Die Bibel ist NICHT Gottes Wort!

 

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Die erste vollständige Bibelübersetzung von Martin Luther 1534, Druck Hans Lufft in Wittenberg, Titelholzschnitt von Meister MS. Foto von Torsten Schleese (Selbstfotografiert im Lutherhaus Wittenberg), via Wikimedia Commons – Public domain

 

„Die Bibel ist  NICHT  Gottes Wort!“

Dies wird in der Christenheit nicht deutlich genug gemacht. – Es gibt leider auch viele Christen, die dem sogar energisch widersprechen würden. – Deswegen möchte ich dies in diesem Artikel so deutlich wie möglich machen.

Mir geht es dabei um all die Menschen, die sich schon für die Bibel interessieren, und auch jene, welche vielleicht in der Zukunft zur Bibel greifen werden, weil sie Gott suchen und Antworten auf drängende Fragen ihres Lebens haben möchten.

Die biblischen Texte könnten für uns so viel wertvoller sein, wenn wir besser mit ihnen umgingen…

 

Gott ist kein Schriftsteller

 

Die Aussage

die Bibel ist das Wort Gottes“

ist

unbiblisch,

unchristlich

ungeistlich

und frech.

 

 

1. Die Aussage „die Bibel ist das Wort Gottes“ ist  unbiblisch !

Diese Tatsache ist so offensichtlich, dass es schon fast peinlich ist, überhaupt darüber zu reden. Da manche Christen in diesem Zusammenhang allerdings sogar von einem „Selbstzeugnis“ der Bibel sprechen, ist es leider wirklich nötig, ausdrücklich darauf hinzuweisen.

Der letzte der biblischen Texte wurde um das Jahr 100 verfasst. Bibeln wurden aber erst ab dem 4. Jahrhundert hergestellt. Demzufolge kann die Aussage „die Bibel ist das Wort Gottes“ in keinem der biblischen Texte zu finden sein, da es Bibeln zur Zeit des Abfassens noch gar nicht gab. Die Aussage ist somit unbiblisch.

 

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Eine Seite des Codex Sinaiticus, eine der bedeutendsten Bibel-Ausgaben aus dem 4. Jahrhundert; via Wikimedia Commons – Public domain

 

2. Die Aussage „die Bibel ist das Wort Gottes“ ist  unchristlich !

Das stimmt allerdings nicht ganz bzw. muss näher erklärt werden.

Da viele Christen behaupten, dass die Bibel das Wort Gottes ist, könnte man auch sagen, es wäre somit im weiteren Sinn „eine christliche Aussage“. Die Christen der ersten Jahrhunderte konnten allerdings gar nicht behaupten, dass die Bibel das Wort Gottes ist, da es unseren Begriff „Bibel“ (bzw. die entsprechenden Begriffe in anderen Sprachen) noch überhaupt nicht gab. Wenn man also auf die Anfänge des Christentums schaut, stellt man fest, dass die Aussage „die Bibel ist Gottes Wort“ damals keine christliche Aussage war und auch nicht sein konnte.

Die ersten Christen erlebten die Offenbarung Gottes auch nicht nur in einem Buch. Im Menschen Jesus aus Nazareth und im Heiligen Geist war Gott selbst zu ihnen gekommen, und Gott sprach nun zu ihnen z.B. auch durch die christliche Schwester und den christlichen Bruder, und er lehrte vor allem den einzelnen Gläubigen in seinem Herzen durch den Heiligen Geist.

 

„Doch der Heilige Geist, den euch Christus gegeben hat, er bleibt in euch. Deshalb braucht ihr keine anderen Lehrer, der Heilige Geist selbst ist in allen Fragen euer Lehrer. Was er euch sagt, ist wahr und ohne Lüge…“

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(Erster Brief von Johannes, 2. Kapitel, Vers 27 – Bibel, Neues Testament)

 

Dies führt uns gleich zu dem nächsten Punkt…

 

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Die Taube des Heiligen Geistes von Bernini (Rom, Vatikan, Petersdom); Foto von Dnalor 01 via Wikimedia Commons – CC BY-SA 3.0 at (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/at/deed.en)

 

3. Die Aussage „die Bibel ist das Wort Gottes“ ist  ungeistlich !

Die Jesus-Bewegung war eine „spirituelle Bewegung“. Zum frühen Christentum gehörte wesentlich die Gegenwart und die Wirkungen des Heiligen Geistes. Dies sieht man besonders in der Bekehrung  und im Wirken von Paulus. Das Wesen der Frömmigkeit hatte sich geändert: Weg vom Leben nach Texten, und hin zu einem innigen Leben in der Gegenwart des Heiligen Geistes.

 

„… der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.“

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(Paulus im zweiten Brief an die Christen in Korinth 3,6 – Neues Testament)
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„… Wenn ihr aber mit der Kraft des Geistes euer selbstsüchtiges Verhalten tötet, werdet ihr leben. Alle, die sich von Gottes Geist regieren lassen, sind Kinder Gottes.“

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(Paulus im Brief an die Christen in Rom 8,13-14 – Neues Testament)

 

Die Bibel-Ideologie und Bibel-Frömmigkeit, welche sich in der Kirchengeschichte entwickelt haben, sind ein Rückschritt. Anstatt einem Leben im Geist Gottes zu vertrauen, klammert man sich wieder an heilige Texte.

Das Ganze ist auch eine Machtfrage in den religiösen Systemen der Christenheit:

Über Texte kann man verfügen (Bibelzitate, Dogmen, Bibel-Ausleger,…) – über den Heiligen Geist nicht!

 

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Fruchttaube, Foto von Lip Kee Yap [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)%5D, via Wikimedia Commons

 

4. Die Aussage „die Bibel ist das Wort Gottes“ ist  frech !

Viele biblischen Texte nehmen für sich überhaupt nicht in Anspruch „Wort Gottes“ oder besonders „inspiriert“ zu sein.

Das Lukas-Evangelium ist dafür ein gutes Beispiel. Im Unterschied zu den anderen Evangelien, macht der Verfasser hier wenigstens Angaben über die Umstände der Entstehung des Textes. Er nimmt dabei allerdings gar nicht in Anspruch, irgendwie göttlich inspiriert worden zu sein. Im Gegenteil! Er schreibt, er habe gründlich recherchiert (Lukas 1,3).

Dennoch zu behaupten, die biblischen Texte sein „Gottes Wort“ ist frech, denn man geht damit – aus welchen Gründen auch immer – eindeutig über das hinaus, was viele der biblischen Texte für sich selbst in Anspruch nehmen.

Und es ist vor allem frech, weil man damit auch etwas über Gott sagt, was er selbst gar nicht gesagt hat.

 

„Es sollten sich nicht so viele in der Gemeinde um die Aufgabe drängen, andere im Glauben zu unterweisen. Denn ihr wisst ja: Wir, die andere lehren, werden von Gott einmal nach besonders strengen Maßstäben beurteilt.“

.
(Jakobusbrief 3,1 – Neues Testament)

 

Warum nehmen wir die biblischen Texte nicht einfach so, wie sie sind?

Wir wären überrascht, welche Wirkung sie entfalten können, wenn man sie von den Ketten von Bibel-Ideologie und menschlicher Instrumentalisierung befreit. – Ein Buch des Lebens…

 

Vorbereitung aufs Paradies (3. Teil)

 

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By NASA (Great Images in NASA Description) [Public domain], via Wikimedia Commons

 

Gott brütet etwas aus.
Gott schwebt über den Dingen.
Gott spricht.
Gott schafft neu.
Gott erhellt.
Gott betrachtet.
Gott beurteilt.
Gott weiß, was gut ist.
Gott erkennt Qualität.
Gott gibt der Sache einen Namen.
Gott trennt.
Gott macht Platz für den Himmel.
Gott gibt Luft zum Atmen.
Gott lässt die Sonne scheinen.
Gott lässt die Sterne funkeln.
Gott setzt den Mond in den Nachthimmel.
Gott macht Großes.
Gott macht Kleines.
Gott setzt Zeichen.
Gott begrünt.
Gott belebt.
Gott lässt tummeln und flattern.
Gott schenkt Nahrung.
Gott sorgt für seine Geschöpfe.
Gott ordnet.
Gott segnet.
Gott beauftragt.
Gott lässt Nebel aufsteigen.
Gott nimmt.
Gott formt.
Gott haucht Leben ein.
Gott plant nachhaltig.
Gott lässt regnen.
Gott erlaubt.
Gott verbietet.
Gott ermöglicht Fehler.
Gott macht ein Feldtier schlauer als alle anderen.
Gott lässt zu.
Gott fragt.
Gott führt ein Gespräch.
Gott adressiert das Problem.
Gott geht der Sache auf den Grund.
Gott überführt den Schuldigen.
Gott verheißt.
Gott bestraft.
Gott bekleidet.
Gott bedeckt die Scham.
Gott schmeißt raus.
Gott findet Gefallen.
Gott tätowiert.
Gott ist geduldig.
Gott wartet ab.
Gott bereut.
Gott flutet.
Gott lässt absaufen.
Gott rettet.
Gott schickt Wind.
Gott ist besorgt.
Gott verwirrt.
Gott gibt dem Mann einen Namen.
Gott antwortet.
Gott schickt Träume.
Gott schickt Plagen.
Gott lässt hageln.
Gott quält.
Gott tötet.
Gott führt heraus.
Gott befreit.
Gott kommt mit Blitz & Donner.
Gott ruft in der Nacht.
Gott stärkt.
Gott ist in einem kleinen, leisen Säuseln.
Gott hält Hof.
Gott plaudert mit Satan.
Gott zieht die Fäden hinter der Kulisse.
Gott lässt sich sehen.
Gott überzeugt.
Gott heilt.
Gott bietet Schutz.
Gott macht nicht dem gar aus.
Gott lässt einen Rest übrig.
Gott zerstreut.
Gott sammelt.
Gott begleitet.
Gott plant einen Neuanfang.
Gott arbeitet geduldig.
Gott kommt zu uns.
Gott ist bei uns.
Gott bezeugt.
Gott beglaubigt.
Gott ist ein Freund der Menschen.
Gottes Herrschaft kommt wie ein Senfkorn und wie Sauerteig.
Gott führt in die Krise.
Gott erleidet den Tod.
Gott bewirkt Anbetung.
Gott begeistert.
Gott begabt.
Gott versöhnt.
Gott schafft Frieden.
Gott schafft Einheit.
Gott bewegt.
Gott überfordert uns nicht.
Gott bringt Liebe hervor.
Gott bringt Freude hervor.
Gott bewirkt Geduld.
Gott macht freundlich.
Gott macht gütig.
Gott unterscheidet.
Gott richtet.
Gott macht dem Bösen ein Ende.
Gott macht eine neue Erde und einen neuen Himmel.