Kraft

 

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Wurzeln des Kapokbaums, von Chrishibbard7, English Wikipedia (Self-photographed) [Public domain], via Wikimedia Commons

 

… Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte; das ist das kleinste unter allen Samenkörnern; wenn es aber gewachsen ist, so ist es größer als alle Kräuter und wird ein Baum, dass die Vögel unter dem Himmel kommen und wohnen in seinen Zweigen.

 

(Jesus Christus; Bibel, Neues Testament, Matthäus-Evangelium, Kapitel 13, Verse 31-32)

 

Die Tage werden länger. Mehr Licht und Sonne. Ein lauer Wind kommt auf. Wärme schmilzt Schnee und Eis. Auferweckung. Verschlafenes Leben bricht hervor, aus Erde, die gefroren war. Bunte Blüten begrüßen freundlich. Farben-Freude. Farben-Fülle. Düfte hängen in der Luft. Lebendiges regt sich und summt durch die Luft. Vögel zwitschern. Ich pack die schwere Winterkleidung zurück in den Schrank und lasse Luft und Sonne an meine Haut.

 

… Ich werde euch Atem einhauchen und euch wieder lebendig machen!

 

(Die Bibel, Tanach / Altes Testament, Hesekiel 37. Kapitel, Vers 5)

 

Spazierengehen. Fahrradfahren. Kinder spielen im Freien. Fenster werden geöffnet – frische Luft. Die Welt klingt anders. Frühjahrsputz. Samen werden gesät. Leben pflanzt sich fort.

 

 Ich mache deine Nachkommen so zahlreich wie die Sterne am Himmel und … durch deine Nachkommen werden alle Völker der Erde gesegnet sein

 

(1. Mose / Genesis / Bereschit 26,4)

 

Frühjahrsstürme – Unruhe des Wandels. Frühling. Vorbote des Sommers. Ferien, Sonne und Meer. Früchte reifen, Menschen entspannen sich im Park und feiern im Garten. Lautes Lachen und leises Murmeln – bis tief in die Nacht.

 

… die ihre Hoffnung auf den Herrn setzen, bekommen neue Kraft. Sie sind wie Adler, denen mächtige Schwingen wachsen. Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und sind nicht erschöpft.

 

(Jesaja 40,31)

 

Auferweckung. Jesus verlässt das Grab. Leben von den Toten. Licht in die Dunkelheit. Heiliger Geist weht in die Schöpfung. Frauen und Männer werden erfasst. Schalom. Gottes ewiges Friedensreich bricht herein. Friedfertige beenden kalten Krieg. Schwerter zu Pflugscharen – Nahrung statt Waffen. Menschen treten in die Freiheit; legen Altes ab und Neues an. Öffnen ihre Herzen, ihre Türen und ihr Leben; laden ein. Lassen sich berühren und machen sich verletzbar.

Seelen heilen. Nervosität weicht der Gelassenheit, Lärm der Ruhe. Die Atmosphäre ist anders geworden. Ein neues Aroma hängt in der Luft. Menschen reichen sich die Hände. Worte der Versöhnung beenden das Schweigen. Verlorenes wird gesucht, Verirrtes findet den Weg. Früchte des Lebens reifen. Mehr als ein neuer Lebensstil. Ein Mensch aus Galiläa: Jesus von Nazareth. Messias. Immanuel. Gott wohnt bei seinen Menschen. Ein neuer Weg.

 

Denn Gottes Reich gründet sich nicht auf Worte, sondern auf seine Kraft.

 

(1. Korinther 4,20)

 

Wie viel wurde schon geredet, geschrieben und gestritten. Gerade auch im Namen des Christentums. Auf Facebook, in Hauskreisen und von der Kanzel: Streit darum wer recht hat, wer biblisch ist, wer die Wahrheit vertritt, …

Das Reich Gottes findet man nicht bei den besten theologischen Erklärungen, sondern dort, wo Gottes Kraft wahrnehmbar ist. Veränderung. Wachstum. Leben. Vertrauen. Liebe. Herrlichkeit. – Wann werden wir endlich aufhören, die Sache Gottes in unsere eigenen Kategorien pressen zu wollen, und die Augen öffnen für das Offensichtliche?

 

… die Frucht, die der Geist wachsen lässt, ist: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung …
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(Galater 5,22-23)

 

So bringt jeder gute Baum gute Früchte, aber der faule Baum bringt schlechte Früchte … an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.
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(Bergpredigt, Matthäus-Evangelium 7,17-20)

 

[Dies ist die Überarbeitung eines älteren Artikels. Den älteren Artikel findet ihr hier.]

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selbstverständlich

 

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This image is in the public domain because it contains materials that originally came from the U.S. National Oceanic and Atmospheric Administration, taken or made as part of an employee’s official duties. Via Wikimedia Commons.

 

selbstverständlich

selbst – verständlich

das ist doch selbstverständlich

da muss man sich doch nicht extra bedanken

wieso  weshalb  warum

ich wache auf

es ist morgen

ich liege in meinem bett

selbstverständlich kann nicht jeder mensch erwarten immer in seinem bett aufzuwachen

manche menschen erwachen im krankenhaus

manche im sarg

manche sind unterwegs

manche auf der flucht

selbstverständlich wird nicht überall frühstück angeboten

selbstverständlich gibt es auch menschen die sich genau überlegen müssen wann sie was essen weil sie nicht genug haben

selbstverständlich gibt es nicht überall offene arbeitsstellen oder andere möglichkeiten sich seinen lebensunterhalt zu finanzieren

selbstverständlich können nicht alle familien und staaten sich leisten alle kinder zur schule zu schicken

selbstverständlich gibt es auch viele alleinstehende

selbstverständlich gehören leiden und schmerzen zum leben

selbstverständlich kann man nicht erwarten das unglücke immer nur die anderen treffen

selbstverständlich können menschen nicht immer friedlich miteinander leben

selbstverständlich kommt es bei militärischen auseinandersetzungen auch zu zivilen opfern

selbstverständlich müssen wir alle einmal sterben

selbstverständlich geht auch dieser text einmal zu ende

 

Die Güte des HERRN hat kein Ende, sein Erbarmen hört niemals auf,
es ist jeden Morgen neu! …
(Die Bibel, Buch der Klagelieder, 3. Kapitel, Vers 22-23)
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DAS BUCH VOM GROSSEN FISCH

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Jona und der Wal, Gemälde von Pieter Lastman, 1621, [Public domain], via Wikimedia Commons

Wäre das nicht ein guter Titel für das Buch, das üblicherweise unter dem Titel „Jona“ gehandelt wird? Das scheint zumindest oft der Aspekt zu sein, der die meisten an diesem Buch interessiert. Wäre auch ein sehr kinderfreundlicher Titel. Ohne seinen Freund den Fisch (hat Jona ja schließlich vor’m Ertrinken gerettet) wäre Jona bestimmt nicht einmal halb so bekannt.

Warum ist „Das Buch vom großen Fisch“ KEIN guter Titel?  (Ist diese Frage manipulativ?)  😉

Ich finde ein guter Titel wäre: „Buch von der großen Geduld und Barmherzigkeit Gottes – gegenüber ALLEN Menschen“ (allerdings ein bisschen lang). ALLE in Bezug auf Juden UND Nicht-Juden, gegenüber „Ungläubigen“ und auch Gottes Schein-Heiligen.

Gibt natürlich auch einen Wikipedia-Artikel zu diesem Buch:

https://de.wikipedia.org/wiki/Buch_Jona

Dieses Buch ist einer meiner Lieblingstexte in der Bibel. Eine einzigartige Erzählung. Ich kenne keinen zweiten antiken jüdischen Text, der diesem Buch ähnlich ist. Eine Karikatur jüdischer Frömmigkeit …  –  und offensichtlich von einem Juden geschrieben!  –  Vielleicht der einzige satirische Text in der Bibel?

Die Nicht-Juden kommen in diesem Text erstaunlich gut weg. Sogar die Niniviten (samt Tieren!) bereuen und zeigen sich einsichtig! Nur Jona erscheint wie ein bockiges Kind:  „Mit vollem Recht bin ich wütend, am liebsten wäre ich tot!“  –  Nur gut, dass wir Christen nicht so eine Jona-Einstellung haben.  😉

Hat dieser Text andere biblische Autoren inspiriert? Jesus (kein biblischer Autor) kannte laut den Evangelien diesen Text oder zumindest die Erzählung. Die Jesus-Worte sind (abgesehen von EINER alttestamentlichen Stelle in 2. Könige!) auch die einzigen Verse, wo der Name „Jona“ in der Bibel auftaucht. Warum wurde auf diese Erzählung von Jona nicht öfter in anderen Texten Bezug genommen?

Was ist eigentlich das „Zeichen des Jona“? Und warum haben sich die Einwohner von Ninive bekehrt? Warum eigentlich ausgerechnet Ninive? Und warum hat sich Jona geärgert? Und warum ist er dann doch noch in der Nähe von Ninive geblieben? Und interessiert sich Gott wirklich für die Tiere in Ninive?

Das Buch passt in seinem Charakter eigentlich auch gar nicht richtig in die Zwölfprophetensammlung. Die Königsbücher mit den Elia-Erzählungen (in denen ja die einzige andere alttestamentliche Bibelstelle ist, welche Jona erwähnt) passen eigentlich besser zum Stil des Buches. Man fragt sich, ob die Länge des Buches vielleicht der einzige Grund war, weshalb es in der Zwölfprophetensammlung gelandet ist. (Oder vielleicht auch die ZEIT der Verfasserschaft?) Wer ist überhaupt dafür verantwortlich, dass dieser krasse Text in der Bibel gelandet ist?

Wer hat das Buch überhaupt geschrieben?

Keine Ahnung.

Und das geht nicht nur mir so. Das Jona diese Erzählung über sich selbst auch noch selber aufgeschrieben hat, wird zumindest in den biblischen Texten meines Wissens nirgendwo behauptet. (Dass man nicht weiß, wer der Verfasser ist, betrifft auch nicht nur das sogenannte Buch „Jona“, sondern viele Texte in der Bibel.)

Wann wurde Jona geschrieben?

„Keine Ahnung!“

Stimmt hier nicht ganz. Man kann wahrscheinlich vom Text selbst ausgehend am besten einschätzen, wann der Text WAHRSCHEINLICH UNGEFÄHR geschrieben worden ist. Außerdem lässt das Auftreten des Begriffs „Zwölfprophetenbuch“ (bei Jesus Sirach, 49,10) eine spätere Entstehung kaum zu.

Benannt wird es im Allgemeinen nach dem „Anti-Helden“ der Erzählung: Jona. Oder sollte es „Jonas“ heißen?. Interessant auch der Wikipedia-Artikel zum Namen „Jona(s)“:

https://de.wikipedia.org/wiki/Jonas

Da steht u.a. zur Herkunft und Bedeutung:

„Die hebräische Version des Namens bedeutet Taube und stammt ursprünglich vom griechischen Wort οιωνός für Zeichen. Im antiken Griechenland glaubte man, dass Vögel als Zeichen der Götter an die Menschen geschickt wurden. Es wird daher angenommen, dass der Name Jonas für ein friedvolles Wesen steht. Die biblische Version des Namens umfasst die hebräische Bedeutung, aber auch die Bedeutung Zerstörer und Unterdrücker. Als Variante von Jonah kann der Name auch als mit erreichen und Geschenk Gottes in Verbindung gesetzt werden.“

Alles sehr interessante Gedanken, wenn man an den Inhalt des Buches und auch an die Worte Jesu denkt. Klingt fast wie eine ironische Randbemerkung zum Buch.

Dass das Buch nach Jona benannt wird, macht Sinn; steht er doch am Anfang und am Ende der Erzählung (neben Gott natürlich). Geht es um ihn als historische Person oder steht seine prophetische Figur und sein Verhalten für etwas Anderes?

Ein richtig guter Titel für das Buch wäre vielleicht:  “ die güte gottes “

Vielleicht ein bisschen Lust gemacht, mein Lieblingsbuch (mal wieder) zu lesen?