Gastfreundschaft

 

adam_elsheimer_-_jupiter_und_merkur_bei_philemon_und_baucis
Philemon und Baucis bewirten Jupiter und Merkur. Gemälde von Adam Elsheimer, via Wikimedia Commons – Public domain

 

Die langen Finger der Dunkelheit
greifen nach Büschen und Hügeln.
Bald sind Häuser und Bäume eingehüllt
in den Mantel der Nacht.
Kalter Wind erfüllt die Weite.

Mond und Sterne bleiben verborgen.
Menschen spenden das letzte Licht.
Insekten schwirren um einsame Laternen,
und die Fenster der Häuser leuchten
von Ferne wie Sterne.

Ich klopfe an eine Tür.
Nach einem kurzen Moment
öffnet sie sich schwungvoll.
Wärme und der Duft von frischem Essen
begrüßen mich herzlich…

 

Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt!

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(Hebräerbrief 13. Kapitel, Vers 2 – Bibel, Neues Testament)

 

Gnade und Liebe

 

Ich habe in meinem Leben schon viel über Gnade gehört. Langsam fange ich an, an sie zu glauben. Die wahren Werte im Leben kann man sich nicht nehmen – sie können nur empfangen werden.

In unserem tiefsten Wesen sind wir Empfangende. Das Leben selbst ist ein Geschenk. Schon bevor wir den ersten Gedanken formulieren, prägt sich tief in uns die Schönheit des Lebens. Es ist das Wissen um diese Schönheit, die uns zu Suchenden macht.

Es sind die Bilder unserer Seele, die uns auf einen guten Weg führen. Die Träume in der Nacht, die uns in eine tiefere Wahrheit begleiten.

In bin kein Lehrer, sondern ein Lernender. Die Wahrheit kann ich nicht selbst erfinden. Sie begegnet mir – und ich kann sie weitererzählen. Wir sind nicht beauftragt worden, einander den Kopf zu waschen, sondern die Füße.

Wir nehmen, und wir geben. Leben bedeutet Überfluss. Wenn wir uns aufs Leben einlassen, können wir den Segen nicht zurückhalten. Er fließt durch uns zu allen Menschen und allem, was lebt.

Wir lernen Liebe nicht, indem wir um sie kämpfen, sondern weil wir von ihr überwältigt werden.

Das tiefste Geheimnis der Weihnacht  kommt zu uns : Schönheit, Gnade und Liebe. Wir können es nirgendwo kaufen, sondern uns nur damit beschenken lassen.