löwe brüllt in der Nähe – die Angst fährt in die Knochen. Gott redet. Süß wie Honig im Mund, aber ein saurer Magen. Schwerter werden umgeschmiedet zu Pflügen. Ein Feld voller Skelette. Die Skelette bekommen Sehnen, Muskeln und Haut und richten sich auf. Ein kleiner Neuanfang. Ruinen werden wieder aufgebaut. Die Wände hallen wieder von den Lobgesängen Gottes. Unerträgliche Schmerzen. Lautes Klagen. Ein altes Ehepaar kriegt noch ein Kind. Ein Engel besucht ein Mädchen. Weise kommen aus einem fernen Lande angereist. Sie folgen einem Stern. Geburt in einem Stall. Ein Neugeborenes in einem Futtertrog. Gold, Weihrauch, Myrre. Hirten nachts auf dem Feld unter den Sternen. Friede auf Erden. Kindermord. Flucht ins Ausland. Asyl. Ein Mann predigt in der Wüste. Das eigene Kind geht in der Menge verloren. Irgendwas Taubenähnliches kommt vom Himmel runter und landet auf einem Mann. Derselbe Mann unterrichtet dann auf einem Berg. Selig sind, die ein reines Herz haben. Über eine Öllampe wird eine Schüssel gestülpt. Eine Stadt liegt auf einem Berg. Salz wird geschmacklos. Eine Prostituierte geht uneingeladen in das Haus eines Frommen und fässt dessen Gast an. Eine Frau verschenkt ihr ganzes Geld! Eine andere verliert ihres – und findet es wieder! Arbeiter bekommen denselben Lohn, obwohl die einen viel weniger gearbeitet haben. Ein korrupter Verwalter veruntreut das Eigentum seines Chefs. Eine kranke Frau berührt in einem Menschengedränge ein Gewand. Blinde sehen. Lahme gehen. Arme werden reich. Menschen werden von einem einstürzenden Turm erschlagen. Ein Machthaber veranstaltet ein Gemetzel. Ein Mann schwitzt Blut und Wasser mitten in der Nacht. Ein Unschuldiger wird vom eigenen Freund verraten wegen Geld. Ein Auszubildener scheitert an sich selbst und weiß kaum wohin vor Gram. Ein entkräfteter Körper bricht unter einen schweren Last zusammen. Handgelenke werden an einen Holzstamm genagelt. Ein Vorhang zerreißt. Gräber öffnen sich. Zwei Männer müssen mal schnell einen langen Weg wieder zurückgehen, weil sie jemand begegnet sind, der eigentlich tot ist. Satan schleicht umher wie ein brüllendes Raubtier. Eine ganze Stadt kommt vom Himmel herab …

[Eine neuere Überarbeitung des Posts findet ihr hier.]