„Hungrige Missionierende“ (3. Teil): Einladung zum Leiden

Die Bedeutung von Mängeln und Mangel für die Mission

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Tragödien-Maske an der Fassade des Königlichen Dramatischen Theaters in Stockholm; von Holger.Ellgaard via Wikimedia Commons – CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

 

“Glücklich schätzen
können sich Menschen,
die hungrig und durstig sind
nach Gerechtigkeit.
Sie werden satt werden.”
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(Worte von Jesus aus der Bergpredigt – Bibel, Neues Testament, Matthäus-Evangelium 5. Kapitel, Vers 6)

 

Einladung zum Leiden

In den ersten drei Jahrhunderten des Christentums war meist klar, dass eine Einladung zum Leben mit Jesus auch eine Einladung zum Leiden war. Paulus sieht seine eigenen Leiden als Fortsetzung des Leidens Jesu (Röm 8,17), und bei den Synoptikern fordert Jesus die Menschen auf, ihr Kreuz auf sich zu nehmen (Mt 10,38; Mk 8,34; Lk 9,23). Auch die Verehrung von Märtyrern hatte in den ersten Jahrhunderten eine große Bedeutung.

Jesus zu glauben und zu lieben und zu dienen, bedeutet zu leiden. Leiden ist eine Grunderfahrung der Schüler von Jesus. Der Geist Jesu führt ins Leid (Mt 4,1; 2 Kor 4,7-12; 7,10). Die Welt und sich selbst im Geiste Jesu wahrzunehmen, das Schöne und das Hässliche, bedeutet zu leiden. Die Entscheidung, an der Seite Jesu eine bessere Welt herbeizuglauben, ist eine Entscheidung zum Leiden. Es ist ein Leiden in der Hoffnung, dass dieses Leiden einen Sinn hat.

 

„Wir allerdings sind für diesen kostbaren Schatz, der uns anvertraut ist, nur wie zerbrechliche Gefäße, denn es soll deutlich werden, dass die alles überragende Kraft, die in unserem Leben wirksam ist, Gottes Kraft ist und nicht aus uns selbst kommt.

Von allen Seiten dringen Schwierigkeiten auf uns ein, und doch werden wir nicht erdrückt. Oft wissen wir nicht mehr weiter, und doch verzweifeln wir nicht. Wir werden verfolgt und sind doch nicht verlassen; wir werden zu Boden geworfen und kommen doch nicht um. Auf Schritt und Tritt erfahren wir am eigenen Leib, was es heißt, am Sterben Jesu teilzuhaben.

Aber gerade auf diese Weise soll auch sichtbar werden, dass wir schon jetzt, in unserem irdischen Dasein, am Leben des auferstandenen Jesus teilhaben. Ja, mitten im Leben sind wir um Jesu willen ständig dem Tod ausgeliefert, und eben dadurch soll sich in unserem sterblichen Dasein zeigen, dass wir auch am Leben von Jesus Anteil haben. Unser Dienst bringt es also mit sich, dass an uns der Tod zur Auswirkung kommt; aber er führt auch dazu, dass an euch das Leben wirksam ist.“

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(Paulus im zweiten Brief an die Christen in Korinth 4,7-12)

 

Empathie hat im Christentum eine große Bedeutung. Wir leiden an uns selbst, an unseren Mitmenschen, an den Schwestern und Brüdern der Christenheit und am real-existierenden Christentum und seiner Geschichte. – Die neue Schöpfung kommt nicht auf leichte, angenehme Weise…

 

“Nicht alle, die sterben, weinen, alle aber weinen, die geboren werden.”

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(Ficino, Theologia Platonica, XVI 8 – zitiert nach Lauster: Die Verzauberung der Welt)

 

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Kreuz an der Ostsee von Caspar David Friedrich (Schloss Carlottenburg, Neuer Pavillon) [Public domain], via Wikimedia Commons

“Glücklich schätzen
können sich Menschen,
die hungrig und durstig sind
nach Gerechtigkeit.
Sie werden satt werden.”

 

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Elend und Ohnmacht

 

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New York City (ca. 1890), Foto von Jacob Riis [Public domain], via Wikimedia Commons

 

Es ist noch nicht so lange her, da hatte auch in unserer reichen Ersten Welt das Elend noch andere Dimensionen. Und auch heutzutage mehren sich die Obdachlosen in den Straßen unserer Großstädte. Vielleicht erregen sie unsere Aufmerksamkeit … für einen Augenblick.

Armut ist nicht attraktiv. Verwahrloste Menschen werden krank und haben Parasiten. Abscheu und Ekel regt sich in uns …

 

… Er war weder stattlich noch schön. Nein, wir fanden ihn unansehnlich, er gefiel uns nicht! Er wurde verachtet, von allen gemieden. Von Krankheit und Schmerzen war er gezeichnet. Man konnte seinen Anblick kaum ertragen. Wir wollten nichts von ihm wissen, ja, wir haben ihn sogar verachtet …
(Die Bibel, Tanach / Altes Testament, Jesaja, 53. Kapitel, Verse 2-3)

 

Eine verzaubernde Hochglanz-Plastikwelt und ein schöner blauer Planet der verdreckt.

Teures Parfum und schadstoffbelastete Luft und Wasser.

Millionen-Dollar-Immobilien, Gold und Marmor, Wellblechhütten und Obdachlose.

Milliardäre und Überschuldete.

Milliardengeschäfte der Tourismusbranche und Millionen auf der Flucht.

Milliarden für Luxusartikel und kein Geld für eine Handvoll Reis.

Milliardengeschäfte der Spaß-Industrie und Millionen Hungernder und Frierender.

Regt sich ein Gefühl in deiner Seele?

 

… wehe euch, ihr Reichen! Ihr habt euer Glück schon auf Erden genossen. Wehe euch, die ihr jetzt satt seid! Ihr werdet Hunger leiden. Wehe euch, die ihr jetzt sorglos lacht! Ihr werdet trauern und weinen.
(Neues Testament, Lukas-Evangelium 6,24-25)

 

[Dies ist ein Text für die Menschheitsfamilie. Wir haben nur eine gemeinsame Zukunft oder gar keine.]

 

Jesus. Revolution.

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„Rebranding Jesus“ by Daniel Silliman (CC BY-NC-ND 2.0, https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/)

 

Ich bin gekommen, um auf der Erde ein Feuer anzuzünden; ich wünschte, es würde schon brennen!

Jesus aus Nazareth

 

In der abendländischen Kultur begegnet uns Jesus etwas angestaubt und vergilbt in Kirchen und Museen. Als die Füße dieses Wanderpredigers jedoch noch über die staubigen Straßen Palästinas liefen, war Jesus nicht so harmlos …

 

Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, nicht Frieden, sondern Entzweiung. Von jetzt an wird es so sein: Wenn fünf Menschen unter einem Dach leben, werden sich drei gegen zwei stellen und zwei gegen drei. Der Vater wird sich gegen den Sohn stellen und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen die Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

 

Nichts, was verborgen ist, bleibt verborgen; alles wird ans Licht kommen. Und nichts, was geheim ist, bleibt geheim; alles wird bekannt gemacht werden. … Fürchtet euch nicht vor denen, die euch das irdische Leben nehmen können; sie können euch darüber hinaus nichts anhaben. … Fürchtet den, der nicht nur töten kann, sondern auch die Macht hat, in die Hölle zu werfen. Ja, ich sage euch: Ihn müsst ihr fürchten!

 

Wehe euch, ihr Reichen! Ihr habt euer Glück schon auf Erden genossen. Wehe euch, ihr Satten! Ihr werdet Hunger leiden. Wehe euch, die ihr jetzt sorglos lacht! Ihr werdet trauern und weinen. Wehe euch, die ihr jetzt von allen umschmeichelt werdet, denn die falschen Propheten waren schon immer beliebt.

 

Wenn dich dein rechtes Auge zur Sünde verführt, dann reiß es heraus und wirf es weg! Besser, du verlierst eins deiner Glieder, als dass du unversehrt in die Hölle geworfen wirst. Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, so hack sie ab und wirf sie weg! Es ist besser, verstümmelt zu sein, als unversehrt in die Hölle geworfen zu werden.

Der Diener, der den Willen seines Herrn kennt und sich nicht vorbereitet und nicht tut, was sein Herr will, wird hart bestraft werden. Wer hingegen den Willen seines Herrn nicht kennt und etwas tut, was Strafe verdient, wird weniger hart bestraft werden. Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel gefordert, und wem viel anvertraut wurde, von dem wird umso mehr verlangt.

 

Wer von euch mir nachfolgen will, muss sich selbst verleugnen und sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen. Wer versucht, sein Leben zu behalten, wird es verlieren. Doch wer sein Leben für mich aufgibt, wird das wahre Leben finden. Was nützt es, die ganze Welt zu gewinnen und dabei seine Seele zu verlieren? Gibt es etwas Kostbareres als die Seele?

 

Jesus rief die Kinder zu sich und sagte: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.

 

Freut euch, ihr Armen! Ihr werdet mit Gott leben in seiner neuen Welt. Freut euch, die ihr jetzt Hunger habt! Gott wird euch satt machen. Freut euch, die ihr jetzt weint! Bald werdet ihr lachen. Freuen dürft ihr euch, wenn euch die Leute hassen, ja, wenn sie euch aus ihrer Gemeinschaft ausstoßen und beschimpfen und verleumden, weil ihr euch zum Menschensohn bekennt! Freut euch und springt vor Freude, wenn das geschieht; denn Gott wird euch reich belohnen.

 

Ich bin gekommen, um ihnen das Leben in ganzer Fülle zu schenken. Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte opfert sein Leben für die Schafe.

 

Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben. Darum geht zu allen Völkern und macht sie zu Jüngern. … Ich bin immer bei euch bis ans Ende der Zeit.

 

(Jesus in der Bibel, Neues Testament, Evangelien: Matthäus 5,29-30; 16,24-26; 28,18-20; Lukas 6,20-26; 12,2-5.47-49.51-53; 18,16-17; Johannes 10,10-11)

 

Bedeutet Christsein heutzutage wirklich nicht mehr, als in einem Taufregister eingetragen zu sein, einen Mitgliedsbeitrag an eine Kirche zu überweisen, eine christliche Weltanschauung zu teilen oder an christlichen Veranstaltungen teilzunehmen?

Heute wie damals leben verirrte Menschen, wie Schafe, die keinen Hirten haben …