selbstverständlich

 

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selbstverständlich

selbst – verständlich

das ist doch selbstverständlich

da muss man sich doch nicht extra bedanken

wieso  weshalb  warum

ich wache auf

es ist morgen

ich liege in meinem bett

selbstverständlich kann nicht jeder mensch erwarten immer in seinem bett aufzuwachen

manche menschen erwachen im krankenhaus

manche im sarg

manche sind unterwegs

manche auf der flucht

selbstverständlich wird nicht überall frühstück angeboten

selbstverständlich gibt es auch menschen die sich genau überlegen müssen wann sie was essen weil sie nicht genug haben

selbstverständlich gibt es nicht überall offene arbeitsstellen oder andere möglichkeiten sich seinen lebensunterhalt zu finanzieren

selbstverständlich können nicht alle familien und staaten sich leisten alle kinder zur schule zu schicken

selbstverständlich gibt es auch viele alleinstehende

selbstverständlich gehören leiden und schmerzen zum leben

selbstverständlich kann man nicht erwarten das unglücke immer nur die anderen treffen

selbstverständlich können menschen nicht immer friedlich miteinander leben

selbstverständlich kommt es bei militärischen auseinandersetzungen auch zu zivilen opfern

selbstverständlich müssen wir alle einmal sterben

selbstverständlich geht auch dieser text einmal zu ende

 

Die Güte des HERRN hat kein Ende, sein Erbarmen hört niemals auf,
es ist jeden Morgen neu! …
(Die Bibel, Buch der Klagelieder, 3. Kapitel, Vers 22-23)
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Du schaffst es nicht alleine!

 

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Säugling beim Babyschwimmkurs, by MasterFinally (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

 

„Was schaff‘ ich nicht alleine?“

Babys verbringen wohl die meiste Zeit mit Schlafen. Den Rest der Zeit kriegen sie dann noch damit rum, sich umsorgen zu lassen. Dabei lernen sie allerdings schon ungeheuer viel:  Die Umwelt wahrnehmen, sich mit dem Pflegepersonal vertraut machen, Körperbeherrschung, Gleichgewicht, …

Sobald sie dann etwas können, wollen sie es auch unbedingt selber machen: „Ich kann alleine!“ (sofern sie überhaupt schon sprechen können).

Im Alter, wenn der Mensch gebrechlicher wird, ist er oft auf Hilfsmittel angewiesen. Manchmal braucht er auch die Unterstützung von anderen Menschen, weil er nicht mehr alleine zurecht kommt. Und manche Menschen werden schon mit so starken Behinderungen geboren, dass sie ein Leben lang auf die Unterstützung durch andere Menschen angewiesen sind.

Gesunde Menschen können alleine aufstehen, sich anziehen, waschen, Einkaufen gehen, … – und dennoch sind auch fast alle gesunden Menschen keine 100%igen Selbstversorger. Und selbst die, die ihr Essen sogar selber anbauen können und ihre Kleidung selber nähen, würden bei Bedarf wahrscheinlich auch nicht auf die Hilfe von Polizei, Feuerwehr, Arzt, Krankenhauses, Apotheke, … verzichten wollen. Vom Internet ganz zu schweigen!

Wer Lust hat auszuprobieren, ob er es schafft, in der Wildnis zu überleben, kann das machen. Und wenn er das lang genug überlebt hat, kann er sich vielleicht auch noch entscheiden, ob er den Rest seines Lebens so verbringen will.

All dies lässt uns erkennen, dass so ziemlich alle Menschen für das Leben, das sie leben wollen, auf die Zusammenarbeit mit und Unterstützung durch andere Menschen angewiesen sind. Wir schaffen es nicht alleine!  –  Besonders für Menschen mit ausgeprägtem Unabhängigkeitsbedürfnis keine total angenehme Einsicht.

Wir sind soziale Wesen, social animals. Um glücklich oder wenigstens zufrieden zu sein, brauchen wir in der Regel noch ein paar Andere zum Kuscheln oder Lausen. Das geht auch nicht so gut alleine. Vom Fortpflanzen mal ganz abgesehen.  –  Wir brauchen einander, und gehen uns auf die Nerven.

Der christliche Glaube spricht noch von etwas Anderem: Dem Wirken Gottes in dieser Welt. Auch durch uns Menschen. Das Haus Gottes bauen, seine Herrschaft aufrichten, seine Gerechtigkeit durchsetzen, Gottes Frieden (Schalom) zu den Menschen, …  –  das schaffen wir auch nicht alleine. Gott selbst ist es, der dies wirkt. Und er will dafür zum Glück nicht nur mich allein benutzen, sondern alle, die mitmachen wollen. (Alleine würde ich es ja auch nicht schaffen.)

 

So wie unser Leib aus vielen Gliedern besteht und diese Glieder einen Leib bilden, so ist es auch bei Christus: Sein Leib, die Gemeinde, besteht aus vielen Gliedern und ist doch ein einziger Leib …
Nun besteht ein Körper aus vielen einzelnen Gliedern, nicht nur aus einem einzigen. Selbst wenn der Fuß behaupten würde: »Ich gehöre nicht zum Leib, weil ich keine Hand bin!«, er bliebe trotzdem ein Teil des Körpers. Und wenn das Ohr erklären würde: »Ich bin kein Auge, darum gehöre ich nicht zum Leib!«, es gehörte dennoch dazu.
Angenommen, der ganze Körper bestünde nur aus Augen, wie könnten wir dann hören? Oder der ganze Leib bestünde nur aus Ohren, wie könnten wir dann riechen? …
Darum kann das Auge nicht zur Hand sagen: »Ich brauche dich nicht!« Und der Kopf kann nicht zu den Füßen sagen: »Ihr seid überflüssig!« Vielmehr sind gerade die Teile des Körpers, die schwächer und unbedeutender erscheinen, besonders wichtig …
Nach seinem Willen soll unser Leib nämlich eine untrennbare Einheit sein, in der jeder einzelne Körperteil für den anderen da ist. Leidet ein Teil des Körpers, so leiden alle anderen mit, und wird ein Teil geehrt, freuen sich auch alle anderen …
Aber jeder Einzelne soll sich um die Gaben bemühen, die der Gemeinde am meisten nützen. Und jetzt zeige ich euch den einzigartigen Weg dahin …
Was bleibt, sind Glaube, Hoffnung und Liebe. Von diesen dreien aber ist die Liebe das Größte.
(Die Bibel, Neues Testament, der erste Brief von Paulus
an die Gemeinde in Korinth, 12. und 13. Kapitel)

 

In der Bibel wird das Bild des menschlichen Körpers benutzt: Verschiedene Körperteile für unterschiedliche Aufgaben. Nicht einer kann Alles, und nicht alle können genau Dasselbe. Von Paulus heißt es, dass er ein genau ausgewähltes Werkzeug war für die Aufgabe, die Gott für ihn hatte. Doch auch er zog nicht alleine als einsamer Superheld durch die Lande.

Was hat diese Einsicht für Konsequenzen? Was bedeutet sie für meine Strategie und Taktik?

Team-Work.

Und das nicht nur als programmatischen Vorsatz, sondern im Leben. Jeden Tag. Sonntag. Alltag. Gemeinsam leben. Gemeinsam arbeiten. Für Gott.

 

Denn ich sehne mich sehr danach, euch persönlich kennenzulernen, damit ich euch etwas von dem weitergeben kann, was Gott mir geschenkt hat, und ihr gestärkt werdet – besser gesagt, damit wir, wenn ich bei euch bin, durch unseren gemeinsamen Glauben gegenseitig ermutigt werden.

(Die Bibel, Neues Testament, Paulus‘ Brief an die Gemeinde in Rom: Kapitel 1,Verse 11-12)

 

Es mag vorkommen, dass ich mich mal irgendwo als Einzelkämpfer Gottes wiederfinde … – aber grundsätzlich arbeiten die Mitarbeiter Gottes im Team. Die klassische Ein-Pastor-Gemeinde, wie sie leider noch mancherorts vorkommt, ist Frage-würdig. Auch als christlicher Individualist, irgendein Projekt allein durchziehen zu wollen, ist fragwürdig. Wenn bei meinem Projekt keiner mitmachen will, ist es dann wirklich trotzdem das richtige Projekt zur richtigen Zeit? Und wenn ich mich mit anderen nicht so gut verstehe und nicht so gern zusammenarbeite, stimmt dann vielleicht etwas mit mir nicht? Und kann man da was machen?

Das gemeinsame Leben und Arbeiten ist nicht einfach nur eine gute Strategie, es ist das Sichtbarwerden unseres Wesens: Wir sind als Menschen für das gemeinsame Leben geschaffen und sind in Christus auch spirituell untrennbar miteinander verbunden. Wir stärken einander, und schwächen einander. Wir leiden an einander, und genießen einander.

 

 

Andacht

 

Andacht
Von mir.  🙂   [public domain]

 

 

… Mein Vater, wenn es möglich ist, dann lass den Kelch an mir vorübergehen und erspare mir dieses Leiden! Aber nicht was ich will, sondern was du willst, soll geschehen.

 

(Jesus in Gethsemane – Bibel, Neues Testament, Matthäus-Evangelium, 26. Kapitel, Vers 39)

 

 

Sich fügen in den Willen Gottes. Jede Ausrede und jeder Widerspruch verstummt. In der Klarheit des Weges verblassen alle Alternativen. Die innere Gewissheit ist der Kompass, der die Richtung gibt.

 

 

… ich bin mit Christus gekreuzigt. Nicht mehr ich bin es, der lebt, nein, Christus lebt in mir. Und solange ich noch dieses irdische Leben habe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mir seine Liebe erwiesen und sich selbst für mich hingegeben hat.

 

(Neues Testament, Paulus‘ Brief an die Galater, 2,19-20)

 

Andacht. Denken an das Wesentliche. Kontemplation. Ich versenke mich in das, was mich unbedingt angeht. Kein Wenn, kein Aber. Ich füge mich in das große Ganze, von dem ich ein Teil bin. Ich ordne mich ein in den Willen Gottes. Ich lass mich erfassen vom Wirken Gottes in seiner Welt …

 

… Richtet eure Gedanken ganz auf die Dinge, die wahr und achtenswert, gerecht, rein und unanstößig sind und allgemeine Zustimmung verdienen; beschäftigt euch mit dem, was vorbildlich ist und zu Recht gelobt wird. Haltet euch bei allem, was ihr tut, an die Botschaft, die euch verkündet worden ist und die ihr angenommen habt; lebt so, wie ich es euch gesagt und vorgelebt habe. Dann wird der Gott des Friedens mit euch sein.

 

(Philipperbrief 4,8-9)

 

 

In der Stille angekommen …

 

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Tonnengewölbe mit Gurtbögen: Abteikirche in Saint-Savin im Westen Frankreichs, by Lechat84 (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

 

Ich bin allein. Aber meine Seele kommt trotzdem noch nicht zur Ruhe, und in meinem Kopf wird es nicht still. Die Erlebnisse des Tages zerren noch an mir und eine Fülle von Eindrücken wirken noch nach. Und nachts, in den Träumen, steigen Bilder aus den Tiefen meiner Seele …

Wie macht man das, dass man in der Stille ankommt?

„In der Stille angekommen …“ – Einfache und schöne Worte … aber nicht ganz so leicht umzusetzen. Die Formulierung stammt von einem christlichen Lied von Christoph Zehendner. Wer neugierig geworden ist, kann es sich auf YouTube ansehen:

 

 

Zeit & Stille. Ein einfaches Konzept für unser gestresstes Leben.

Wir alle haben Zeit – theoretisch. Jeden Morgen neu, 24 Stunden am Tag. Wenn wir bewusst unseren Tag gestalten, unser Leben in die Hand nehmen und entscheiden, wofür wir unsere Zeit nutzen, dann haben wir die Chance, in unserem Leben zeitliche Freiräume zu schaffen für das, was wirklich wichtig ist. Noch besser wäre, wenn wir erfasst würden, von den wichtigen Fragen des Lebens selbst, getragen vom Wesentlichen, als nur Getriebene zu sein, von den alltäglichen Dringlichkeiten.

Der moderne Großstadtmensch findet Stille oft nur noch mit Ohren-Stöpseln. Manche suchen Stille in der Natur und auch dort hören wir das Flugzeug sich annähern und wieder entfernen. Es ist allerhöchste Zeit, in einer gestressten und reizüberfluteten Welt, dass wir in unserem eigenen Leben und in der Gesellschaft Freiräume für Zeit und Stille schaffen. Wir dürfen nicht darauf warten, dass das von alleine passiert oder es andere für uns tun – um unser selbst und anderer willen.

 

Da packte Elija die Angst und er lief um sein Leben … und ging eine Tagereise weit in die Wüste hinein … „Steh auf und iss! … Du hast einen weiten Weg vor dir.“
Er erhob sich, aß und trank und machte sich auf den Weg. Die Speise gab ihm so viel Kraft, dass er vierzig Tage und Nächte hindurch gehen konnte, bis er zum Gottesberg Horeb kam …
 Da kam ein heftiger Sturm herauf, der Felsen aus den Bergen riss und vor Jahwe zerschmetterte. Doch Jahwe war nicht im Sturm. Nach dem Sturm bebte die Erde, aber Jahwe war nicht im Beben. Nach dem Erdbeben ein Feuer, doch Jahwe war nicht im Feuer. Nach dem Feuer der Ton eines dahinschwebenden Schweigens …
Als Elija das hörte, verhüllte er sein Gesicht mit dem Mantel und stellte sich in den Eingang der Höhle. Da fragte ihn eine Stimme: „Was tust du hier, Elija?“ …
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(Die Bibel, Tanach / Altes Testament, 1. Buch der Könige, 19. Kapitel, Verse 3-13)

 

Menschen suchten die Einsamkeit als einen Ort der Klärung und Berufung: Elija am Horeb (1. Kön. 19), Johannes der Täufer, Jesus (Mk 1,35), …

Das Motiv der Wüste taucht in biblischen Erzählungen immer wieder auf. Ein Ort der Einsamkeit, Kargheit, der Begegnung mit sich selbst. Ein Ort der Vorbereitung.

In der Geschichte waren und sind Klöster Orte der Kontemplation. Nicht unbedingt eine gute Idee für jeden oder für alle Zeit; aber wenn man für sich selbst, für den Augenblick, eine Lösung gefunden hat, um mehr Zeit für Stille zu finden, hat man schon eine ganze Menge gewonnen.

Habt ihr selbst schon ähnliche Erfahrungen gemacht? Oder habt ihr Tipps, wie man es schafft „in der Stille anzukommen“?

[Dies ist die Überarbeitung eines älteren Artikel. Den älteren Artikel mit Kommentaren findet ihr hier.]

 

BIBEL = GOLDENES KALB ?

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Nicolas Poussin [Public domain], via Wikimedia Commons

 

Als Mose so lange Zeit nicht vom Berg herabkam, versammelten sich die Israeliten bei Aaron und forderten ihn auf: ‚Mach uns eine Götterfigur, die uns den Weg zeigt! Wer weiß, was diesem Mose zugestoßen ist, der uns aus Ägypten herausgeführt hat!‘ Aaron schlug vor: ‚Eure Frauen und Kinder sollen ihre goldenen Ohrringe abziehen und zu mir bringen!‘ … Er nahm den Schmuck entgegen, schmolz ihn ein und goss daraus ein goldenes Kalb. … Als es fertig war, schrien die Israeliten: ‚Das ist unser Gott, der uns aus Ägypten befreit hat!‘ Daraufhin errichtete Aaron einen Altar vor der Götterfigur und ließ bekannt geben: ‚Morgen feiern wir ein Fest zu Ehren des Herrn!‘

(Schemot / Exodus / 2. Mose 32, 1-5)

 

Für mich eine der faszinierendsten biblischen Erzählungen. Ich hatte früher einmal so die Idee im Kopf: Aha, da sind die Israeliten also so kurze Zeit nach all den Wundern von Gott abgefallen und haben sich heidnischen Götzen zugewandt. Diese Idee ist aber falsch.

Die Israeliten werden unsicher und unruhig, als Mose länger braucht, als sie erwartet hatten. Wie ein kleines Kind (oder auch wir Erwachsene) suchen sie Halt, Sicherheit, Stabilität. Und den Fokus der Sicherheit, den sie sich dann selbst erschaffen, ist nicht ein heidnischer Götze, an den sie sich anstelle Jahwes wenden, sondern es ist eine VERGEGENSTÄNDLICHUNG JAHWES: „Das ist unser Gott, der uns aus Ägypten befreit hat! … Morgen feiern wir ein Fest zu Ehren des Herrn!“ (Vers 4-5).

Es gibt auch sprachliche Bilder, bei denen nicht mit Gold, Stein, oder anderem Material ein Bild von Gott gemacht wird, sondern mit Worten.

Wir können schon in den Texten des Neuen Testaments erkennen, wie die ersten Christen unsicher wurden, als Jesus nicht wiederkam, um das Reich Jahwes aufzurichten. Heute sind fast 2000 Jahre vergangen, und Jesus ist immer noch nicht wiedergekommen. Aber dafür haben wir im Laufe der Kirchengeschichte uns ein Buch gemacht, dass uns Sicherheit gibt und ein Dogma der Unfehlbarkeit der Bibel formuliert.

Es gibt ein Gemeindelied, dass ich eigentlich immer noch mag. Und wenn man daran denkt, dass bis heute Christen ihr Leben auf’s Spiel setzen, um die Bibel zu verbreiten, kann man verstehen, warum jemand solch ein Lied schreiben würde. Aber z.B. in der letzten Zeile (ausgerechnet) geht es eindeutig über die Verehrung hinaus, die wir diesem Buch entgegenbringen sollten:

KANN NIMMERMEHR DICH LASSEN

1) Kann nimmermehr dich lassen, mein teures Bibelbuch,
Ich fand darin den Heiland, der meine Sünden trug.

Ref.: Nimmermehr, nimmermehr laß ich von meiner Bibel.
Nimmermehr, nimmermehr laß ich mein Bibelbuch.

2) In Trübsal und Verfolgung, in Kummer, Leid und Schmerz
quillt nur aus meiner Bibel, mir Trost ins wunde Herz.

3) Zielt mit dem gift’gen Pfeilen auf mich der Seelenfeind,
greif ich zu meiner Bibel, und Kreuzeslicht mir scheint.

4) Muß bis aufs Blut ich ringen heiß in Gethsemane,
so bringt mir meine Bibel des Heilands Friedensnäh.

5) Drum kann ich dich nicht lassen, geliebtes Bibelbuch,
dein Reichtum schenkt mir alles, was immer ich auch such!

Text: W. Fetler

Für diejenigen, die das Lied nicht kennen: Ich hab‘ das Lied im Liederbuch „Jesu Name – nie verklinget“ (Band 1) kennengelernt, welches wir die meiste Zeit in meiner Gemeinde benutzt haben, als ich aufwuchs. „Jesu Name …“ war wahrscheinlich eine der erfolgreichsten deutschsprachigen Liederbuchreihen aller Zeiten. Jesu Name 1 kann man noch kaufen und wird verlegt vom Hänssler-Verlag (evangelikaler Mainstream).

Es ist eine feine Linie zwischen der richtigen und falschen Verehrung der Bibel, und vielleicht können wir nicht einmal selber immer genau sagen, auf welcher Seite wir stehen.

Die Bibel ist für mich unendlich wertvoll, weil ich durch sie Jesus kennengelernt habe.

ZEIT & STILLE

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Tonnengewölbe mit Gurtbögen: Abteikirche in Saint-Savin im Westen Frankreichs, by Lechat84 (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

Ein einfaches Konzept für unser gestresstes Leben.

Wir alle haben Zeit – theoretisch. Jeden Morgen neu, 24 Stunden am Tag. Wenn wir bewusst unseren Tag gestalten, unser Leben in die Hand nehmen und entscheiden, wofür wir unsere Zeit nutzen, dann haben wir die Chance, in unserem Leben zeitliche Freiräume zu schaffen für das, was wirklich wichtig ist. Noch besser wäre, wenn wir erfasst würden, von den wichtigen Fragen des Lebens selbst, getragen vom Wesentlichen, als Getriebene zu sein, von den alltäglichen Dringlichkeiten.

Der moderne Großstadtmensch findet Stille oft nur noch mit Ohren-Stöpseln. Manche suchen Stille in der Natur und auch dort hören wir das Flugzeug sich annähern und wieder entfernen. Es ist allerhöchste Zeit, in einer gestressten und reizüberfluteten Welt, dass wir in unserem eigenen Leben und in der Gesellschaft Freiräume für Zeit und Stille schaffen. Wir dürfen nicht darauf warten, dass das von alleine passiert oder es andere für uns tun – um unser selbst und anderer willen.

Vorbilder gibt es: Elija am Horeb (1. Kön. 19), Johannes der Täufer, Jesus (Mk 1,35), …

Das Motiv der Wüste taucht in biblischen Erzählungen immer wieder auf. Ein Ort der Einsamkeit, Kargheit, der Begegnung mit sich selbst, … – ein Ort der Vorbereitung.

In der Geschichte waren und sind Klöster Orte der Kontemplation. Nicht unbedingt eine gute Idee für jeden oder für alle Zeit; aber wenn man für sich selbst, für den Augenblick, eine Lösung gefunden hat, um mehr Zeit für Stille zu finden, hat man schon eine ganze Menge gewonnen.

[Eine neuere Überarbeitung dieses Artikels findet ihr hier.]