Gott 9.0 | Gott 9.0: Wohin unsere Gesellschaft spirituell wachsen wird

 

Fast 7 Jahre ist es her, dass Gott 9.0 beim Gütersloher Verlagshaus erschienen ist, und es hat mittlerweile die 7. Auflage erlebt. Ein einzigartiges Buch, das auf grundlegende Art und Weise sämtliche traditionellen jüdisch-christlichen Gottesvorstellungen herausfordert.

Zur Gott 9.0-Webseite:  Gott 9.0

Die Gott 9.0- Webseite beim Gütersloher Verlagshaus: https://www.randomhouse.de/Buch/Gott-9-0/Marion-Kuestenmacher/Guetersloher-Verlagshaus/e343910.rhd#biblios

Blog-Post bei TheoBlog mit Kommentaren: https://theoblog.de/gott-9-0/15171/

Ausführliche kritische Buchbesprechung bei TheoBlog: https://theoblog.de/wp-content/uploads/2011/09/Gott9.0_Buch.pdf

 

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Andacht

 

Andacht
Von mir.  🙂   [public domain]

 

 

… Mein Vater, wenn es möglich ist, dann lass den Kelch an mir vorübergehen und erspare mir dieses Leiden! Aber nicht was ich will, sondern was du willst, soll geschehen.

 

(Jesus in Gethsemane – Bibel, Neues Testament, Matthäus-Evangelium, 26. Kapitel, Vers 39)

 

 

Sich fügen in den Willen Gottes. Jede Ausrede und jeder Widerspruch verstummt. In der Klarheit des Weges verblassen alle Alternativen. Die innere Gewissheit ist der Kompass, der die Richtung gibt.

 

 

… ich bin mit Christus gekreuzigt. Nicht mehr ich bin es, der lebt, nein, Christus lebt in mir. Und solange ich noch dieses irdische Leben habe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mir seine Liebe erwiesen und sich selbst für mich hingegeben hat.

 

(Neues Testament, Paulus‘ Brief an die Galater, 2,19-20)

 

Andacht. Denken an das Wesentliche. Kontemplation. Ich versenke mich in das, was mich unbedingt angeht. Kein Wenn, kein Aber. Ich füge mich in das große Ganze, von dem ich ein Teil bin. Ich ordne mich ein in den Willen Gottes. Ich lass mich erfassen vom Wirken Gottes in seiner Welt …

 

… Richtet eure Gedanken ganz auf die Dinge, die wahr und achtenswert, gerecht, rein und unanstößig sind und allgemeine Zustimmung verdienen; beschäftigt euch mit dem, was vorbildlich ist und zu Recht gelobt wird. Haltet euch bei allem, was ihr tut, an die Botschaft, die euch verkündet worden ist und die ihr angenommen habt; lebt so, wie ich es euch gesagt und vorgelebt habe. Dann wird der Gott des Friedens mit euch sein.

 

(Philipperbrief 4,8-9)

 

 

In der Stille angekommen …

 

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Tonnengewölbe mit Gurtbögen: Abteikirche in Saint-Savin im Westen Frankreichs, by Lechat84 (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

 

Ich bin allein. Aber meine Seele kommt trotzdem noch nicht zur Ruhe, und in meinem Kopf wird es nicht still. Die Erlebnisse des Tages zerren noch an mir und eine Fülle von Eindrücken wirken noch nach. Und nachts, in den Träumen, steigen Bilder aus den Tiefen meiner Seele …

Wie macht man das, dass man in der Stille ankommt?

„In der Stille angekommen …“ – Einfache und schöne Worte … aber nicht ganz so leicht umzusetzen. Die Formulierung stammt von einem christlichen Lied von Christoph Zehendner. Wer neugierig geworden ist, kann es sich auf YouTube ansehen:

 

 

Zeit & Stille. Ein einfaches Konzept für unser gestresstes Leben.

Wir alle haben Zeit – theoretisch. Jeden Morgen neu, 24 Stunden am Tag. Wenn wir bewusst unseren Tag gestalten, unser Leben in die Hand nehmen und entscheiden, wofür wir unsere Zeit nutzen, dann haben wir die Chance, in unserem Leben zeitliche Freiräume zu schaffen für das, was wirklich wichtig ist. Noch besser wäre, wenn wir erfasst würden, von den wichtigen Fragen des Lebens selbst, getragen vom Wesentlichen, als nur Getriebene zu sein, von den alltäglichen Dringlichkeiten.

Der moderne Großstadtmensch findet Stille oft nur noch mit Ohren-Stöpseln. Manche suchen Stille in der Natur und auch dort hören wir das Flugzeug sich annähern und wieder entfernen. Es ist allerhöchste Zeit, in einer gestressten und reizüberfluteten Welt, dass wir in unserem eigenen Leben und in der Gesellschaft Freiräume für Zeit und Stille schaffen. Wir dürfen nicht darauf warten, dass das von alleine passiert oder es andere für uns tun – um unser selbst und anderer willen.

 

Da packte Elija die Angst und er lief um sein Leben … und ging eine Tagereise weit in die Wüste hinein … „Steh auf und iss! … Du hast einen weiten Weg vor dir.“
Er erhob sich, aß und trank und machte sich auf den Weg. Die Speise gab ihm so viel Kraft, dass er vierzig Tage und Nächte hindurch gehen konnte, bis er zum Gottesberg Horeb kam …
 Da kam ein heftiger Sturm herauf, der Felsen aus den Bergen riss und vor Jahwe zerschmetterte. Doch Jahwe war nicht im Sturm. Nach dem Sturm bebte die Erde, aber Jahwe war nicht im Beben. Nach dem Erdbeben ein Feuer, doch Jahwe war nicht im Feuer. Nach dem Feuer der Ton eines dahinschwebenden Schweigens …
Als Elija das hörte, verhüllte er sein Gesicht mit dem Mantel und stellte sich in den Eingang der Höhle. Da fragte ihn eine Stimme: „Was tust du hier, Elija?“ …
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(Die Bibel, Tanach / Altes Testament, 1. Buch der Könige, 19. Kapitel, Verse 3-13)

 

Menschen suchten die Einsamkeit als einen Ort der Klärung und Berufung: Elija am Horeb (1. Kön. 19), Johannes der Täufer, Jesus (Mk 1,35), …

Das Motiv der Wüste taucht in biblischen Erzählungen immer wieder auf. Ein Ort der Einsamkeit, Kargheit, der Begegnung mit sich selbst. Ein Ort der Vorbereitung.

In der Geschichte waren und sind Klöster Orte der Kontemplation. Nicht unbedingt eine gute Idee für jeden oder für alle Zeit; aber wenn man für sich selbst, für den Augenblick, eine Lösung gefunden hat, um mehr Zeit für Stille zu finden, hat man schon eine ganze Menge gewonnen.

Habt ihr selbst schon ähnliche Erfahrungen gemacht? Oder habt ihr Tipps, wie man es schafft „in der Stille anzukommen“?

[Dies ist die Überarbeitung eines älteren Artikel. Den älteren Artikel mit Kommentaren findet ihr hier.]

 

neolog | Stille Zeit – was soll das (sein)?

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Der stille Mapourika Lake auf Neuseeland, by Richard Palmer [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)%5D, via Wikimedia Commons

 

Interessanter Artikel von Daniel Trommer  auf neolog über die „Stille Zeit“.

Der entsprechende englische Begriff ist wohl „quiet time“. Für den englischen Begriff gibt es sogar einen eigenen Wikipedia-Artikel. Für die Stille deutschsprechender Frommer steht ein bisschen im Artikel zur Stille.

Als junger Mensch war mir meine Stille Zeit sehr wertvoll, und ich profitiere heute nach vielen Jahren immer noch von der Investition von damals. Deswegen kann ich gut verstehen, warum manchen Christen „Stille Zeit“ ganz wichtig ist. Irgendwann hab ich die Routine dann verloren – wahrscheinlich weil sich meine Lebensverhältnisse änderten.

Begriff und Praxis der „Stillen Zeit“ ist ein gutes Beispiel dafür, wie manchmal Normen und Ideale in christlichen Gruppen entstehen, die das Leben für den Einzelnen nicht unbedingt einfacher machen.

Heute hab ich keine feste „Stille Zeit“, sondern ich nehme mir einfach Zeiten der Stille, des tiefen Nachdenkens und Betens so, wie es gerade passt. Gott sei Dank, hab ich die Möglichkeiten dazu.

Weiter zum: neolog-Artikel.

RUUUUHE !!!!!!!

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Quelle: publicdomainpictures.net

Sabbat.

Du sollst den Feiertag heiligen!

Das bedeutet NICHT: 6 Tage rackern wir uns ab für uns selbst und am siebten Tag rackern wir uns ab für Gott. 6 Tage dienen wir für uns – am 7. Tag Gottesdienst.

Gott ruhte von allem Machen. Es war sehr gut. Perfekt. Vollendet. Nichts mehr hinzuzufügen.

Zeit nehmen zum Wahrnehmen des sehr guten Wirken Gottes in seiner Welt. Die Weite des Himmels: Von Horizont zu Horizont. Die Wolken ziehen sehen. Unendlich ausgebreitetes Sternenzelt im Nachthimmel. Betrachten. Riechen. Lauschen. Schmecken. Ausruhen. Entspannen. Regenerieren. Seelenruhe.

Tiefe Verspannungen lösen sich nicht in einer Bildschirmpause. Und wie lange dauert es, bis sich verkrampfte Seelen entspannen? Hart gewordene Herzen wieder weich werden?

24 Stunden schlafen – ich glaub, das schaff ich nicht.

Wann und wo und wie kommst du zur Ruhe?

Können und wollen wir uns das überhaupt leisten? Gibt es nicht einfach viel zu viel zu tun, und zu wenige, die mit anpacken? So viele Hilfsbedürftige und nicht genug Engagement. So viel Dringendes und Drängendes.

Einen ganzen Tag nichts schaffen? Ist das nicht viel zu unproduktiv? Wie viel Leistungsträger gibt es in unserer Republik, die regelmäßig einen Tag pro Woche total ausfallen können? Was würde das für unser Bruttosozialprodukt bedeuten? Würde Deutschland nicht internationale Spitzenpositionen einbüßen müssen, wenn alle Deutschen einmal die Woche gar nichts leisten?

Wir brauchen ja auch Zeit, um uns um unseren Besitz zu kümmern. Alles will gewartet werden, Zimmer geputzt, Nippes staubgewischt. Vermögen verwaltet. Der soziale Status und Netzwerke müssen ständig unterfüttert werden. Nichts passiert von alleine.

Gerate ich selbst nicht auch ins Hintertreffen, wenn ich das mache? Da kann ich doch niemals mehr mithalten mit denen, die einfach durchpowern:  24/7/365? Sind wir nicht auch unersetzbar und müssen unbedingt erreichbar sein – auch am Ruhetag?

Gibt es noch Orientierung bei aller Optimierung?

Sabbat. Ein geschenkter Tag. Keine Verpflichtungen. Ruhe. Abschalten. Die Uhr bleibt 24 Stunden lang stehen. Die Erde hört auf sich zu drehen.

Einen zeitlosen Raum betreten. Kein Zeitdruck. In die Welt Gottes eintauchen. Von Ewigkeit zu Ewigkeit …

Ein weiter Blick. Erzählen von den Urgroßeltern. Familie planen. Zeit für Kinder. Stress verspielen.

Wann?

Es muss nicht unbedingt Sonntag sein. Eigentlich wäre Samstag ja sowieso irgendwie Sabbat-mäßiger.

Wo?

Gute Frage. Gibt es überhaupt noch einen Ort in unserem Leben, wo wir wirklich zur Ruhe kommen? Können Kirchengebäude so ein Ort sein? Oder einfach Zuhause? Oder in Gottes Schöpfung? In der Einöde? Bei Verwandten oder Freunden?

Mit wem?

Kommen wir zur Ruhe in der Einsamkeit oder eher in der Nähe von Menschen, bei denen wir wir selbst sein können? Einfach so da sein dürfen, wie wir sind? Einem anderen Menschen in die Augen schauen und die Welt um uns herum vergessen. Beziehungen wachsen lassen.

Wie?

Vielleicht still sitzen in Meditation. Vielleicht auch in Bewegung: Unseren ganzen Körper wieder spüren lernen – nicht nur unseren Hintern, auf dem wir zu viel sitzen. Spazierengehen, wandern, schlendern, tanzen, Ball spielen, uns frei laufen, …

Wie können wir uns an einem Tag abschneiden von all den Schnüren, die an uns zerren …

(Mit oder ohne Smartphone?)

Die Spinne hat uns schon längst gefangen in ihrem Netz, und die Schlinge zieht sich weiter zu.

ZEIT & STILLE

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Tonnengewölbe mit Gurtbögen: Abteikirche in Saint-Savin im Westen Frankreichs, by Lechat84 (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

Ein einfaches Konzept für unser gestresstes Leben.

Wir alle haben Zeit – theoretisch. Jeden Morgen neu, 24 Stunden am Tag. Wenn wir bewusst unseren Tag gestalten, unser Leben in die Hand nehmen und entscheiden, wofür wir unsere Zeit nutzen, dann haben wir die Chance, in unserem Leben zeitliche Freiräume zu schaffen für das, was wirklich wichtig ist. Noch besser wäre, wenn wir erfasst würden, von den wichtigen Fragen des Lebens selbst, getragen vom Wesentlichen, als Getriebene zu sein, von den alltäglichen Dringlichkeiten.

Der moderne Großstadtmensch findet Stille oft nur noch mit Ohren-Stöpseln. Manche suchen Stille in der Natur und auch dort hören wir das Flugzeug sich annähern und wieder entfernen. Es ist allerhöchste Zeit, in einer gestressten und reizüberfluteten Welt, dass wir in unserem eigenen Leben und in der Gesellschaft Freiräume für Zeit und Stille schaffen. Wir dürfen nicht darauf warten, dass das von alleine passiert oder es andere für uns tun – um unser selbst und anderer willen.

Vorbilder gibt es: Elija am Horeb (1. Kön. 19), Johannes der Täufer, Jesus (Mk 1,35), …

Das Motiv der Wüste taucht in biblischen Erzählungen immer wieder auf. Ein Ort der Einsamkeit, Kargheit, der Begegnung mit sich selbst, … – ein Ort der Vorbereitung.

In der Geschichte waren und sind Klöster Orte der Kontemplation. Nicht unbedingt eine gute Idee für jeden oder für alle Zeit; aber wenn man für sich selbst, für den Augenblick, eine Lösung gefunden hat, um mehr Zeit für Stille zu finden, hat man schon eine ganze Menge gewonnen.

[Eine neuere Überarbeitung dieses Artikels findet ihr hier.]