theologiestudierende.de | Jewish-Christian Dialog, live!

 

Das letzte Abendmahl, mit Judas vorne rechts, Carl Bloch, spätes 19. Jh. [public domain, via Wikimedia]
Das letzte Abendmahl, mit Judas vorne rechts, Carl Bloch, spätes 19. Jh. [public domain, via Wikimedia]

Mein dritter Artikel für das Online-Magazin „theologiestudierende.de“ über eine Kirchentagsveranstaltung der Sonderklasse. – Total begeistert!  🙂

http://www.theologiestudierende.de/2017/05/27/jewish-christian-dialog-live/

neolog | Einfach Jesus – Jesus einfach

Szenen aus dem Leben und der Passion Jesu, Gaudenzio Ferrari [public domain, via Wikimedia]
Szenen aus dem Leben und der Passion Jesu, Gaudenzio Ferrari [public domain, via Wikimedia]

Bin zwar nicht mehr ganz jung, aber im postfaktischen Zeitalter kann man diese Tatsache vielleicht vernachlässigen. Jung im Geist fühle ich mich jedenfalls immer noch; deshalb ist mir neolog auch sehr sympathisch. Letzte Woche konnte ich auf dem Multi-Autor-Blog meinen ersten Artikel veröffentlichen:

http://neolog-blog.de/einfach-jesus-jesus-einfach/

Glaube als Konsumartikel?

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By collection by User:jobas (self-made from Other photos) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

Auch Christen sind Konsumenten. Und da fragt man sich dann halt so, als Otto-Normalchrist, was das Christentum so im Angebot hat.

Das Sortiment ist leider etwas unübersichtlich. Auch steht außen leider nicht immer auch das drauf, was innen drin ist. Mogelpackungen sind leider keine Seltenheit. (Und das auch noch im Namen Gottes!) Auch der Preis stimmt nicht immer. Manches wird als kostenlos angepriesen, was dann am Ende ziemlich teuer wird. Versteckte Kosten. Qualitätsstandards sind auch noch ein Thema für sich. Oder gesetzliche Regulierung.

Da gibt es die richtig alten Kirchen. Römisch-katholisch oder orthodox? Optisch oft sehr beeindruckend, und mit dem Staub von Jahrhunderten.

Oder vielleicht etwas Protestantisches für die, die etwas moderner und aufgeklärter sein wollen? Leider ist im protestantischen Segment die Vielfalt so unübersichtlich, dass es kaum möglich ist, eine allgemeine Bewertung oder Empfehlung abzugeben. Interessierten dürfte es da schwer fallen, eine Entscheidung zu treffen, und fast täglich kommen neue Produkte dazu.

Wie wär’s mit etwas Mystischem oder Charismatischem? Diese Artikel sind leider manchmal etwas schwer zu finden, da diese Marke noch nicht fest etabliert ist, und der Markt sich noch nicht so richtig konsolidiert hat.

Ganz aktuell gibt es jetzt auch Anbetung im Stil von Rockkonzerten für die jungen Menschen von heute. Die Qualität kann leider nicht immer mit weltlichen Konzerten mithalten, aber es soll uns schließlich keiner vorwerfen können, unser Sortiment wäre veraltet und wir gingen nicht mit der Mode.

Bio-Produkte selbstverständlich. Viele Kirchengemeinden haben Umweltprojekte, die auf der Webseite schnell zu finden sind.

Es gibt natürlich auch Spezialprodukte für Sondergruppen, wie ethnische Kirchengemeinden oder Gruppen für Menschen mit speziellen Problemen. Da ist das Angebot dann auch oft recht übersichtlich, wenn man weiß, wo man suchen muss.

Auch Regionales ist im Angebot. Christliche Gruppen, die sich besonders für ihre Nachbarschaft einsetzen und dort präsent sind.

Rundum-sorglos-Pakete findet man natürlich auch, von Gemeinden, die größer und finanziell etwas besser gestellt sind. Mit professioneller Kinderbetreuung, eigenen Seelsorgern und Sozialarbeitern. Spezielle Kleingruppen für alle Altersklassen und Selbsthilfegruppen für alle Probleme, die so anfallen. Gruppengefühl und praktische Hilfe fürs Diesseits und den Freifahrtschein fürs Jenseits.

Was darf’s denn sein?

Und hätten Sie gerne die Standard-Mitgliedschaft oder darf’s auch ein bisschen mehr sein? Wollen Sie vielleicht sogar Miteigentümer als Genossenschaftsmitglied werden? Oder stehen Sie mehr auf Aktien mit Dividenden? Warum sollte man von seiner Frömmigkeit nicht auch ein bisschen profitieren?

Die Anzahl der Menschen, die sich für Religion interessieren, ist begrenzt. Manchmal hat man den Eindruck, dass das Angebot größer ist als die Nachfrage. Das führt natürlich zu verschärftem Konkurrenzkampf. Da braucht man Kundenbindungsprogramme, um seine Schäfchen an sich zu binden, und gleichzeitig eine aggressivere Werbung nach außen. Deutliche Abgrenzung von Mitbewerbern durch ein geschärftes eigenes Profil.

Was war nochmal das Wesentliche am Christentum?

Christlicher Glaube ist KEIN Konsumartikel. Und christliche Gruppen, die den Glauben so präsentieren, sind schon auf die schiefe Bahn geraten. Wenn Christentum kein gesellschaftliches Korrektiv mehr ist, hat es seine Existenzberechtigung verloren. Das Himmelreich muss eine erkennbare Alternative zur Welt sein. Licht in der Dunkelheit. Keine künstlichen, selbstgemachten Leuchten aus grellen, blinkenden Neon-Schriftzügen, sondern Licht von Gott, das scheint durch Menschen, die ihm gehören.

Ich hatte schon oft eine Diskussion über christliche Vielfalt mit meiner Mutter. Sie findet es ganz toll, dass es so viele verschiedene Konfessionen und Gemeinschaften gibt, weil dann jeder etwas Passendes für sich findet. Ich halte dagegen, dass Vielfalt nichts bringt, wenn sie nicht für den Einzelnen in seiner Glaubensgemeinschaft erlebbar ist. Ich kann von den Ansichten, Traditionen und Erfahrungen eines anderen Christen nur etwas lernen, wenn ich sie kennenlerne. Solange all die Frommen zusammenklucken, die einer Meinung sind, schmoren sie nur im eigenen Saft.

Auch für Menschen, die auf der Suche sind, wirkt das unüberschaubare Angebot und die Streitereien zwischen Christen wohl eher abschreckend. Wäre es nicht viel besser, wenn Menschen sehen könnten, wie herzlich lieb wir Christen einander haben, und wie wir in einer Nachbarschaft gemeinsam unseren Glauben leben trotz ernsthafter Meinungsunterschiede? Würde nicht gerade die Einheit in der Vielfalt auch mit Schwierigkeiten deutlich machen, worauf es eigentlich ankommt?

Was eigentlich besagt das Christentum?

Hier dazu mehr:  http://www.patmos.de/wendepunkte-p-8508.html

Menschenrechte

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„Die Freiheit führt das Volk“ (französische Julirevolution 1830) von Eugène Delacroix [Public domain], via Wikimedia Commons

Menschenrechte. Ein schweres Thema. Wir alle wünschen uns ihre Verwirklichung, aber es scheint zu wenig zu sein, was man machen kann …  –  Sisyphusarbeit. Kampf mit Windmühlen.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – und begreif- und berührbar.

Bei Wikipedia gibt es ein Foto vom Kyros-Zylinder aus Persien (538 v. Chr.), der wohl allgemein als „erste Menschenrechtscharta“ gilt. – Ist schon lange her. – In den biblischen Texten taucht der Begriff „Menschenrecht“ nicht auf, aber ähnliche Ideen gibt’s schon auch.

Wir sind gerade mit Volldampf dabei, unsere eigenen Lebensgrundlagen zu zerstören. Dies sollte bei uns die Alarmglocken schrillen lassen. (Wenn uns dies nicht beunruhigt, was dann?) Deswegen müssen wir unbedingt noch breiter ansetzen und nicht nur Rechte für Menschen einfordern, sondern die Bewahrung der Schöpfung einfordern. (Wir selbst sollten natürlich auch dazu beitragen.) Da gehört die Bewahrung der Menschheit und der Schutz des Einzelnen mit dazu, denn man wird kaum die Welt retten können, wenn der Einzelne sich nicht sicher fühlen kann.

Im biblischen Hebräisch gibt es den schönen Begriff des Schalom, mit dem nicht nur die Abwesenheit von Krieg gemeint ist, sondern ein heiler Zustand der Befriedigung, wo die Störung beseitigt ist. Erntezeit. Man lässt sich’s gut gehen. Das Lamm liegt neben dem Löwen.

Wo kommt die Idee der Menschenwürde und -rechte eigentlich her?

Selbstverständlich gibt es Wikipedia-Artikel:  Menschenwürde + Menschenrechte. Auch der theologische Begriff der „Gottebenbildlichkeit“ (was für ein Wort!) hat damit zu tun.

Zwei lesenswerte Artikel von Benjamin Morise zum Thema Menschenrechte gibt es bei neolog:

Menschenrechte? – “Schon mal gehört!“

Menschenrechte? – „Nö, lass mal! Ich bin Christ.“

Und auch einen guten Artikel bei Tobias Faix.

 

Gott schuf den Menschen in seinem Bilde, im Bilde Gottes schuf er ihn; männlich, weiblich schuf er sie.

(Die Bibel, Tanach / Altes Testament, Bereschith / 1. Buch Mose / Genesis, 1. Kapitel, Vers 27)

Worte in der Wüste

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Caravaggio [Public domain], via Wikimedia Commons

Worte einer Stimme, die gewaltsam für immer zum Schweigen gebracht wird – wie so viele andere Stimmen davor und danach. Menschen, die niemandem Gewalt angetan hatten und doch Gewalt erlitten und erleiden.

Wüste. Ort der Klärung und Findung. Ort der Begegnung mit Gott und Satan. Ort der Veränderung und Berufung. Ort der Vorbereitung. – Gott führt in die Wüste, und aus ihr heraus.

Eine Stimme ruft: Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott! Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hüglig ist, werde eben. Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn, alle Sterblichen werden sie sehen …

(Die Bibel, Tanach / Altes Testament, Jesaja, 40. Kapitel, Verse 3-5)

 

Die Menschen verließen das Treiben der Stadt, um eine Stimme in der Wüste zu hören. Viele beschlossen ihr Leben zu ändern.

Aber nicht alle waren begeistert. Licht und Schatten. Die Botschaft führt in die Krise, und die Entscheidungen fallen unterschiedlich aus. Es ist ein langer Weg bis die Herrlichkeit des Herrn anbricht.

Eine Situation vieler Paare: Man sehnt sich nach einem Kind, aber es kommt keins. Von Natur aus hängt die Entstehung von Leben nicht nur von einer menschlichen Entscheidung ab. Jetzt waren sie schon alt – wie Sara und Abraham. Und als der Engel dem Priester Zacharias seinen zukünftigen Sohn Johannes ankündigt, kann dieser es kaum glauben.

In den ersten Kapiteln aller vier Evangelien wird von Johannes dem Täufer erzählt. Lukas erzählt sogar von seiner Geburt und, dass seine Mutter und Maria, die Mutter von Jesus, verwandt sind. Dennoch wissen wir kaum etwas über die Beziehung zwischen Jesus und Johannes bis Jesus von Johannes getauft wird. (Übrigens ein sehr beliebtes Motiv in der Kunstgeschichte. – Warum?) Auch in der Apostelgeschichte taucht Johannes‘ Name auf.

Es gibt kaum eine andere Gestalt im Neuen Testament (mit Ausnahme von Jesus), die von so großer Bedeutung ist wie Johannes der Täufer, und gleichzeitig so geheimnisvoll. Und obwohl er, wie Jesus, relativ jung gestorben ist und sein Leben nun schon fast 2000 Jahre zurückliegt, reden wir heute immer noch über ihn.

 

Was habt ihr von Johannes erwartet, als ihr zu ihm in die Wüste hinausgegangen seid? Wolltet ihr ein Schilfrohr sehen, das bei jedem Windhauch hin- und herschwankt? … Oder wolltet ihr einem Propheten begegnen? Ja, Johannes ist ein Prophet, und mehr als das … ich versichere euch: Von allen Menschen, die je geboren wurden, ist keiner bedeutender als Johannes der Täufer … Seit Johannes der Täufer da ist, beginnt Gottes neue Welt, wenn auch andere das mit Gewalt verhindern wollen.

(Neues Testament, Matthäus-Evangelium 11,7-12)

 

Wie kann es sein, dass jemand, über den Jesus so große Worte sagte, in der christlichen Dogmatik kaum eine Rolle spielt? Hätte Jesus nicht einfach so auf der Bildfläche erscheinen können, ohne dass ihn jemand ankündigt? (Die Juden hatten doch sowieso schon auf den Messias gewartet.) Was hat dieser Mann heilsgeschichtlich für eine Rolle? Was bedeutet „Vorbereitung“? Was bedeutet das für uns?

Welche Wirkung hatte Johannes auf seine Zeitgenossen? Was machte er in der Wüste und warum taufte er ausgerechnet auf der Ost-Seite des Jordans und nicht etwa im See Genezareth bei den Fischern? Welche Bedeutung hatte er für das Auftreten von Jesus?

Wer war dieser Mann?

Worthaus: Johannes der Täufer – ein prophetisches Phänomen

 

theologiestudierende.de | Max Melzer zur „digitalen Kirche“

Gestern wurde ein Artikel von Max Melzer mit dem Titel „Moment mal: Von der Suche nach einem Zuhause“ beim Online-Magazin „theologiestudierende.de“ veröffentlicht. Lesenswert für alle, die sich für den Zustand der „digitalen Kirche“ interessieren:

http://www.theologiestudierende.de/2017/05/01/moment-mal-von-der-suche-nach-einem-zuhause

Noch 24 Tage bis zum Kirchentag !!!

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scanned by NobbiP [Public domain], via Wikimedia Commons

 

24 Tage klingt ein bisschen nach Heiligabend. Und in der Tat ist auch der Kirchentag ein wichtiger „christlicher“ Termin.

Genau genommen ist es allerdings gar nicht 1 Tag, sondern 5 Tage, von Mittwoch, dem 24., bis Sonntag, dem 28. Mai. Der Begriff „Kirchenwoche“ würde eigentlich besser passen. Der vollständige Titel dieses Großereignisses lautet „36. Deutscher Evangelischer Kirchentag“, und er findet an zwei Orten statt, sozusagen in Nachbarschaft: in Berlin und in Wittenberg, im östlichen Sachsen-Anhalt.

Noch genauer genommen ist der Kirchentag nicht nur ein Großereignis, sondern eine Bewegung und Institution evangelischer Laien, die das Großereignis alle zwei Jahre durchführt. Der Kirchentag ist also institutionell unabhängig von den evangelischen Kirchen.

Und ganz genau genommen sind es zwei Institutionen, denn es gibt auch einen katholischen Kirchentag, der sich sinnvollerweiser „Katholikentag“ nennt. Auf diese Weise kommt man nicht durcheinander und weiß, dass mit der Kurzform „Kirchentag“ immer der evangelische gemeint ist. Auch der Katholikentag ist eine mehrtägige Veranstaltung, die in der Regel alle 2 Jahre stattfindet.

Interessant ist, dass das Geburtsjahr sowohl der evangelischen, als auch der katholischen Kirchentage das Jahr 1848 ist. Ein vertrautes Datum für Kenner deutscher Geschichte. Und auch die weitere Entwicklung der Kirchentagsbewegungen war natürlich mit der deutschen Geschichte verbunden. So wurden im geteilten Deutschland Kirchentage in beiden deutschen Teilen abhalten. Ab 1961 wurden Kirchentage auch in der DDR organisiert, und 1962 fanden die ersten regionalen Kirchentage in der DDR, in Schwerin und in Stralsund, statt.

Auch die Hybrid-Version, der „Ökumenische Kirchentag“, findet seit 2003 in unterschiedlichen Abständen in Deutschland statt. Der erste wurde natürlich in der Hauptstadt Berlin veranstaltet. Der zweite war 2010 in der heimlichen Hauptstadt München, und der dritte soll 2021 im Finanz-Herzen und der Mitte Deutschlands, in Frankfurt am Main, stattfinden.

Dem aufmerksamen Leser ist natürlich aufgefallen, dass 2021 mit dem Jahr des Evangelischen Kirchentages zusammenfallen würde. Dies war auch schon 2003 der Fall. Damals fand der Ökumenische Kirchentag anstelle des Evangelischen Kirchentages statt.

Und natürlich gibt es für (fast) alles Wikipedia-Artikel:

Deutscher Evangelischer Kirchentag (1848–1872)

Deutscher Evangelischer Kirchentag (1919–1930)

Deutscher Evangelischer Kirchentag seit 1949

Evangelischer Kirchentag in der DDR

Liste der Deutschen Evangelischen Kirchentage und beteiligter Personen seit 1949

Katholikentag

Liste der Deutschen Katholikentage seit 1848

Ökumenischer Kirchentag

Manche Kirchentage, wie z.B. der erste Ökumenische Kirchentag 2003, haben sogar einen ganz eigenen Wikipedia-Artikel.

Dies ist die offizielle Webseite des Kirchentags:

https://www.kirchentag.de/

hier ist die Facebook-Seite:

https://www.facebook.com/kirchentag

und hier Twitter:

https://twitter.com/kirchentag_de

🙂