HEILIGE TEXTE

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By Tinette. (Created by Tinette user of Italian Wikipedia.) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)%5D, via Wikimedia Commons

… gibt es nicht nur im Christentum. Von allen Religionen sind es allerdings besonders das Judentum, das Christentum und der Islam, die als Buch-Religionen bekannt sind. So schreibt Wikipedia: „Der klassische Typ der Buchreligion wird durch Judentum, Christentum und Islam verkörpert.“ Es gibt sogar einen ganzen Wikipedia-Artikel zum Thema „Buchreligion“:

https://de.wikipedia.org/wiki/Buchreligion

Die fundamentale Bedeutung der heiligen Texte für die abrahamitischen Religionen (Judentum, Christentum und Islam) hat positive und negative Aspekte, und alle drei sind in diesem Sinne fundamentalistisch.

Ein positiver Aspekt ist, dass Texte uns auf eine Art und Weise mit den Menschen der Vergangenheit verbinden, wie es keine anderen historischen Quellen tun können. Die überlieferten heiligen Texte schenken uns auf vielfältige Weise Einblick in das Leben von frommen Menschen der Vergangenheit. Auch sind es keine banalen Alltagstexte, sondern Texte, die überliefert worden sind, weil man glaubte, dass sie auch für die Zukunft von Bedeutung sein werden.

Ein negativer Aspekt ist, dass in Texten immer nur ein Bruchstück der ursprünglichen Kommunikation konserviert ist; nämlich gerade das, was mit den Buchstaben einer Schrift auf einem Schreibmaterial codiert werden kann. Der gesamte außertextliche Zusammenhang, der uns erklärt, wie der Text zur Zeit, als er verfasst wurde, genau funktioniert hat, kann nur durch mühsame historische und literaturwissenschaftliche Arbeit erschlossen werden; und auch das nur unter Vorbehalt, denn auch unser Wissen über die Zeitgeschichte der Texte und die Umstände, unter denen sie verfasst wurden, bleibt natürlich immer unvollständig.

Es ist selbstverständlich die Überzeugung der abrahamitischen Religionen, dass in diesen Texten etwas überliefert worden ist, das zeitlose Bedeutung hat. Mit dieser Überzeugung bewegen wir uns jetzt allerdings auf der Ebene des Glaubens; ein wissenschaftlicher Zugang kommt hier an seine Grenzen. Die Frage, was wir denn glauben WOLLEN, schwingt hier immer mit und ist für jeden von uns, egal ob fromm, Atheist, Agnostiker oder irgendwas anderes, eine ganz ent-scheidende Frage.

Keiner der jüdischen oder christlichen heiligen Texte präsentiert sich als ein Text, der vom Himmel gefallen ist. Alle diese Texte sind irgendwann einmal aufgeschrieben und danach weiter überliefert worden. Im Prozess der Überlieferung sind auch zumindest kleinere und vielleicht/wahrscheinlich auch größere Veränderungen vorgenommen worden, und in den meisten biblischen Texten wird kaum etwas zur Erstellung des endgültigen Textes gesagt.

Das Lukas-Evangelium im Neuen Testament fällt auf, denn der Verfasser sagt am Anfang etwas darüber, warum er diesen Text verfasst hat. Er bezieht sich ausdrücklich auf ältere Quellen, sagt aber nichts zu einem göttlichen Auftrag oder göttlicher Inspiration. Da fragt man sich dann schon, woher z.B. die evangelische Allianz ihr Bekenntnis „zur göttlichen Inspiration der Heiligen Schrift, ihrer völligen Zuverlässigkeit und höchsten Autorität in allen Fragen des Glaubens und der Lebensführung“ hat. (http://www.ead.de/die-allianz/basis-des-glaubens.html) Hat man sich da vielleicht selber etwas gemacht, das man gerne hätte? Die evangelische Allianz hat dies natürlich auch nicht neu erfunden, sondern steht damit selbst in einer noch älteren Tradition.

Das entscheidende Problem heiliger Texte ist, dass nur ein kleiner, „vertexteter“ Ausschnitt der Kommunikation konserviert und überliefert wird und sich die Texte dann immer weiter vom Leben entfernen, in dem sie entstanden sind. Texte können konserviert und überliefert werden, die Lebensumstände nicht. Noch nicht einmal die Sprache, in der die Texte verfasst wurden, blieb gleich. Moderne Griechen können die altgriechischen Texte des Neuen Testaments nicht mehr richtig lesen und verstehen, und wir brauchen Sprachwissenschaftler, um uns unsere modernen Übersetzungen zu machen.

Wenn es allerdings stimmen sollte, dass wir durch diese Texte etwas lernen können über Gottes Wirken in seiner Welt, dann hätten wir ein großen Schatz. Ob durch diese Texte auch heute noch etwas Gutes mit uns passieren kann, das kann jeder ausprobieren.

DIE STEILSTE KARRIERE

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public domain (CC0), by Hagerty Ryan via pixnio.com

 

Öffentliche Hinrichtung durch Kreuzigung: Das brutale Gesicht des Imperium Romanum. Skrupellose Durchsetzung Römischer Machtinteressen. Jesus von Nazareth ist nicht irgendeines Todes gestorben. Kreuzigung war der Alptraum eines antiken Menschen. Auch heute noch verstummen wir im Anblick derartiger Brutalität.

Die Erzählung von Jesu Ermordung durch den Römischen Staat, von seiner Auferstehung und Himmelfahrt könnte extremer kaum sein. Sein Tod war ein Skandal, und peinlich für seine Anhänger. Er starb nicht alt und lebenssatt, rückblickend auf ein erfolgreiches Lebenswerk, sondern er starb in den besten Jahren eines Mannes, scheinbar ohne viel erreicht zu haben.

Umso krasser der Unterschied zur frühchristlichen Verkündigung: Der so zu Tode gekommende Mann aus Nazareth ist von Gott selbst rehabilitiert worden, indem er ihn von den Toten auferweckt hat. Und nicht nur das! Der auferstandene Jesus wurde auch in den Himmel aufgenommen und hat jetzt den Ehrenplatz an Gottes Seite, als eine Art „Thronfolger“ von Gott selbst als Weltregent eingesetzt.

Eine gewaltige Provokation sowohl für Juden, als auch für Römer. Nicht dem römischen Kaiser gehört die absolute Macht und unbedingte Loyalität, sondern dem Mann aus Nazareth; dem Retter der Juden und der ganzen Welt, den sich die Juden doch so ganz anders vorgestellt hatten.

Was war geschehen?

Am ehesten lässt sich das, glaube ich, erahnen, wenn man sich die Menschen anschaut, welche die Träger dieser Verkündigung waren. Nachdem ihr Lehrer nicht mehr da war, waren es Jesu Anhänger, die zu Keimzellen einer Bewegung wurden, die nach und nach die ganze Welt erfasst hat.

„Als sie den Freimut des Petrus und des Johannes sahen und merkten, dass es ungelehrte und einfache Leute waren, wunderten sie sich. Sie erkannten sie als Jünger Jesu.“

(Die Bibel, Neues Testament, die Apostelgeschichte, 4.Kapitel, Vers 13)

Was waren das für Menschen, zu denen Jesus gesagt hatte, dass sie wie Kinder werden müssen, um in das Himmelreich zu kommen?

Die neutestamentlichen Erzählungen berichten von ganz unterschiedlichen Menschen: Ungebildete und Gelehrte, Arme und Reiche, Sklaven und Sklavenbesitzer, Mächtige und Ohnmächtige, Männer und Frauen, Junge und Alte, Handwerker und Schreibtischtäter. Menschen, die entweder selbst mit Jesus gelebt hatten oder ihm begegnet waren, oder denen von ihm erzählt worden war und die in ihrem Herzen berührt worden sind. Wenn Menschen Liebe und Vertrauen leben, ist es für andere, die auf der Suche sind, leichter die gute Nachricht zu glauben: Immanuel, Gott ist mit uns.

Der Gekreuzigte war auferstanden. Verlierer wurden zu Gewinnern. Die Letzten die Ersten. Arme wurden reich beschenkt. Eigen-tum wurde wertlos: Man hatte alles gemeinsam. Die Welt wurde auf den Kopf gestellt. Himmel auf Erden.

„… alles, was mir früher als Vorteil erschien, habe ich durch Christus als Nachteil erkannt. Ich betrachte überhaupt alles als Verlust im Vergleich mit dem überwältigenden Gewinn, dass ich Jesus Christus als meinen Herrn kenne. Durch ihn hat für mich alles andere seinen Wert verloren, ja, ich halte es für bloßen Dreck. Nur noch Christus besitzt für mich einen Wert. Zu ihm möchte ich um jeden Preis gehören. … Ich meine nicht, dass ich schon vollkommen bin und das Ziel erreicht habe. Ich laufe aber auf das Ziel zu, um es zu ergreifen, nachdem Jesus Christus von mir Besitz ergriffen hat.“
(Paulus im Philipperbrief 3,7-12)

So wie der Lehrer das Reich Gottes verkündet und gelebt hatte, so verbreitet sich nun die Herrschaft Gottes auch durch seine Anhänger: Ohne politische oder wirtschaftliche Macht, ohne Gewalt. Nur durch Vertrauen und Liebe, Wort und Tat, und durch eine Kraft, die über menschliche Möglichkeiten hinausgeht. Das Geheimnis der Wirklichkeit und Gegenwart Gottes entfaltet sich in der Geschichte der Menschheit.

Wer selbst von der Botschaft Jesu im Herzen berührt worden ist, kann wahrscheinlich am ehesten verstehen, was damals geschehen ist.

MIT DER BIBEL SCHLAFEN

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Friedrich Wilhelm Schadow [Public domain], via Wikimedia Commons

Gesunder Schlaf ist wichtig. Schlafstörungen sind eine Last und haben die Macht, das Leben auf den Kopf zu stellen.

Manche Menschen schlafen nicht gut, weil der fernsehende Nachbar schwerhörig oder die Matratze zu weich ist. Andere schlafen nicht gut, weil ihre Seele aus dem Gleichgewicht gekommen ist. Auch wenn der Körper erschöpft ist, kann der ganze Mensch sich doch nicht entspannen.

Viele Menschen sehnen sich nach Geborgenheit. Wir brauchen einen Ort, wo wir uns sicher fühlen können. Kein Mensch kann pausenlos kämpfen. Und wenn wir ein Bedürfnis haben, machen wir uns auf die Suche.

„Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“

(Jesus aus Nazareth in: Die Bibel, Neues Testament, Matthäus-Evangelium, 11. Kapitel, Vers 28)

Der Weg Jesu ist nicht der leichte, breite Weg. Das Evangelium ist kein attraktives Angebot für Schnäppchenjäger. Es kostet das ganze Leben und ist gleichzeitig gratis. Geschenkt. Gefragt ist nicht, was wir haben, sondern wer wir sind. Die Ruhe, die Jesus verspricht, erwächst aus Vertrauen. Vertrauen zu Gott. Gott schenkt Frieden, der über unser Verstehen hinausgeht. Er führt uns zur ewigen Sabbatruhe: Schalom, die Vollendung seiner sehr guten Schöpfung.

Aber um unsere Angst im Zaum zu halten, suchen wir Sicherheit; und um Bedrohungen abzuwenden, wollen wir kontrollieren. Glaube ist Antwort auf die Stimme Gottes. Völlige Hingabe an ein himmlisches Du, das wir nicht sehen können, über das wir nicht verfügen können, das wir nicht beweisen, nicht kontrollieren und nicht vorzeigen können. Die einzige Sicherheit, die wir im Glauben haben, ist die Sicherheit, die aus diesem Vertrauen erwächst. Dies ist dann allerdings eine Sicherheit mit ewigen Dimensionen.

Für viele Menschen ist der Verlust der eigenen Kontrolle eine Horrorvorstellung. Wir alle haben nicht nur gute Erfahrungen im Umgang mit Menschen gehabt. Und die Vorstellung von Gott sprengt sowieso all unsere Vorstellungskraft. Unbekanntes kann Angst machen.

„Als das ganze Volk erlebte, wie es blitzte und donnerte, Posaunenschall ertönte und der Berg rauchte, bekam es große Angst und blieb zitternd in weiter Ferne stehen. Die Leute sagten zu Mose: »Wir haben Angst, wenn Gott so mit uns redet. Wir werden noch alle umkommen! Sprich du an seiner Stelle zu uns, wir wollen auf dich hören.«  Da sagte Mose zum Volk: »Ihr müsst keine Angst haben. Gott ist nur gekommen, um euch auf die Probe zu stellen …“

2. Mose / Exodus / Schemot  20,18-20

Nur Vertrauen kann Angst überwinden. Ver-trauen hat auch etwas mit trauen zu tun. Sich trauen ein Wagnis einzugehen und Schritte ins Ungewisse zu gehen – in ein neues Land des Vertrauens, das Gott uns zeigt. Wie Abraham, Vater des Glaubens für Juden und Christen.

Weil wir Gott  nicht  vertrauen wollen, suchen wir uns Sicherheiten, über die wir mehr Kontrolle haben:  Glücksbringer; Rituale, die wir nach Bedarf anwenden können; Glück, das man sich kaufen kann; Argumente, die wir verstehen; Bibelverse, die man auswendig lernen kann und ein Denkgebäude, das uns Halt gibt; ein christliches Glaubenssystem, das uns einleuchtet, und das man auch anderen erklären kann; Dogmen, die uns sagen können, das alles in Ordnung ist.

Wir erzählen einander nicht mehr die biblischen Geschichten oder von den Erfahrungen des Glaubens aus unserem eigenen Leben, sondern lernen den „richtigen“ Glauben aus Katechismen und vom Predigerpult. Wir haben uns in den vergangenen 2000 Jahren ein Denkgebäude aus Bibelversen gebaut, in dem wir meinen sicher zu sein. Mit dem Dogma von der Unfehlbarkeit der Bibel haben wir uns ein Machtinstrument geschaffen, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen und unsere Interessen zu verteidigen. Eine selbst-gemachte Religion, und die Bibel als Götze.

„So riss sich denn das ganze Volk die goldenen Ringe ab, die an ihren Ohren hingen, und sie brachten sie zu Aaron … und machte ein gegossenes Kalb … Und sie sagten: Das ist dein Gott, Israel, der dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat. Als Aaron das sah, baute er einen Altar vor ihm, und Aaron rief aus und sagte: Ein Fest für  JAHWE  ist morgen!“

2. Mose / Exodus / Schemot 32,3-5

Vielleicht entsteht bei manch einem, der meine Texte liest, der Eindruck, ich wollte Gläubige verunsichern. Das stimmt nicht ganz. Ich möchte eine falsche Sicherheit erschüttern, um wahre Sicherheit zu finden – Sicherheit des Glaubens, Geborgenheit und Orientierung durch Jesus. Eine selbst-gemachte Sicherheit ist ein marodes Fundament. Jesus sagt lapidar: Meine Schafe hören meine Stimme.

„Wer meine Worte hört und danach handelt, der ist klug. Man kann ihn mit einem Mann vergleichen, der sein Haus auf felsigen Grund baut. Wenn ein Wolkenbruch niedergeht, das Hochwasser steigt und der Sturm am Haus rüttelt, wird es trotzdem nicht einstürzen, weil es auf Felsengrund gebaut ist. Wer sich meine Worte nur anhört, aber nicht danach lebt, der ist so unvernünftig wie einer, der sein Haus auf Sand baut. Denn wenn ein Wolkenbruch kommt, die Flut das Land überschwemmt und der Sturm um das Haus tobt, wird es aus allen Fugen geraten und krachend einstürzen.“

Matthäus-Evangelium 7,24-27

Das feste Fundament von dem Jesus in der Bergpredigt spricht, ist weder die Bibel noch ein in sich geschlossenes christliches Glaubenssystem aus Bibelversen. Es ist das Hören  UND TUN  der Worte Jesu. Ein Leben aus dem Vertrauen zu Gott.

„Glücklich sind, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott sehen … Liebt eure Feinde und betet für alle, die euch verfolgen! So erweist ihr euch als Kinder eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne für Böse wie für Gute scheinen, und er lässt es regnen für Fromme und Gottlose … Wenn du beten willst, geh in dein Zimmer, schließ die Tür, und dann bete zu deinem Vater, der auch im Verborgenen gegenwärtig ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird dich belohnen … euer Vater weiß genau, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn um etwas bittet … sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz … Zerbrecht euch also nicht mehr den Kopf mit Fragen wie: ‚Werden wir genug zu essen haben? Und was werden wir trinken? Was sollen wir anziehen?‘ Mit solchen Dingen beschäftigen sich nur Menschen, die Gott nicht kennen. Euer Vater im Himmel weiß doch genau, dass ihr dies alles braucht. Sorgt euch vor allem um Gottes neue Welt, und lebt nach Gottes Willen! Dann wird er euch mit allem anderen versorgen. Deshalb sorgt euch nicht um morgen … Bittet Gott, und er wird euch geben! Sucht, und ihr werdet finden! Klopft an, und euch wird die Tür geöffnet … Wenn schon ihr hartherzigen Menschen euren Kindern Gutes gebt, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes schenken, die ihn darum bitten …“

Bergpredigt

Manche arbeiten an einem Bibelverständnis und einem theologischen System, welches dann den Gläubigen Sicherheit für ihren Glauben und ihr Leben liefern soll und Antworten auf alle Fragen. Was für eine Sicherheit wird das dann sein?

Fundamentalismus ist ein Konzept, das nicht zum Leben passt. Es tut uns selbst nicht gut, und auch nicht anderen. Ich bin selbst in einer fundamentalistischen Gemeinde aufgewachsen und habe mich jahrelang mit dieser Tradition herumgeschlagen und lange gebraucht, um zu verstehen, dass man mit den biblischen Texten auch anders umgehen kann.

Ich verstehe, dass Menschen ein unterschiedliches Bedürfnis nach Sicherheit haben.  Dies ist auch abhängig von unseren Lebensumständen und von der Erfahrung im Glauben. Ich möchte nicht, jemandes Glauben an Jesus beschädigen, sondern zu einem besseren Verstehen beitragen. Paulus sagt im Galaterbrief, dass die Tora den Gläubigen als etwas Vorübergehendes gegeben wurde, solange sie noch nicht mündig waren, wie Kinder. Jetzt aber ist die Zeit gekommen, wo wir durch den Geist Gottes im Glauben mündig und erwachsen werden können und sollen.

Man kann sich aus Bibelversen eine Hängematte stricken, in der sich gut ein Nickerchen machen lässt – und man verpennt das Leben. Man kann sich auch immer wieder von diesen alten Texten inspirieren und herausfordern lassen und von Jesus lernen, Gott zu vertrauen.

„Jeder weiß, dass ihr selbst ein Brief Christi seid, den wir in seinem Auftrag geschrieben haben; nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes; nicht auf steinerne Gesetzestafeln wie bei Mose, sondern in menschliche Herzen. Das wagen wir nur deshalb zu sagen, weil wir Gott vertrauen … Wir verkünden nicht länger die Herrschaft des geschriebenen Gesetzes, sondern das neue Leben durch Gottes Geist. Denn der Buchstabe tötet, Gottes Geist aber schenkt Leben.“

Paulus in 2. Korinther 3,3-6

Aber viele Christen schlafen weiterhin in ihrem Bibelhaus am Leben vorbei –
bis der Sturm kommt.

DIE ALLERERSTE BIBEL DER WELTGESCHICHTE

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Giulio Romano [Public domain], via Wikimedia Commons

Heute gibt es Bibelausgaben in einer fast unüberschaubaren Fülle. (Schon allein die vielen, vielen Übersetzungen in die unterschiedlichen Sprachen und Dialekte.) Darüber freue ich mich sehr, denn die Bibel ist mir in meinem eigenen Leben sehr wertvoll geworden. Ich muss allerdings zugeben, dass nicht alle Bibelausgaben gleich gut sind.

Dass es Bibeln gibt, war für mich immer eine Selbstverständlichkeit.  Auch kulturgeschichtlich ist die Präsenz der Bibel in unserer Region fest verankert.  Das war aber nicht immer so.

Ein Quantensprung in der Buchherstellung war die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern durch Gutenberg. Das erhöhte die Produktivität enorm und war für die Verbreitung der Bibel von größter Bedeutung. In der Zeit davor war das selbständige Lesen biblischer Texte einer kleinen Zahl besonders previligierter Menschen vorbehalten. Anderthalbtausend Jahre hatte das Christentum so existiert. Das sollte man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen.

Wann hat überhaupt jemand das erste Mal eine Bibel in der Hand gehalten?  Ich habe ein bisschen recherchiert, aber habe das noch nicht herausbekommen.

Vielleicht der Codex Sinaiticus?

Falsch!

Der Codex Sinaiticus war zwar ein Meilenstein in der Entwicklung der Buchherstellung im Allgemeinen und ist eine der bedeutendsten Handschriften der biblischen Texte überhaupt, er enthielt aber z.B. den Hirten des Hermas.  Viele Christen heutzutage würden ein Buch, welches den Hirten des Hermas enthält, nicht als „richtige“ Bibel akzeptieren.  Was eine „richtige“ Bibel denn aber überhaupt ist oder sein sollte, ist eine Frage, die nicht leicht zu beantworten ist. (Muss man sie überhaupt beantworten?)

Auch war der Codex so groß und schwer, dass man ihn schwerlich in einer Hand halten konnte. Seine Herstellung war ein beachtliches Projekt. Nur ein finanzstarker Investor konnte ein solches Projekt stemmen. Kein Wunder das Spekulationen aufkamen, dass kein geringer als der römische Kaiser selbst für die Herstellung verantwortlich gewesen sein könnte. Historisch ist allerdings nur wenig über die Entstehung dieser Handschrift aus dem 4. Jahrhundert bekannt.

Bekannt ist allerdings, dass Konstantin anscheinend die Produktion von „50 Bibeln“ in Auftrag gab. – Brauchte Konstantin eine einheitliche Textgrundlage für eine einheitliche christliche Religion zur Stabilisierung seines Reiches?

Die biblischen Texte waren schon im zweiten Jahrhundert unserer Zeitrechnung alle vorhanden und wurden überliefert und gelesen. Aber von wem? Es war Athanasius der Große, der das erste Mal in seinem „Osterbrief“ alle 27 Bücher des Neuen Testaments auflistet, die wir auch heute noch als Neues Testament in unseren Bibeln haben. Aber welche Autorität hat Athanasius bzgl. der Überlieferung des christlichen Glaubens? Und was ist mit der alttestamentlichen Sammlung? Wann wurde das erste Mal eine Bibel produziert, die alle 66 Bücher unserer protestantischen Bibel hatte? (Manche andere christliche Konfessionen haben übrigens bis heute „andere“ Bibeln.)

Wer war überhaupt durch all die Jahrhunderte für die Überlieferung und Verbreitung der Bibel verantwortlich? Wer hat es finanziert und warum? Verloren die biblischen Texte ihre Unschuld als sie zu Komplizen kirchlicher und weltlicher Machtansprüche gemacht worden sind? Es wäre nicht das erste Mal, dass heilige Texte instrumentalisiert werden.

Das obige Bild von der Taufe des römischen Kaisers Konstantin enthält auch ein Buch. Auch wenn das Gemälde Raffaels erst 1000 Jahre nach Konstantin entstanden ist und wohl kaum eine historische Szene darstellt, so bringt es doch etwas vom Verhältnis von Kirche und Macht zum Ausdruck und macht mich nachdenklich. Welche Rolle spielen heilige Texte im Verhältnis von Kirche und Macht?

Die meisten Christen erlebten ihren Glauben lange, lange Zeit nicht als etwas, wo sie selbst als mündige Gläubige die textlichen Grundlagen ihres Glaubens studieren konnten. Was also glaubten die Christen durch all die Jahrhunderte, und warum? Wie hat Christentum über einen so langen Zeitraum fuktioniert?

Jesus sagte zu den Menschen seiner Zeit: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir …“  (Die Bibel, Neues Testament, Johannes-Evangelium, Kapitel 10, Vers 27)

Es ist mein Eindruck, dass die Verfügbarkeit der Bibel heutzutage auch nicht bei allen Frommen nur positive Auswirkungen hat. Man kann sich darüber freuen, dass man für alle Fälle ein Nachschlagewerk hat und es im Bücherregal verstauben lassen. (Und wollten die biblischen Texte überhaupt jemals ein Nachschlagewerk für alle Fälle werden?)

Die entscheidende Frage ist:  Glauben wir, dass Gott sich am besten in einem Menschen, Jesus aus Nazareth, offenbart hat, oder glauben wir, dass Gott sich am besten in einem Buch offenbart hat? Entweder – oder!

Es ist eine Frage der Priorität. Wenn ich glaube, dass Gott sich am besten im Menschen Jesus offenbart hat, dann sind die biblischen Texte für mich wichtig, weil sie die beste historische Quelle sind, um zu verstehen, wer Jesus ist. Wenn ich glaube, dass Gott sich am besten in einem Buch offenbart hat, tritt Jesus in den Hintergrund.

Ein großer Problem ist, dass in der christlichen Praxis vieles als Selbstverständlich vorausgesetzt wird, was nicht gut durchdacht oder klar definiert ist. Dadurch existieren Grauzonen, in denen christlicher Glaube sein Profil verliert.

Die Macht zu haben, eine Bibel als EIN Buch in die Hand nehmen zu können, beeinflusst auch unser Verhältnis zu ihr und unseren Umgang mit ihr. Und es kann auch die Art und Weise beeinflussen, wie wir unseren Glauben verstehen und leben. – Wir haben die Stimme Gottes in den Griff gekriegt!

RUUUUHE !!!!!!!

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Quelle: publicdomainpictures.net

Sabbat.

Du sollst den Feiertag heiligen!

Das bedeutet NICHT: 6 Tage rackern wir uns ab für uns selbst und am siebten Tag rackern wir uns ab für Gott. 6 Tage dienen wir für uns – am 7. Tag Gottesdienst.

Gott ruhte von allem Machen. Es war sehr gut. Perfekt. Vollendet. Nichts mehr hinzuzufügen.

Zeit nehmen zum Wahrnehmen des sehr guten Wirken Gottes in seiner Welt. Die Weite des Himmels: Von Horizont zu Horizont. Die Wolken ziehen sehen. Unendlich ausgebreitetes Sternenzelt im Nachthimmel. Betrachten. Riechen. Lauschen. Schmecken. Ausruhen. Entspannen. Regenerieren. Seelenruhe.

Tiefe Verspannungen lösen sich nicht in einer Bildschirmpause. Und wie lange dauert es, bis sich verkrampfte Seelen entspannen? Hart gewordene Herzen wieder weich werden?

24 Stunden schlafen – ich glaub, das schaff ich nicht.

Wann und wo und wie kommst du zur Ruhe?

Können und wollen wir uns das überhaupt leisten? Gibt es nicht einfach viel zu viel zu tun, und zu wenige, die mit anpacken? So viele Hilfsbedürftige und nicht genug Engagement. So viel Dringendes und Drängendes.

Einen ganzen Tag nichts schaffen? Ist das nicht viel zu unproduktiv? Wie viel Leistungsträger gibt es in unserer Republik, die regelmäßig einen Tag pro Woche total ausfallen können? Was würde das für unser Bruttosozialprodukt bedeuten? Würde Deutschland nicht internationale Spitzenpositionen einbüßen müssen, wenn alle Deutschen einmal die Woche gar nichts leisten?

Wir brauchen ja auch Zeit, um uns um unseren Besitz zu kümmern. Alles will gewartet werden, Zimmer geputzt, Nippes staubgewischt. Vermögen verwaltet. Der soziale Status und Netzwerke müssen ständig unterfüttert werden. Nichts passiert von alleine.

Gerate ich selbst nicht auch ins Hintertreffen, wenn ich das mache? Da kann ich doch niemals mehr mithalten mit denen, die einfach durchpowern:  24/7/365? Sind wir nicht auch unersetzbar und müssen unbedingt erreichbar sein – auch am Ruhetag?

Gibt es noch Orientierung bei aller Optimierung?

Sabbat. Ein geschenkter Tag. Keine Verpflichtungen. Ruhe. Abschalten. Die Uhr bleibt 24 Stunden lang stehen. Die Erde hört auf sich zu drehen.

Einen zeitlosen Raum betreten. Kein Zeitdruck. In die Welt Gottes eintauchen. Von Ewigkeit zu Ewigkeit …

Ein weiter Blick. Erzählen von den Urgroßeltern. Familie planen. Zeit für Kinder. Stress verspielen.

Wann?

Es muss nicht unbedingt Sonntag sein. Eigentlich wäre Samstag ja sowieso irgendwie Sabbat-mäßiger.

Wo?

Gute Frage. Gibt es überhaupt noch einen Ort in unserem Leben, wo wir wirklich zur Ruhe kommen? Können Kirchengebäude so ein Ort sein? Oder einfach Zuhause? Oder in Gottes Schöpfung? In der Einöde? Bei Verwandten oder Freunden?

Mit wem?

Kommen wir zur Ruhe in der Einsamkeit oder eher in der Nähe von Menschen, bei denen wir wir selbst sein können? Einfach so da sein dürfen, wie wir sind? Einem anderen Menschen in die Augen schauen und die Welt um uns herum vergessen. Beziehungen wachsen lassen.

Wie?

Vielleicht still sitzen in Meditation. Vielleicht auch in Bewegung: Unseren ganzen Körper wieder spüren lernen – nicht nur unseren Hintern, auf dem wir zu viel sitzen. Spazierengehen, wandern, schlendern, tanzen, Ball spielen, uns frei laufen, …

Wie können wir uns an einem Tag abschneiden von all den Schnüren, die an uns zerren …

(Mit oder ohne Smartphone?)

Die Spinne hat uns schon längst gefangen in ihrem Netz, und die Schlinge zieht sich weiter zu.

HEBRÄISCH

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By W.pseudon (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)%5D, via Wikimedia Commons

Mehr als alle anderen Sprachen ist Hebräisch die Sprache der Bibel, und damit auch die grundlegende Sprache der jüdisch-christlichen Überlieferung vom Glauben an den einen Gott. Die meisten biblischen Texte wurden ursprünglich in Hebräisch verfasst, und auch die heiligen Texte der ersten Christen waren fast alles hebräische Texte (auch wenn sie in der Regel in griechischer Übersetzung gelesen wurden).

In antiken Gesellschaften war Schreiben ein Luxus, der nur von einer kleinen Elite beherrscht wurde. Parallel zur Textproduktion gab es eine breite mündliche Erzähltradition, von der uns natürlich nur das überliefert ist, was in Textform für die Nachwelt erhalten blieb. Hebräisch war zunächst nur eine gesprochene Sprache; und auch nach der Erfindung von hebräischer Schrift war der weit überwiegende Sprachgebrauch selbstverständlich mündlich.

Wie alle Sprachen, so hat auch Hebräisch eine Herkunft und Geschichte. Und wie alle anderen lebendigen Sprachen auch, so hat auch Hebräisch Einflüsse aus anderen Sprachen aufgenommen. Die augenscheinlichste Folge „fremder“ Einflüsse ist die hebräische Quadratschrift selbst, welche noch heute in Gebrauch ist. Diese Schrift wurde vom Reichsaramäisch entlehnt, das Verkehrssprache im Persischen Reich war und auch noch lange nach Alexander dem Großen große Bedeutung in der Region hatte. Aramäisch war sicherlich auch die Muttersprache Jesu, und wir finden Spuren davon auch im Neuen Testament. (So sind z.B. die letzten Worte Jesu „Eli, Eli, lama asabtani“ ein Zitat aus dem 22. Psalm in ARAMÄISCHER Übersetzung.)

Mit Alexander breitete sich die griechische Sprache und der Hellenismus im Mittelmeerraum aus, sodass bald auch unter den Diaspora-Juden der Bedarf an griechischer Übersetzung wuchs. Es war dann die Septuaginta, die  große Bedeutung als griechische Übersetzung der hebräischen heiligen Texte erlangte.

Jeder, der schon einmal eine Fremdsprache gelernt hat, weiß, dass es unmöglich ist, eine andere Sprache zu lernen, ohne nicht auch etwas mit der fremden Kultur vertraut zu werden. Sprache transportiert Kultur und ist an sie gebunden. Der kulturelle Druck, der durch die verbreitete griechische Sprache und dem Hellenismus auf die jüdische Tradition ausgeübt wurde, war enorm, und die Übertragung der heiligen Texte in eine fremde Sprache eine große Herausforderung. Bei Übersetzungen geht zwangsläufig immer etwas verloren. Es ist nur selten möglich den Spielraum für Deutung und Assoziation exakt in einer anderen Sprache zu reproduzieren. Und wie übersetzt man überhaupt ein grammatikalisches System, das grundsätzlich ein bisschen anders funktioniert?

Nach den Griechen kamen die Römer, und in der Kirchengeschichte gewann Latein zunehmend an Bedeutung. Der im Judentum und der hebräischen Sprache verwurzelte Glaube an Jesus den Messias wurde in „fremden“ Sprachen gedacht, formuliert, gepredigt und erklärt. Ist dabei vielleicht etwas Wesentliches verlorengegangen? Ist „theos“ oder „deus“ derselbe wie JHWH? Und hatten Christen beim Titel „Christus“ noch dieselben Assoziationen wie Juden beim erwarteten Maschiach?

Ich bin gerade dabei Hebräisch zu lernen und empfinde es als wunderbare Bereicherung zum Verstehen der biblischen Texte. Ist allerdings wirklich nicht einfach. Und auch mit Hebräisch-Kenntnissen und dem „Urtext“ lassen sich nicht alle Fragen beantworten. Auch führt das gründlichere Studium dieser Texte nicht automatisch zu mehr oder besserem Glauben.

Schreiben von Gott ist der stammelnde Versuch mit Worten menschlicher Kategorien das Geheimnis des ewigen Gottes mit Buchstaben auf Papier zu heften. Wie funktioniert so etwas überhaupt? Und wie kann es dann noch in eine andere Kultur übertragen werden? Ist das mündliche inspirierte Wort vielleicht besser als alte Texte? Solange Erzählungen noch mündlich überliefert werden, können sie sich an eine veränderte Wirklichkeit anpassen. Wenn sie erst in Textform erstarrt sind, veralten sie, während das Leben weitergeht.

Alle Buchreligionen haben das Problem, dass sich göttliche Offenbarung nicht auf vollkommene Weise in Texten konservieren lässt, weil Sprache sich verändert und erfolgreiche Kommunikation immer vom Zusammenhang abhängt. (Sollte das „richtige“ Verstehen der uralten heiligen Texte wirklich einer kleinen Elite von Altertumswissenschaftlern und Philologen vorbehalten sein, die den ursprünglichen Sinn noch am ehesten rekonstruieren können?)

Paulus gab schon vor fast 2000 Jahren einem Mitarbeiter einen Rat:

“ … Damals habe ich dich gebeten, in Ephesus zurückzubleiben und dafür zu sorgen, dass bestimmte Leute dort keine falschen Lehren verbreiten. Sie sollten sich nicht mit uferlosen Spekulationen über die Anfänge der Welt und die ersten Geschlechterfolgen befassen; denn das führt nur zu unfruchtbaren Spitzfindigkeiten, anstatt dem Heilsplan Gottes zu dienen, der auf den Glauben zielt. Jede Unterweisung der Gemeinde muss nämlich zur Liebe hinführen, die aus einem reinen Herzen, einem guten Gewissen und einem aufrichtigen Glauben kommt. Davon haben sich einige abgewandt und haben sich in leeres Gerede verloren. Sie wollen Lehrer des göttlichen Gesetzes sein; aber sie wissen nicht, was sie sagen, und haben keine Ahnung von dem, worüber sie so selbstsicher ihre Behauptungen aufstellen.“

(Die Bibel, Neues Testament, der erste Brief von Paulus an Timotheus, 1. Kapitel, Vers 3-7)

Wir brauchen ein gründlicheres Nachdenken über göttliche Offenbarung und darüber, wie wir authentisch von Gott reden können – erfasst vom Wirken Gottes in dieser Welt und himmlisch inspiriert. Vielleicht könnte man dann das traditionelle Theologisieren auf niedrigem Niveau überwinden. Die kolossalen kulturellen Umbrüche, die wir heute erleben, sind eine Chance, das Wesentliche am christlichen Glauben neu zu entdecken; und vielleicht kann uns ein besseres Verständnis unserer jüdischen Wurzeln dabei helfen.