Safi Nidiaye | Das Gott-Experiment

 

Heute für mich neu entdeckt: Safi Nidiaye.

Sie hat eine Meditations-Methode entwickelt, die sie „Körperzentrierte Herzensarbeit“ nennt.

Webseite

YouTube-Kanal

Einen guten Eindruck kriegt man hier: Herz öffnen statt Kopf zerbrechen – Wieder fühlen lernen

Hab mir auch gleich ein Buch von ihr bestellt:

Das Gott-Experiment

Das Gott-Experiment (YouTube-Vorstellung bei MYSTICA.TV)

 

Lösen von Vertrautem

 

Wellenreiten
„Wellenreiter“ von Jon Sullivan via Wikimedia Commons [public domain]

 

Gottes Kommen kündigt sich darin an, dass wir fühlen: So darf ich nicht bleiben!

(Friedrich Rittelmeyer, protestantischer Pfarrer und Gründer der Christengemeinschaft; zitiert aus „Gott 9.0“, S.19)

 

Vertrautes gibt uns Sicherheit und macht unser Leben leichter …

… und die Zufriedenheit mit dem Vertrautem ist der größte Feind des Besseren. – Warum etwas Gutes aufgeben, wenn ich noch nicht kenne, was vielleicht besser sein könnte?

 

»Herr, wenn du es bist, dann befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen!« – »Komm!«, sagte Jesus. Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser auf Jesus zu. Doch als er merkte, wie heftig der Sturm war, fürchtete er sich. Er begann zu sinken. »Herr«, schrie er, »rette mich!« Sofort streckte Jesus seine Hand aus und hielt ihn fest. »Du Kleingläubiger«, sagte er, »warum hast du gezweifelt?«

(Die Bibel, Neues Testament, Matthäus-Evangelium, 14. Kapitel, Verse 28-31)

 

Ein anderes Bild:

Der Wasserspiegel steigt. Noch sitzt das Boot fest auf dem Grund. Aber dann kommt der Moment, wo ich merke, dass sich das ganze Boot bewegt und schwankt. Das Boot hat die Bodenhaftung verloren. Ich bin unterwegs. Die Landratte ist auf dem Weg ins offene Meer hinaus. Und mein Boot trägt.

Wer meint „ich glaube nur, was ich sehe,“ täuscht sich selbst. Realismus ist eine Illusion. Wir erfassen nie die gesamte Wirklichkeit. Wir wissen noch nicht einmal genug, um abschätzen zu können, wie viel uns zur Allwissenheit noch fehlt. Wir können nicht beurteilen, ob wir viel oder wenig wissen, und wir können auch nicht sicher sein, welchen Wert unser Wissen im Zusammenhang mit dem großen Ganzen hat, da wir das große Ganze noch nicht vollständig kennen.

Darum aber geht es im Glauben an Gott: Um das große Ganze. Das Unbegrenzte, Absolute. – Wir, hingegen, sind begrenzt. Unsere Wahrnehmungen und unser Verstehen sind ganz offensichtlich mangelhaft.

 

Gottesfurcht ist Anfang der Erkenntnis …

(Tanach / Altes Testament, Sprüche 1,7)

 

Glauben heißt, sich vom Vertrauten zu lösen. Leap of Faith. Sprung des Glaubens. Es ist ein Lebensstil, der dem Wissen um die eigene Begrenztheit entspricht und der offen ist für neue Erfahrungen; offen dafür, Neues zu lernen. Umso schlimmer ist es, wenn sich vermeintlich „Gläubige“ als die „Wissenden“ präsentieren, die alle Antworten besitzen. Besserwisser, die es offensichtlich nicht mehr nötig haben, von anderen zu lernen, da sie ja schon die Wahrheit besitzen.

So, wie es nicht möglich ist, alles zu wissen, so ist es allerdings auch nicht möglich zu leben, ohne Entscheidungen zu treffen. Wir müssen uns durchs Leben wurschteln, obwohl wir wissen, dass unser Verstehen der Wirklichkeit mangelhaft ist. Wir sind schwach und bedürftig. Menschen, die Hilfe und Orientierung brauchen.

Um glauben zu können, muss man auch nicht alles aufgeben, was sich schon bewährt hat. Aber man muss die totale Selbstkontrolle und seine Eigenwilligkeit aufgeben, wenn man will, dass man von  Gott  bewegt wird und für ihn brauchbar ist. Man muss Gott das Ruder überlassen. Kontrollfreaks tun sich schwer mit dem Evangelium.

Ich hab mich im Leben schon oft im Kreis gedreht. Gegrübelt und gegrübelt und bin immer wieder an denselbem Punkt angekommen. Auch so manche Diskussion zwischen Christen erscheint als festgefahren. Vielleicht ließen sich sinnlose Debatten und Spaltungen der Christenheit überwinden, wenn wir mehr bereit wären loszulassen und uns von Gott auf eine höhere Ebene heben ließen.

Was wir brauchen ist eine gute Kraft, die uns trägt und ans Ziel bringt. Eine Kraft, die über unsere eigenen Möglichkeiten hinaus geht. Es geht schließlich nicht nur um uns, sondern um alle Menschen und die gesamte Schöpfung. Wir brauchen einen Lebensstil, der einladend ist, und offen für die Möglichkeiten Gottes; Konzepte, durch die sich die guten Absichten Gottes verwirklichen können.

 

Darum gleicht jeder, der meine Worte hört und danach handelt, einem klugen Mann, der sein Haus auf felsigen Grund baut. Wenn dann ein Wolkenbruch niedergeht und die Wassermassen heranfluten und wenn der Sturm tobt und mit voller Wucht über das Haus hereinbricht, stürzt es nicht ein; es ist auf felsigen Grund gebaut.

(Matthäus-Evangelium 7,24-25)

 

Dieses feste Fundament findet man nur in der relativen Unsicherheit des Glaubens.

 

soft skills

 

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public domain via publicdomainpictures.net

 

 

… Die Schrift ist Gottes Atem. Sie soll uns unterweisen; sie hilft uns, unsere Schuld einzusehen, wieder auf den richtigen Weg zu kommen und so zu leben, wie es Gott gefällt. So werden wir reife Christen und als Diener Gottes fähig, in jeder Beziehung Gutes zu tun.
 .

(Paulus in der Bibel, Neues Testament, der zweite Brief an Timotheus, 3. Kapitel, Verse 16-17)

 

 

Dies sind die klassischen Verse zur Inspiration der Bibel. Wenn wir die Verse im Zusammenhang lesen, wird allerdings klar, dass die Inspiration der Bibel hier gar nicht das Thema ist. Ganz abgesehen davon, dass es die Bibel natürlich noch gar nicht gab.

Paulus‘ Verweis auf die Texte, die Timotheus seit seiner Kindheit kennt, legt nahe, dass hier an die heiligen Schriften der Juden (unser Altes Testament) gedacht ist. Auf jeden Fall kann man weder von diesen Versen noch von irgendwelchen anderen Versen in der Bibel ableiten, dass mit diesen Worten all die 66 Bücher gemeint sind, die viele heute als Bibel kennen. Wie schon so oft, hat hier jemand einen Bibelvers gesucht, um seine eigene Meinung zu begründen, und gedacht, diese Verse passen doch ganz gut (was offensichtlich gar nicht der Fall ist).

Der Missbrauch dieser Bibelstelle zur Begründung von Biblizismus lenkt auch von der eigentlichen Aussage ab. Um die Verse von Paulus richtig zu verstehen, dürfen wir nicht unsere heutigen Fragestellungen an den Text herantragen, sondern sollten versuchen, uns einen Eindruck davon zu verschaffen, was Paulus seinem jüngeren Mitarbeiter Timotheus hier vermitteln will.

Paulus schreibt Timotheus, dass er angesichts wachsendem Unglaubens, zunehmender Unmoral und verbreiteter Irrlehre entschlossen für die gesunde Lehre eintreten soll. Dabei betont er die wertvolle Bedeutung der heiligen Schriften für diese Aufgabe. Interessant ist dabei das Wort, das dafür verantwortlich ist, dass diese Verse in der Bibel-Inspiration-Diskussion überhaupt benutzt werden: „theopneustos“. Das Geschriebene am Anfang von Vers 16 wird im griechischen Urtext mit dem Ausdruck „theopneustos“ näher beschrieben: theos = Gott, pneo = ausatmen.

Eine geniale Wortwahl. In diesem einen Wort steckt Schöpfung und Heilsgeschichte. Ein Leser, dem die jüdischen heiligen Texte vertraut sind (Timotheus), hat da eine ganze Menge von Assoziationen:  Der Geist Gottes, der am Anfang der Schöpfung über dem Wasser brühtet; Gottes Atem, der den Acker zu einem lebendigen Menschen belebt; und natürlich auch Gottes Geist, der die Propheten getrieben hat, in Seinem Namen zu reden.

Die populäre NIV übersetzt ins Englische „God-breathed“. Das ist die, meiner Meinung nach, beste Übersetzung, die ich bis jetzt gefunden habe. Eine entsprechend gute Übersetzung ins Deutsche habe ich bis jetzt leider nicht gefunden. Das Wort „eingegeben“, das in deutschen Übersetzungen steht, weckt Assoziationen, die dem Urtext nicht entsprechen. (Deshalb habe ich in den obigen Versen versucht, eine eigene Übersetzung zu machen.)

Wortspiele, die den Deutungsspielraum der Begriffe „ruach“ (das hebräische Wort im Tanach, unserem Alten Testament) und „pneuma“ (das griechische Wort im Neuen Testament) ausnutzen, finden sich auch in anderen neutestamentlichen Texten; z.B. in diesen Versen im Johannes-Evangelium:

 

Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist (pneuma) geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes hineingehen. Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist (pneuma) geboren ist, ist Geist (pneuma). Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden. Der Wind (pneuma!) weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht; so ist jeder, der aus dem Geist (pneuma) geboren ist.

(Neues Testament, Johannes-Evangelium 3,5-8)

 

Die Verse im Timotheusbrief berühren eine für Christen sehr wichtige Frage: Wie gehen wir mit unseren heiligen Texten um? Oder noch genauer formuliert: Wie benutzen wir sie?

Das Wort „benutzen“ sollte uns schon vorsichtig werden lassen. Die Grenze zur Instrumentalisierung von Texten, denen man göttliche Autorität zuspricht, ist offensichtlich nicht leicht zu ziehen. Durch Worte wie „Belehrung“, „Widerlegung“ und „Korrektur“, die in Übersetzungen zu lesen sind, könnte sich so manch einer zu Wortgefechten mit Bibelversen eingeladen fühlen. Oberlehrerhaftes Verhalten und Rechthaberei sind nicht mehr weit entfernt. Viele Menschen, die entsprechende Erfahrungen in christlichen Kreisen gemacht haben, wissen, was ich meine; und auch die Kirchengeschichte ist leider angefüllt mit Beispielen solchen Verhaltens.

In Versen aus Paulus‘ Brief an die Gemeinde Korinth klingt an, dass Texte im neuen Bund Gottes mit seinen Menschen eine untergeordnete Rolle spielen:

 

„Wir bilden uns nicht ein, aus eigener Kraft irgendetwas tun zu können; nein, Gott hat uns Kraft gegeben. Nur durch ihn können wir die rettende Botschaft verkünden, den neuen Bund, den Gott mit uns Menschen geschlossen hat. Wir verkünden nicht länger die Herrschaft des geschriebenen Gesetzes, sondern das neue Leben durch Gottes Geist. Denn der Buchstabe tötet, Gottes Geist aber schenkt Leben.

(2. Korinther 3,5-6)

 

Gott lässt sich weder in einem Buch einsperren, noch hat er sein Wirken darauf beschränkt, dass alte, antike Texte gelesen werden. Das Leben selbst besteht nur fort, weil Gott es ständig belebt, und wie beim Wind kann man weder sehen, wo Gottes Wirken herkommt, noch wohin es geht. Im neuen Bund Gottes mit seinen Menschen kann der Gläubige jetzt geistliches Leben unmittelbar durch Jesus empfangen, und nicht mehr vermittelt durch Priester oder heilige Texte.

Wie Gottes Atem den Acker zum Leben erweckt, so erweckt er auch tote Buchstaben dazu für den geistlichen Menschen nützlich zu sein, um richtig leben zu lernen. Das Ziel ist nicht Wissen, sondern ein Lernprozess, um befähigt zu werden, Gutes zu tun. „soft skills“ anstelle von schlagkräftigen Argumenten. Der Gläubige wird immer mehr zum Beteiligten bei Gottes Plan, sein Schalom, seine ewige Friedensherrschaft in dieser Welt aufzurichten.

 

Jesus verorten

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Rainbow Gathering, Russland, August 2005, von alexkon from Jerusalem, Israel (Flickr) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)%5D, via Wikimedia Commons

 

Jesus  raum

Nein, gemeint ist nicht die Tür zum Raum für die Kinderbetreuung während des Gottesdienstes.

 

… Wer nicht das Reich Gottes annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen…

(Die Bibel, Neues Testament, Lukas-Evangelium, 18. Kapitel, Vers 17)

 

Typisch für Kinder ist Neugier, das ständige Bedürfnis Neues zu lernen und auszuprobieren, und nicht zu meinen: „Ich weiß schon alles; ich mach es einfach so, wie ich es immer gemacht habe…“

Jesus raum

Es geht um Raum für Jesus. Mit Jesus. Bunt.  Vielleicht nur eine kleine Stube. Vielleicht auch etwas Größeres. Kein Sich-Verzetteln in Nebensächlichkeiten oder Kleinkrieg über Details, sondern eine Konzentration auf’s Wesentliche: Jesus.

Zunächst Raum für Jesus in meinem eigenen Herzen und im Kopf! Und dann auch Orte, wo ich von Jesus hören kann und anderen von IHM erzählen. Reden über Jesus. Und auf IHN hören. Raum für Jesus unter uns und Räume für Jesus in unserer Nachbarschaften. Zeitlich und räumlich. Mobil und ortsverwurzelt, und auch virtuell. Jesus verbindet Menschen.

Ist die christliche Szene hier und da vielleicht zu grau? Die Farbe des Staubes von jahrhundertealten Sakristeien, Liturgien, Ritualen, denkmalgeschützten Gebäuden, Friedhöfen, …

 

Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.

(Neues Testament, 1. Johannesbrief 5,12)

 

Alles, was seit knapp 2000 Jahren an Christlichem produziert, institutionalisiert und publiziert wurde, geht zurück auf diesen einen Mann. Vor 2000 Jahren als kleines Baby in einem jüdischen Kaff in den besetzten Gebieten geboren. Den RÖMISCH besetzten Gebieten. Und in einer Machtdemonstration des Imperium Romanum in der Blüte seines Lebens grausam hingerichtet  –  aber von Gott selbst rehabilitiert! Jesu Bewegung war noch nicht am Ende…

Jesus raum

So eine Mischung aus JESUS-TREFFEN, Stille Zeit, Kiez-Treff, Abendmahl, Springbrunnen, Hauskreis, Pfefferminztee, JESUS-DIENST, Stühlen, offener Kirche, WORTHAUS, Keksen, JESUS WERKSTATT, Couch, Cafeteria, JESUS-GESPRÄCHSKREIS, Raum der Stille, Bibelschule, Musical, Hollywood-Schaukel, JESUS TREFF, Arbeitstreffen, Strand, JESUS TEAHOUSE, Gebetsspaziergang, Dia-Vortrag, Snacks, Predigt, Ga(e)st(e)haus, JESUS TREFF, Früchtetee, Gebetskreis, Talentshow, Bürgerinitiative, Park, Kinderbibelwoche, Freilichtbühne, öffentlicher Anhörung, JESUS live!, Kirchenbänken, Olympia, Kleingartenkolonie, Ferienlager, Wohnküche, Christival, Konferenztisch, Altstadt, OPEN SKIES, Gemeindezentrum, Landpartie, Seniorentreff, Fête de la musique, Hausflur, Basar, EMERGENT FORUM, Oase, Theater-Werkstatt, Schaukelstuhl, Nachbarschaftsverein, Karaoke, Obstblütenfest, Fußgängerzone, Kirchengemeinde, Wohnzimmer, Pfadfindertreffen, Aufenthaltsraum, FREAKSTOCK, Kleinkunstbühne, Holzbänken, Bahnhofsvorplatz, Gruppentherapie, Wandelgang der Kontemplation, Technisches Hilfswerk, WG, Wochenendseminar, Stehparty, JESUS MAHL, Abenteuerspielplatz, Sitzgruppe, Strandpromenade, Podiumsdiskussion, Buffet, Filmabend, rotem Tee, Dorfplatz, Wellness Spa für Körper und Seele, Selbsthilfegruppe, Muppet Show, Gottesdienst, Biergarten, Marktplatz der Ideen, Volkshochschule, Andacht, Lounge, Live-Konzert, Ökumenischer Bibelkreis, Kita, FreiRaum, Campingplatz, Speisesaal, Flohmarkt, Geburtstagsfeier, JESUS COLLEGE, Wohnprojekt, Parkplatz, Männerfrühstück, Grillparty der Freiwilligen Feuerwehr, Diele, Medienprojekt, potluck, Kirchentag, internationalen Begegnungszentrum, Jesus Christ Superstar, Gemeindetag, Kiosk / Laden an der Ecke (wo man sich trifft), Kino, Konfirmationsunterricht, Stammtisch, Rockfestival, Küchentisch, JESUS-SCHULE, Rummel, Marktplatz, Bibelstunde, Fitness-Studio, Taizé, Kaffeeautomat, JESUS CENTER, Konzerthalle, Familientherapie, Karneval der Kulturen, JESUS-STUNDE, Sofa, Hüpfburg, Zeltmission, Obdachlosenarbeit, Computertreff, Treppenhaus, Lebenshilfezentrum, JESUS-KREIS, Gebetstreffen, Vorplatz der Dorfkirche, Jugend-Haus, Mediations-Zentrum, Place-to-go, Kaffeeklatsch, Sesamstraße, Hibiskustee, Arbeitsessen, ausgebreiteten Decken, Vereins-Lokal, Tankstelle am Ortseingang, Gartenfest, Rundem Tisch, Kaffeehaus, Armlehnensessel, Kindergeburtstag, Ortstreff, Galerie, garage sale, Fußballweltmeisterschaft, offenem Kloster, Open-Air, Senioren Residenz, Barhockern, Bible College, Eingangsbereich, Urlaub, Parteizentralen, Parkbänken, Bibelwoche, Theater-Treffen, Fernsehraum, Picknick, Evangelisationsveranstaltung, Ökodorf, Frauenfrühstück, Konfa-Fahrt, JESUS CONNECTION, Treffpunkt der Ortsgruppe der regionalen Aktivisten, JESUS EVENT, Campus, Tee-Zeremonie, Urania, Baumwipfelpfad, geistliches Rüstzentrum, Speaker’s Corner, Hauskreis, Kurkonzert, Kamillentee, Gebetshaus, Familienzentrum, Zirkus, Gemeinde-Nachmittag, Schulen, Andachtsraum, Straßenfest, Jugendherberge, public viewing, Sitzecke, BERLINPROJEKT, Malventee, Seniorentreff und Eckkneipe. Wo es natürlich um Jesus geht. Und um die Menschen, die sich  von Jesus angezogen fühlen oder einfach mal reinschauen wollen. Da gäbe es dann natürlich auch jede Menge zu tun, für die, die bereit sind, mitanzupacken. Und auch alte Menschen und Menschen mit Behinderung könnten dabei sein und sich miteinbringen. (Besser als Zuhause alleine vorm TV oder PC zu sitzen.)

Chancen nutzen. Von allem das Gute mitnehmen und behalten. Nachhaltige Strategien.

Gibt’s da nicht vielleicht irgendwo Räume, Gebäude, Orte, Plätze, Gärten, Menschen, … für Jesus raum? Lässt sich da was machen?

Jesus.  –  Nicht nur in unseren Glaubensbekenntnissen und Vereinssatzungen, sondern in der ersten Reihe, an vorderster Front. Als Aushängeschild und auf dem Klingelschild. Als treibende Kraft. Als Weg und Ziel.

ER ist es, auf den es ankommt. ER hat es uns angetan. ER ist der Grund, warum wir So-etwas überhaupt machen wollen, oder darüber nachdenken.

Öffentlicher Raum. Jesus zog als Wanderprediger durch die Lande. Von Ortschaft zu Ortschaft. Seine Jünger schickte er auch durch die Gegend, dasselbe zu tun. In unseren Breitengraden und mit unseren Wetterverhältnissen und dem Deutschen Ordnungsamt funktioniert das vielleicht ein Bisschen anders. Aber wir müssen als Anhänger Jesu ZU den Menschen gehen. Ihnen da begegnen, wo sie sind.

Geld war offensichtlich bei der Jesus-Bewegung vor 2000 Jahren kein Problem. Wenn mal nichts zu Essen da war, gab es eben ein Wunder. Und es ist auch keine Erzählung überliefert, dass das Jesus-Projekt aus finanziellen Gründen eingestellt werden musste.

Ich bin gerade dabei zurückzuziehen in meine alte Heimat: Berlin-Lichtenrade. Da gibt es zum Glück schon Christen. Mal schauen, wo Jesus da überall raum hat …

 

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Heilige Texte = gute Texte ?

 

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Der Anfang der Gutenberg-Bibel [Text von Hieronymus (* ca 347, † 420), Druck durch Johannes Gutenberg (* ca. 1400, † 1468), Illustrationen von verschiedenen Angestellten], public domain, via Wikimedia Commons

 

Die Frage selbst scheint schon ein bisschen blasphemisch und ein bisschen absurd: Wenn heilige Texte keine guten Texte sind, was dann?

Ich bin mit der Bibel aufgewachsen, und sie hat mich ein Leben lang begleitet. Wenn ich auf eine einsame Insel müsste und könnte nur  ein  Buch mitnehmen, wäre die Frage für mich nur,  welche Bibel-Ausgabe  ich mitnehme. Und doch gibt es immer noch Teile der Bibel, denen ich nicht viel abgewinnen kann. Liegt das an mir oder am Text?

Als ich in der Oberschule war, beschloss ich, in einem Jahr die Bibel durchzulesen, und ich hab es auch geschafft.  🙂  Ca. 3 Kapitel Altes Testament und 1 Kapitel Neues Testament pro Tag. Ich hätte natürlich auch einfach Alles von vorne bis hinten durchlesen können, aber ich wollte nicht so lange aufs Neue Testament warten müssen.

Manchmal war es so spannend, dass ich nach 3 Kapiteln gar nicht aufhören wollte, und andere Male war es ziemlich öde. – Darf man das überhaupt zugeben? – 3. Buch Mose / Leviticus / Wajikra ist für einen Teenager nicht unbedingt fesselnde Lektüre. – Wie wär’s mit etwas Harry Potter? Oder Stephen King?

Es ist allerdings auch eine absurde Vorstellung, dass antike heilige Texte für Kinder, Teenager oder auch Erwachsene spannende Lektüre sein müssen. Wenn man dies von den Texten oder deren Lesern verlangt, ist man in Gefahr, die Texte so verbiegen zu wollen, dass sie für den Leser interessant werden. Auch sich selbst oder anderen vorzumachen, dass man die biblischen Texte ganz toll findet, klingt nicht nach einer christlichen Strategie.

Oft habe ich es erlebt, dass man mit Gewalt versucht die Texte zu „aktualisieren“:

 

Dies sind aber die Namen der Männer, die euch beistehen sollen: von Ruben: Elizur, der Sohn Schedëurs; von Simeon: Schelumiël, der Sohn Zurischaddais; von Juda: Nachschon, der Sohn Amminadabs; von Issachar: Netanel, der Sohn Zuars; von Sebulon: Eliab, der Sohn Helons; von den Söhnen Josefs: von Ephraim: Elischama, der Sohn Ammihuds; und von Manasse: Gamliël, der Sohn Pedazurs; von Benjamin: Abidan, der Sohn des Gidoni; von Dan: Ahiëser, der Sohn Ammischaddais; von Asser: Pagiël, der Sohn Ochrans; von Gad: Eljasaf, der Sohn Deguëls; von Naftali: Ahira, der Sohn Enans.

(Die Bibel, Altes Testament, 4. Buch Mose / Numeri / Bemidbar, 1. Kapitel, Verse 5-15)

 

„Wie kannst du diese Verse heute praktisch in deinem Alltag anwenden?“

Die Gefahr, dass man gerade bei diesem Zitat „falsche Schlüsse“ zieht, ist sicherlich gering: Man „zieht“ wahrscheinlich einfach gar nichts. Für Bibelforscher vielleicht interessante Verse, aber wieviel Zeit und Nachschlagewerke braucht man, um von diesen Versen etwas für sein Leben zu lernen?

Bei anderen Versen ist es viel einfacher, etwas Praktisches abzuleiten:

 

Nun gebe ich dir noch einen persönlichen Rat: Trink nicht länger nur Wasser. Du bist so oft krank, und da würde etwas Wein deinem Magen gut tun.

(Neues Testament, Paulus‘ 1. Brief an Timotheus)

 

Das, was man hier lernen kann, scheint auf der Hand zu liegen. Bei anderen Versen, hingegen, ist es nicht ganz so einfach. Aber wenn man lange genug auf einem Vers herumgekaut hat, kann man da vielleicht auch etwas Brauchbares heraussaugen. Dies ist auch nicht unbedingt schlecht, aber die Frage ist, ob das, was man gelernt hat, der Text auch lehren wollte.

Selbst bei einem göttlichen Gebot, wie „Du sollst den Sabbat heiligen!“, kann ich mich fragen, ob das auch für mich heute gilt. (Gott hat es schließlich nicht direkt zu mir gesagt.) Und noch schlimmer wird es, wenn man jemand anderem einen Bibelvers unter die Nase reibt und behauptet: „Dies ist Gottes Wille für  dein  Leben heute !“

Man kann aus vielen Büchern irgendwelche mehr oder weniger guten Ideen ableiten – auch aus der Bibel. Wie kann ich aber überprüfen, ob ich einen biblischen Text auf eine sinnvolle Weise benutzt habe, bzw., ob ich ihn „richtig“ verstanden habe?

Was sind überhaupt  gute  Texte?  Was macht einen guten Text aus?  „Gut“ für was oder wen?

Das Prädikat „gut“ hat mindestens zwei Aspekte:

1. Hat es der Schreiber geschafft, das auszudrücken, was er sagen wollte? Hat der Herausgeber des Textes, den Text so veröffentlicht, dass er die gewünschte Wirkung erzielt hat? Hat der Text „funktioniert“?

2. Kann der Leser dem Text etwas Positives abgewinnen? Bewirkt das Lesen des Texts etwas Gutes im Leser?

Die erste Frage ist schwer zu beantworten, da wir nur wenig oder gar nichts über den unmittelbaren Zusammenhang der Texte wissen.

Die zweite Frage wird wohl am besten der Leser selbst beantworten können.

Texte werden auch nicht dadurch gut oder besser, dass sie jahrhundertelang verehrt werden. Im Gegenteil, macht der zeitliche Abstand zur Zeit der Entstehung das Verstehen immer schwieriger. Wer bestimmt überhaupt, welche Texte heilig sind? Und gibt es da Unterschiede oder sind alle heiligen Texte gleich heilig? Sind wir irgendwie in der Lage Prozent von Heiligkeit zu messen, oder ist es Gott allein, der sagen könnte, wie heilig ein Text ist? Ist Heiligkeit zeitlos oder hat sie ein Verfallsdatum?

Ein wesentliches Merkmal der abrahamitischen Religionen (Judentum, Christentum und Islam) ist, dass sie die klassischen Buchreligionen verkörpern. Heilige Texte sind fundamental; in diesem Sinne sind auch alle drei Religionen fundamentalistisch. Deshalb ist die folgende Frage für alle drei Religionen von zentraler Bedeutung:

Können unsere heiligen Texte für den heutigen Menschen noch gute Texte sein? Oder anders formuliert: Wie muss man mit diesen Texten umgehen, damit sie für Menschen heute gut sein können?

Wir hätten gerne ein Paradies. Ein Schlaraffenland. Kein Stress. Mit Bedienung. Alles Inklusive. Rundum-Sorglos. Wir hätten auch gerne Texte, die uns einfache Antworten geben und alles für uns regeln. Nicht viel anstrengendes Nachdenken. Einfach umrühren – und fertig! Instant-Glauben aus der Bibel-Tüte. Das Leben ist schon anstrengend genug.

Deshalb ist die Bibel auch für manche Christen nicht mehr so attraktiv. Man liest lieber sein Andachtsbuch oder sein Kalender-Blättchen oder guckt einen christlichen Film. Man lässt andere für sich denken und Entscheidungen treffen, und lässt sich die Bibel und den christlichen Glauben erklären: „Es sage mir doch bitte jemand, was ich glauben und wie ich leben soll! Bibel und Theologie ist mir zu kompliziert.“

Die Verantwortung für die Entscheidungen in unserem Leben und in unserem Glauben kann uns kein Mensch und auch kein heiliger Text abnehmen. Die geistliche Reife eines Frommen drückt sich auch nicht darin aus, dass er die biblischen Texte möglichst wörtlich nimmt.

Gute Texte zeichnen sich dadurch aus, dass sie uns begleiten; uns auf unterschiedliche Art und Weise ein Stückchen weiter helfen. Sie bewahren uns vorm Absturz eher, indem sie uns in der Schwebe halten, als dass sie uns in ein Paradies retten, wo uns nichts mehr passieren kann. Sie helfen eher, indem sie unsere Situation erhellen, als dass sie die eindeutige Richtung weisen.

Das Lesen eines von Gottes Geist inspirierten oder benutzten Text kann zur inneren Klärung in meiner Seele beitragen. Der Zweck ist in erster Linie nicht ein Zuwachs an Wissen, sondern die Veränderung des  ganzen  Menschen im Sinne Gottes.

Es ist ja gerade eine erstaunliche Tatsache bzgl. der Bibel, dass diese Texte bis heute gelesen, studiert und geschätzt werden. Es gibt biblische Texte, die Kinder mögen, und Texte, die Professoren mit Begeisterung studieren. Es gibt wohl kaum ein zweites Buch, mit dem Menschen sich so intensiv beschäftigt haben, und das schon für so viele Menschen ein Lebensbegleiter gewesen ist.

Eine abergläubische Verehrung der Bibel und ein schlechter Umgang mit ihren Texten erschweren leider so manchen Lernprozess. Die biblischen Texte sind für uns heute immer noch ein großer Schatz; aber wie wir mit ihnen umgehen, ist entscheidend dafür, ob diese Texte gut für uns sind, oder nicht. Kein Text ist so heilig, dass er nicht auch missbraucht werden und Schaden anrichten kann.

Für mich als Christ sind die biblischen Texte vor allem gut, weil ich durch sie Jesus kennenlerne. Dazu ist eines der Evangelien dann sicherlich auch besser geeignet als z.B. Numeri / 4. Buch Mose. Aber alle biblischen Texte sind Zeugnisse der Geschichte Gottes mit seinem Volk. Und vor diesem Hintergrund fange ich dann auch an zu verstehen, wer Jesus war, wie er gelebt hat, was er wollte und warum er eine solche Wirkung hatte, dass heute auf der ganzen Welt eine gute Nachricht über ihn verbreitet wird.

Wenn wir doch bloß gute, verstehbare Worte finden könnten für die Menschen unserer Welt heute. Worte, die neugierig machen. Worte eines Vetrauens, wie es Jesus gelehrt und vorgelebt hat:

 

Dein Vertrauen hat dir geholfen.

(Neues Testament, Matthäus-Evangelium 22,9)

 

Eine andere Christenheit

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Fra Angelico (circa 1395–1455) [Public domain], via Wikimedia Commons

Was wäre …

… wenn wir um die Begrenztheit unseres eigenen Verstehens wissen würden, anstatt anderen unsere Meinung als die christliche Wahrheit unter die Nase zu reiben?

… wenn wir neugierig wären, Neues zu lernen und unser Denken verändern zu lassen, anstelle uns aus Unsicherheit ans Alte zu klammern?

… wenn wir bereit werden zu prüfen, wie sinnvoll unsere kirchliche Praxis ist, anstelle einfach immer so weiter zu machen?

… wenn wir all unsere mehr oder weniger liebgewonnenen Traditionen in Frage stellen würden und zurückkehrten zum Ursprung und Wesentlichen unseres Glaubens?

… wenn das Geheimnis des Mannes aus Nazareth mehr Bedeutung für uns hätte als die Dogmen der Kirchengeschichte?

… wenn der Glaube unseres Messias Jesus uns wichtiger wäre als unsere eigenen Glaubensbekenntnisse?

… wenn wir neugierig wären, unsere jüdischen Wurzeln kennenzulernen, anstelle Juden überzeugen zu wollen, dass wir recht haben?

… wenn wir uns die Mühe machten, die biblischen Texte zu studieren, anstatt uns mit Losungen, Kalenderblättchen und Andachtsbüchern zu begnügen?

… wenn wir uns von den Texten  inspirieren ließen, anstatt uns über die Inspiration der Bibel zu streiten? Wenn wir mehr nach der Stimme Gottes lauschen würden als zu predigen?

… wenn wir fantasievoll und kreativ darin wären, uns selbst und anderen einen Zugang zu diesen alten Texten zu verschaffen, anstelle alte Bücher zur Bibel neu aufzulegen?

… wenn Liebe uns beflügeln würde, die biblischen Worte so zu gebrauchen, dass Menschen dadurch in ihrer Seele gesund werden?

… wenn wir eintreten würden in die ernsthafte Erforschung und Diskussion der biblischen Texte, anstatt mit unseren Lieblings-Versen Ping-Pong zu spielen?

… wenn wir ein Bewusstsein für die Weite und Tiefe der Themen und Fragen hätten, anstatt die Wahrheit der Bibel auf unser Niveau herabzuziehen?

… wenn wir ergriffen wären von den Botschaften der Texte, anstatt zu versuchen, die Bibel in den Griff zu kriegen?

… wenn wir Bibelausgaben als Sammlung von Rekonstruktionsversuchen antiker jüdischer und christlicher religiöser Texte transparent machen würden, anstelle die theologische Entgleisung eines Glaubens an ein göttliches Buch weiter zu befördern?

… wenn Kinder und Menschen, die noch jung im Glauben sind, durch unser Vorbild eine demütige und gesunde Wertschätzung der Texte lernen würden, und einen entsprechenden Umgang mit ihnen?

… wenn das Leben eines Menschen für uns wertvoller wäre als die Regeln der Kirche?

… wenn wir weniger Angst vor der Hölle hätten und mehr Vertrauen zu Gott?

… wenn wir Interesse hätten, andere Menschen zu verstehen, anstelle ihnen erklären zu wollen, dass wir die Wahrheit besitzen?

… wenn die eigene Authentizität und Integrität uns wichtiger wäre als die Zustimmung unserer Glaubensgenossen?

… wenn die Einsamkeit bei Jesus uns lieber wäre als die Geborgenheit im Schoß unserer Gruppe?

… wenn wir uns selbst und unsere Kirche reformieren würden, anstatt eine 500 Jahre alte Reformation aus einer anderen Zeit zu feiern?

… wenn wir uns den richtigen Glauben von Jesus erklären ließen und nicht von Katechismen?

… wenn wir darum ringen würden, die richtigen Worte für unseren Glauben zu finden, anstatt Auswendiggelerntes nachzuplappern?

… wenn wir konsequent wären in der Trennung von Kirche und Staat, anstatt uns durch alte Privilegien korrumpieren zu lassen und dem Staat das Eintreiben der Kirchensteuer und das Verwalten der Kirchenaustritte zu überlassen?

… wenn ein klares Profil wichtiger wäre als Mitgliederzahlen?

… wenn wir Menschen auf das Bekenntnis ihres Glaubens hin in einem Wassergrab untertauchen würden, anstatt Säuglinge nass zu machen?

… wenn wir zur Erinnerung an Jesus Brot und Wein in unseren Wohnungen teilen würden, anstatt einen Profi ein Ritual auf einer Bühne zelebrieren zu lassen?

… wenn wir zu Gott Vertrauen hätten wie ein Senfkorn, anstelle zu versuchen, die Angelegenheiten Gottes zu verwalten?

(Vor ein paar Hundert Jahren wäre ich für so einen Text wahrscheinlich von Menschen, die sich Christen nannten, auf einem Scheiterhaufen verbrannt worden.)

 

… „Komm, ich will dir die Braut zeigen, die Frau des Lammes!“

Gottes Geist ergriff mich und führte mich auf einen großen, hohen Berg. Dort zeigte er mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott aus dem Himmel herabkam. Die Stadt erstrahlte im Glanz der Herrlichkeit Gottes …

Nirgendwo in der Stadt sah ich einen Tempel. Ihr Tempel ist der Herr selbst, der allmächtige Gott, und mit ihm das Lamm. Die Stadt braucht als Lichtquelle weder Sonne noch Mond, denn in ihr leuchtet die Herrlichkeit Gottes und das Licht des Lammes. In diesem Licht werden die Völker der Erde leben, … Weil es keine Nacht gibt, werden die Tore niemals geschlossen; sie stehen immer offen.

Nun zeigte mir der Engel den Fluss, in dem das Wasser des Lebens fließt. Er entspringt am Thron Gottes und des Lammes, und sein Wasser ist so klar wie Kristall. An beiden Ufern des Flusses, der neben der großen Straße der Stadt fließt, wachsen Bäume des Lebens. Sie tragen zwölfmal im Jahr Früchte, jeden Monat aufs Neue. Mit den Blättern dieser Bäume werden die Völker geheilt.

In der Stadt wird nichts und niemand mehr unter dem Fluch Gottes stehen. Denn der Thron Gottes und des Lammes steht in ihr, und alle Einwohner werden Gott dienen …

(Die Bibel, Neues Testament, Offenbarung an Johannes, Kapitel 21-22)

 

[Dies ist die Überarbeitung eines älteren Posts, den ihr mit Kommentar hier findet.]

KANN MAN GLAUBEN LERNEN?

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By Pål Berge (http://www.flickr.com/photos/paalb/49636016/) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)%5D, via Wikimedia Commons

Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, was man unter Glaube versteht. Mir geht es hier nicht um irgendeinen Glauben, sondern um den rettenden Glauben an Jesus, durch den man zum ewigen Leben kommt (Johannes-Evangelium 3,16).

Kann man DIESEN Glauben lernen?

Dazu fallen mir dann gleich auch noch mehr Fragen ein:

Falls „Ja.“ – wie lernt man glauben?

Falls „Nein“ – warum kann man glauben nicht lernen?

Ich habe schon verschiedene Antworten zu dieser Frage kennengelernt.

1.  „Nein.“ – Glaube ist Geschenk und Frucht des Heiligen Geistes. (Galaterbrief 5,22 in der Lutherübersetzung von 1956!)

2.  „Nein.“ – Glaube ist eine Entscheidung, ein Willensakt. Deshalb kann auch dazu aufgerufen werden.

Ich habe so auf Anhieb auch keinen Vers gefunden, wo vom „Glauben lernen“ die Rede ist.

Ich war diese Woche auf einer Informationsveranstaltung zu einem Glaubenskurs: spürbar (www.spuerbar.org). Dies ist nicht der allererste Glaubenskurs, der erfunden worden ist und wahrscheinlich auch nicht der letzte. Für diesen „Nachfolge-Kurs“ zeichnet das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung e. V. verantwortlich. Er ist wohl als eine Art Aufbaukurs zu spur8 gedacht.

Ein Untertitel auf dem Flyer heißt „Spüren Sie in acht Veranstaltungen auf, wie der Glaube lebendig wird.“  Klingt ein bisschen wie ein Wiederbelebungskurs für einen toten Glauben.

Das Konzept und die Vorstellung des Kurses war mir sympathisch. Lebensnah und mit Offenheit für die Erfahrungen der Teilnehmer. Ich bin mir allerdings noch nicht sicher, ob auch deutlich wird, an was oder wem man glaubt.